24.08.17

Review: "Yamatai" von Bruno Cathala und Marc Paquien

Fakten

Autor: Bruno Cathala und Marc Paquien

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Verlag: Asmodee/Days of Wonder

Spieldauer: 60-90 Minuten

Alter: ab 13 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 49,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Als Baumeister des Königreiches erhalten die Spieler von Königin Himiko den Auftrag, die Hauptstadt Yamatai zu errichten. Sie soll das strahlende Juwel des Inselstaates werden. Also müsst ihr die Baumaterialien der umherfahrenden Schiffe geschickt einsetzen, um prachtvolle Gebäude zu errichten und die Konkurrenten zu übertreffen. Treibt Handel, um seltene Materialien zu erhalten und hilfreiche Spezialisten anzuwerben. Welcher Baumeister wird im taktischen Spiel Yamatai die schönsten Gebäude erschaffen und die Gunst der Königin erlangen?

(Quelle: Asmodee)

 


Hintergrundinformationen

 

Schau mal in die Gallerie, um etwas über die Autoren zu erfahren:

(Quelle: Days of Wonder)

 

Des Weiteren hat "Days of Wonder" noch einen sehr gelungenen Trailer zu dem Spiel veröffentlicht, der definitiv sehenswert ist:


Spielmaterialien

  

Wow! Die Materialien dieses Spiels sind großartig und von feinster Qualität! Die Plättchen sind außerordentlich stabil und die Holzfiguren sowie das Spielbrett tun ihr Übriges. Besonders hervorzuheben ist das Inlay, das eine perfekte Sortierung der Spielmaterialien ermöglicht. Diesbezüglich ist "Asmodee"/"Days of Wonder" schon lange der Vorreiter. Perfekt! Weiter so! 

                                                          6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen haben die Testspieler als sehr ästhetisch empfunden! Die Charaktere (Spezialisten) wurden sehr ansehnlich "auf's Papier" gebracht und auch die Farbauswahl für das Spielbrett kann als passend sowie wirkungsvoll erachtet werden. Dabei ist bei den Darstellungen zu erkennen, dass hin und wieder kleinere Details eingebunden wurden und man sehr vielseitig vorgegangen ist. Die verschiedensten Gebäude, Spezialisten sowie Bietplättchen tragen allesamt zu einem schönen sowie facettenreichen optischen Gesamtbild bei.

                                                          5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Anbei findest du die Anleitung:

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yamatai-regel.pdf
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Wie ist die Spielmechanik zu bewerten?

 

Auf mechanischer Ebene wirkt das komplette Konstrukt durchdacht und ausgereift. Die verpflichtenden sowie freiwilligen Handlungsmöglichkeiten, wie z.B. Bieten (Spielerreihenfolge), Schiffe handeln, Schiffe einsetzen, Kulturplättchen nehmen oder Gebäude bauen, ergeben als Handlungsmuster Sinn. Die Kosten der unterschiedlichen Gebäudearten wirkten definitiv ausgewogen und auch die Boni der Flottenplättchen (Plättchen, auf die man zu Beginn der Runde bietet) konnten ein balanciertes Verhältnis aufweisen. Bei den Spezialisten hingegen kam in den Testrunden das starke Gefühl auf, dass gewisse Personen mit ihren Fähigkeiten im Verhältnis zu anderen Personen doch etwas zu stark waren. Ansonsten besteht das Spiel aus mehreren Hauptsträngen: Bieten auf der Zugreihenfolge (mit Boni), Setzten der Schiffe, Bauen von Gebäuden und dem Nehmen von Prestigeplättchen. Dadurch entstehen in unterschiedlichen Bereichen des Spiels sehr wichtige Entscheidungen, die zu treffen sind, in ihrer Wichtigkeit jedoch einen ähnlich hohen Stellenwert aufweisen. Dieses Niveau erfüllt die Bestrebungen des Spiels, und zwar, ein Kennerspiel zu sein. Hinsichtlich der Mechanik wirkt "Yamatai" ausgereift und beinhaltet nur kleinere Defizite im Rahmen der Spezialisten, die in den Testpartien bemerkbar wurden.

