15.03.18

10 Fragen an Sophia Wagner

Guten Tag Frau Wagner, super, dass Sie sich Zeit für das Interview nehmen.

 

1) Wann haben Sie sich für das Thema Brettspiele begeistern können und welche Spiele waren für diese Begeisterung maßgebend?

 

Ich habe als Kind wirklich gerne gespielt, das waren erstmal Spiele wie "Mensch ärgere dich nicht", "Monopoly", "Scotland Yard", "Schach". Was eben da war. So richtig für Brettspiele begeistert habe ich mich dann gegen Ende meines Studiums der Geowissenschaften. Irgendwie bin ich in eine Brettspielgruppe geraten und plötzlich wurde mir bewusst, wie viele tolle Spiele es abseits der Kinderspiele gibt. Es war dann auch nicht ein bestimmtes Spiel, das besonders wichtig für mich war, sondern eher die Vielseitigkeit von Spielen.

 

2) Sie sind Autorin von Brettspielen. Wann haben Sie den Entschluss gefasst, ein Spiel zu entwickeln?

 

Sofort als ich wieder anfing Brettspiele zu spielen habe ich auch begonnen, Spiele zu entwickeln. Das kam ganz automatisch.

 

3) Was reizt Sie daran, Brettspiele zu entwickeln?

 

Ich mag es mich, in eine Welt oder Geschichte hineinzudenken und darüber nachzudenken, wie man diese Welt für mehrere Spieler erfahrbar macht. Meine ersten Spiele waren dann auch sehr thematisch, aber kaum spielbar, weil ich so viel Inhalt darin unterbringen wollte. Ich mag die Herausforderung, durch ein Spiel ein tolles Erlebnis zu schaffen. Beim Brettspielentwickeln braucht es eine gute Mischung aus kreativem und analytischem Denken. Das Testen an sich macht natürlich auch Spaß. Brettspielentwickeln fordert einen auf ganz viele verschiedene Arten, lässt dabei aber viel Freiraum.

 

4) Aus einigen Berichten wurde ersichtlich, dass Sie gerne hauptberuflich als Entwicklerin tätig sein möchten. Ist dies realisierbar und welche Schwierigkeiten birgt diese Bestrebung?

 

Ja, ich bin hauptberuflich Spieleautorin. Ich habe es also bereits realisiert, wie gut das geht, wird sich zeigen. Das ist natürlich ein Risiko, aber ich bin guter Dinge, dass es die richtige Entscheidung für mich war. Schwierig ist natürlich, dass man an Brettspielen arbeitet, von denen man nicht weiß ob sie irgendwann veröffentlicht werden. Mit einem veröffentlichten Spiel muss man also nicht nur die Arbeitszeit für dieses Spiel finanzieren können, sondern auch noch die Entwicklung einiger Spiele, die nicht veröffentlicht werden. Eine zweite Schwierigkeit ist die Zeit. Wenn ich ein Spiel fertig entwickelt habe, muss ich einen Verlag finden, das kann dauern. Wenn der Verlag ein Spiel angenommen hat, braucht es noch einige Zeit bis das Spiel auch wirklich veröffentlicht wird. Erst dann verdient der Spieleautor etwas daran. 

 

5) Wie kam es dazu, dass Sie ihr erstes Spiel "Noria" verlegen konnten?

 

Ich wurde von Uwe Rosenberg und Michael Schmitt, dem Inhaber der Ludothek "Spielwiese" gefragt, ob ich nicht ein Spiel für Michaels neuen Verlag entwickeln würde. Beide kannten Prototypen von mir, die ihnen sehr gut gefielen und ich hatte gerade das Stipendium für Nachwuchsspieleautoren der Jury "Spiel des Jahres" gewonnen.

 

6) Sind Sie mit den Resonanzen zu "Noria" zufrieden?

 

Ja, ich bekomme sehr viel wirklich positives Feedback. Natürlich gibt es auch immer Leute denen ein Spiel nicht liegt, aber zu "Noria" ist die Rückmeldung größtenteils sehr gut.

 

7) Schauen wir in die Zukunft. An welchen Projekten arbeiten Sie gerade und wird dieses Jahr ein Spiel von Ihnen erscheinen?

 

Dazu kann ich noch nicht viel sagen. Ich arbeite an sehr unterschiedlichen Spielen. Wie es im Moment aussieht, werden 2019 gleich mehrere herauskommen. Ein sehr lustiges Familienspiel und ein wirklich schönes Zweipersonenspiel.

 

8) Sie waren auf der "SPIEL 17". Welche Erfahrungen haben Sie sammeln können?

 

Es war ein tolles Gefühl, mein erstes Spiel fertig produziert in den Händen zu halten. Und noch schöner war es, mit den Spielern zu sprechen, die große Begeisterung für das Spiel zu spüren und die ersten Feedbacks von denen zu bekommen, die "Noria" auf der Messe gespielt haben. Die Messe war eine wirklich großartige Erfahrung, auch sehr anstrengend, aber toll!

 

9) Wie würden Sie Ihren Entwickler-Stil mit 3 Wörtern beschreiben?

 

Vielseitig, innovativ, thematisch

 

10) Was wären für 2018 Ihre Wünsche hinsichtlich Ihrer Tätigkeit als Entwicklerin?

 

Weiterhin tolle Ideen und Durchhaltevermögen und eine gute und spannende Zusammenarbeit mit Verlagen.

 

Vielen Dank für das Interview!