23.10.18

5 Fragen zu "Blackout Hongkong" von Alexander Pfister

 

Hallo Herr Pfister, bald erscheint ihr Spiel "Backout Hongkong".

 

1. Um was geht es in diesem Spiel und an welche Spielertypen richtet es sich?

 

Wir leben in Hong Kong, da geschieht das unvorstellbare: Ein Stromausfall über Wochen und Monate. Es bricht Chaos aus, Plünderungen sind an der Tagesordnung. Die Regierung scheint machtlos zu sein, zumindest tut sie nichts. Wir Spieler nehmen das Heft nun selbst in die Hand und versuchen wieder Ordnung in Hong Kong herzustellen. Dazu haben wir ein Team an Leuten, die uns unterstützen. Blackout ist kein kooperatives Spiel, jeder spielt für sich und auch gegeneinander. Wer bei Spielende am besten geholfen hat also die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

 

2. Wann haben Sie mit der Entwicklung begonnen und was waren die Grundideen?

Die Entwicklung began vor vielen Jahren, wenn ich schätzen müßte vor 5 Jahren. Ich habe nach einiger Zeit der Entwicklung das Spiel einem Verlag gezeigt. Der wollte es fast machen, aber dann hat doch ein wenig  der Mut dazu gefehlt. Vielleicht war das Spiel aber auch noch nicht gut genug. Nach einiger Zeit Pause, habe ich es wieder ausgegraben und deutlich überarbeitet. Auch das Thema wurde zu Blackout geändert. Der
Name war zwar ein anderer, aber es ging immer um den Stromausfall und  das Leben danach.

 

3. Wie verlief die Zusammenarbeit mit Eggertspiele Spiele?

 

Ich habe schon immer sehr gut mit "Eggertspiele" zusammengearbeitet. Mein erstes Spiel bei diesem Verlag war "Mombasa". Es hat viele Preise gewonnen, unter anderem den Deutschen Spielepreis 2016. 1 Jahr später kam "Great Western Trail" auf den Markt und das war dann sogar noch erfolgreicher. Als der Redakteur Philippe Schmit in Wien war, habe ich ihm "Blackout" gezeigt. Es hat ihm gleich gefallen und er hat es nach Hamburg mitgenommen. Auch die anderen Redaktionsmitglieder hat es überzeugt und so ging die gemeinsame Arbeit los. Zuvor spielte das Spiel in keiner speziellen Stadt, "Eggertspiele" hat es dann nach Hong Kong gebracht. Eine gute Entscheidung wie ich finde, eine Wertschätzung gegenüber der wachsenden Zahl an asiatischen Spielern.

 

4. Inwiefern unterscheidet sich das Spiel von ihren zwei vorrangegangenen Spielen "Mombasa" und "Great Western Trail"?

Ich muss immer schmunzeln wenn ich sage, dass es große Unterschiede  gibt. Deshalb schmunzeln, weil für einen Nichtspieler wären diese 3  Spiele wohl alle ähnlich "kompliziert". Bevor ich lang und breit auf Unterschiede eingehe, beschreibe ich lieber eine Runde bei "Blackout":

Zuerst werden die Waren ausgewürfelt. Dann schicken alle Spieler 3 Leute nach Hong Kong aus. Die meisten bringen uns Waren, z.B. eine blaue Startperson bringt 1 Ware von der Art des blauen Würfels. Deshalb müssen
wir bei der Planung auf den Würfelwurf reagieren, können die Würfel aber  auch maniplieren. Die gespielten Personen kommen auf 3 Ablagestapeln und müssen sich dort eine Weile ausruhen. Mit den Waren heuern wir bessere Leute an, die uns z.B. 2 oder 3 Waren mitbringen oder wir reparieren damit z.B eine Schule. Jede Runde können wir auch die Nachbarschaft erkunden indem wir einen Trupp ausschicken. Dieser findet dabei Waren oder andere wertvolle Sachen. Leider verletzt sich immer eine Person aus dem Trupp. Dieser muss dann im Krankenhaus solange warten bis wir einen Arzt mit Medikamenten ausspielen. Haben wir am Ende der Runde nur mehr höchstens 4 Personen auf der Hand, kommen gespielte Personen eines Ablagestapels wieder zurück. Das Kartensystem kam schon bei "Mombasa" sehr gut an, wurde aber bei "Blackout" insofern verändert, als dass man nicht jede Runde einen Ablagestapel aufnehmen darf. Dadurch behindern uns schwache Teammitglieder.

 

5. Was macht das Spiel aus Ihrer Sicht so einzigartig?

Bei 1000 Neuerscheinungen pro Jahr ist Einzigartigkeit immer so eine Sache. Das Spiel mischt spannende und knackige Entscheidungen mit einem interessanten Thema. Wenn sich einer aus dem Erkundungsteam verletzt oder wir Medikamente für unseren Arzt sammeln müssen, dann zieht das schon ins Thema rein - zumindest wer sich drauf einlässt. Bei "Blackout" muss man auch mit dem Zufall umgehen können. Ein Würfelwurf betrifft alle Spieler und man muss versuchen das beste daraus zu machen.

 

Vielen Dank für das Interview!