 

                                                         5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Man merkt schnell, dass sich der Autor Bruno Cathala sich zu weiten Teilen in "Yamatai" an seinem bereits erschienen Spiel "Five Tribes" bedient hat, wie z.B. beim Bietmechanismus und bei den Spezialisten (Persönlichkeiten). Das Einsetzen der Schiffe weist ebenfalls Ähnlichkeiten zu dem Einsetzen der Figuren von "Five Tribes" auf, wirkt dennoch in gewisser Weise frisch. Nichtsdestotrotz ist die Anlehnung an "Five Tribes" so sehr prägnant um vom Spielgefühl her zu sagen, dass "Yamatai" sich nicht sehr neuartig spielen lässt.

                                                        3,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Yamatai" bietet den SpielerInnen wichtige wie auch interessante Entscheidungen, die zu treffen sind, wie z.B. das Nehmen eines Bietplättchens oder das Setzen der Schiffe. Nicht zu verachten ist die Inanspruchnahme von Spezialisten, die teils mächtige Fähigkeiten mitbringen und ohne deren Beihilfe, kein Sieg möglich sein wird. Leider wirkte das Thema enorm aufgesetzt und das ganze Spielsystem kam schon sehr konstruiert rüber, was sich in den Testrunden negativ auf den Spaß auswirkte. In "Yamatai" ist eher ein taktisches Reagieren auf die Spielsituation und nicht das Verfolgen von langfristigen Strategien möglich. Denn die Auslage verändert sich von Zug zu Zug. Demnach kann man kaum agieren, wenn andere SpielerInnen an der Reihe sind und es lohnt nicht wirklich, sich intensive Gedanken über die aktuelle Auslage zu machen, da sich diese enorm ändern wird, bis man selbst am Zug ist. Dieser Umstand war bei einer 2-Spieler-Partie nicht so gravierend, wohingegen sich bei 3 und 4 Spielern die Wartezeiten letztlich sehr in die Länge gezogen haben. Ebenso das Gefühl, dass einige Spezialisten merklich stärker waren als andere, trübte etwas den Spielspaß. Dennoch kann man sagen, dass das Spiel zukünftig immer mal wieder gern (hauptsächlich in einer Partie mit 2 Spielern) auf den Tisch kommen wird und reizvolle Entscheidungen zu treffen sind. Das Spielgeschehen ist nicht allzu komplex, wohingegen durch die zahlreichen Effekte der Spezialisten sowie der Fähigkeiten der Bietplättchen eine gewisse Einarbeitung vorausgesetzt wird. Diesbezüglich war "Five Tribes" letztlich dann doch eingängiger und intuitiver zu spielen, obwohl es in etwa den gleichen Schwierigkeitsgrad wie "Yamatai" aufweist. Alles in allem liegt ein Spiel vor, das definitiv Spaß macht!

 

 

                                              4,5 von 6 Spiegeln (bei 2 Spielern)

 

                                         4 von 6 Spiegeln (bei 3 und 4 Spieler)


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Yamatai" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind grandios und auch die Illustrationen konnten überzeugen. Die Spielmechanik wurde seitens der Autoren gut durchdacht, weißt jedoch in manchen Bereichen kleinere Defizite auf. Der Spielspaß ist gegeben, ist jedoch abhängig von der Spieleranzahl, da sich mit zunehmenden Personen die Wartezeiten verlängern und da in "Yamatai" nur ein taktisches Vorgehen möglich ist, kann man erst wirklich was planen, wenn man selbst an der Reihe ist. Ein gewisser Innovationswert ist gegeben, wobei eine sehr starke Anlehnung an "Five Tribes" zu erkennen ist. In Anlehnung an den Preis ist folgende Bewertung zu vergeben:

                                                         4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Yamatai", wenn du...

 

- ein taktisches Spiel suchst, das hervorragende Materialen aufweist

 

- ein Spiel haben willst, das vom Schwierigkeitsgrad an "Five Tribes" anlehnt (ebenfalls eine Entwicklung des Autors Bruno Cathala)

 

 

Lasse die Finger von "Yamatai", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das langfristige Strategien ermöglicht

 

- ein Spiel spielen willst, dass nur kurze Wartezeiten aufweist

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie abgerundet!