13.09.2021

5 Fragen zu "Boonlake"

Hallo Alexander, bald erscheint dein Spiel "Boonlake".

 

1) Um was geht es in diesem Spiel und an welche SpielerInnen richtet es sich?

 

In "Boonlake" wenden wir uns mit einer Gruppe von Pionieren von den modernen Technologien ab und ziehen in eine verlassene Region rund um den See Boonlake. Dort erkunden wir die Landschaft, bauen Häuser und  Siedlungen und ziehen Vieh groß. "Boonlake" ist ein kompetitives Expertenspiel für 1-4 Spieler mit einer Spieldauer von ca. 2.5 Stunden.  Wer meine "schweren" Spiele wie "Maracaibo" oder "Great Western Trail" 

mochte, wird wahrscheinlich auch "Boonlake" mögen.

 

 

2) Was macht dieses Spiel aus deiner Sicht so besonders?

 

Im Mittelpunkt stehen 7 Aktionen, die in einer Reihe von oben nach unten auf einem Doublelayer Tableau ausgelegt werden. Man wählt eine Aktion, führt sie aus, legt sie unten wieder an und schiebt alle Aktionen  wie auf Schienen wieder zusammen. Je weiter oben die gewählte Aktion ist, desto mehr Felder am Fluss darf man ziehen. Zu Beginn sind die Belohnungen am Fluss noch niedrig, aber wenn man oft eine der oberen 3 Aktionen wählt, kommt man in den sehr profitablen Bereich des Flusses. Somit hat man zwar immer alle 7 Aktionen zur Auswahl, allerdings mit dem Dilemma eine Aktion möglichst weit oben nehmen zu wollen. Des Weiteren machen bei jeder Aktion auch die Mitspieler abgeschwächt mit. Das hält die Downtime niedrig. Das Spiel umfasst 165 Karten, was für meine Spiele untypisch ist: Alles ist eine Kartenart, hier gibt es nichts zu sortieren. Einfach alle Karten mischen und austeilen. Die hohe Kartenanzahl führt dazu, dass man auch noch in der fünften Partie neue Karten entdeckt. Jeder hat sein Spielertableau und in der Mitte gibt es den Spielplan, wo alle Spieler bauen. Hier gibt es Abhängigkeiten, so braucht eine Siedlung 3 benachbarte Pioniere, Vieh, Häuser oder Siedlungen. Mit Vieh wiederum verdient man mehr, wenn es benachbarte Siedlungen gibt. Eine geschickt platzierte Weide macht also viel aus. Herausheben will ich auch noch, dass jeder Spieler bei Spielbeginn ein Wertungsplättchen bestimmt. Bei jeder Zwischenwertung wählt man, welches man werten will, aber keines doppelt. Je länger man wartet, desto höher die Anforderung, aber umso mehr Punkte erhält man, wenn man es erreicht hat.

 

 

 3)  Wie lange hast du an dem Spiel herumgefeilt und wie hast du das Spiel testen lassen?

 

Das Spiel wurde viel über eine elektronische Plattform getestet. Das hat erstaunlich gut geklappt. Es war ca. 4 Jahre in Arbeit, mit Pausen. 

 

4) Erneut kommt ein Spiel von dir über den Verlag "dlp games" raus. Ist "dlp games" mittlerweile zu einer Art "Hausverlag" avanciert? ;)

 

"Maracaibo" ist beim Verlag "Game's Up" erschienen, nur der Vertrieb war über "dlp". Bei "Boonlake" ist es anders, da ist "dlp" neben Vertrieb auch Verlag/Entwickler. "dlp" hat einen guten Ruf und einen tollen Kundenservice. Ich bin da rundum zufrieden, aber genauso auch beispielsweise bei "Lookout Games" oder "Nanox Games". Ich lege mich da nicht fest.

 

5) Wer hat das Spiel illustriert? Und wie viel Einfluss hattest du auf die Gestaltung?

 

Das Spiel wurde vom großartigen Klemens Franz illustriert. Er macht das so toll, ich rede ihm nur hinein, wenn es etwas mit der Spielmachanik zu tun hat, z.B. wenn ein Symbol auf einer Karte wichtig ist und man es schnell bei den Handkarten sehen sollte. Das Spiel hat bezüglich der Grafik schon tolles Feedback erhalten, jetzt muss es natürlich noch spielerisch überzeugen :)

 

Danke für das Interview. Wir freuen uns schon, "Boonlake" ausführlich zu testen ;)