05.03.17

Review: "Vor den Toren von Loyang" von Uwe Rosenberg

Fakten

Autor: Uwe Rosenberg

Spieleranzahl: 1-4

Verlag: Pegasus Spiele

Spieldauer: ca. 60-120 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 39,95 Euro


Hintergrundinformationen

 

China vor 2000 Jahren: Loyang steigt zur Hauptstadt der Han-Dynastie auf und wird damit eine der vier großen Hauptstädte des alten China. Der wirtschaftliche Aufschwung der nun florierenden Stadt erfordert eine bessere Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Diese wird durch die Bauern aus der Umgebung gewährleistet, die Weizen, Kürbisse, Rüben, Chinakohl, Bohnen und Lauch auf ihren Feldern anbauen.

Nach jeder Ernte finden sich die Bauern vor den Toren von Loyang ein, um mit ihren Produkten Handel zu treiben. Sie beliefern ihre Stammkunden oder verkaufen die Waren gewinnbringend an Laufkunden. Die Waren können aber auch an Marktständen getauscht oder als Saatgut verwendet und neu ausgesät werden. Benötigen die Bauern Waren, die sie selbst nicht vorrätig haben, können sie diese im Dorfladen einkaufen. 

Zwanzig verschiedene Helfer stehen den Bauern mit ihren individuellen Fähigkeiten zur Seite. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, vielseitige Strategien und Taktiken zu entwickeln. Als erfolgreichster Landwirt erweist sich, wer in einem vorgegebenen Zeitraum am weitesten auf dem Wohlstandspfad voranschreiten kann. Diese Schritte kosten Geld - anfangs weniger, später mehr. Geld wird jedoch auch für Investitionen benötigt, so dass es hier gilt, die richtige Balance zu finden.

(Quelle:Pegasus Spiele)


Hintergrundinformationen

 

Das Spiel "Vor den Toren von Loyang" ist 2009 über den Verlag "Hall Games erschienen. Letztes Jahr wurde das Spiel in einer Neuauflage über "Pegasus Spiele" herausgebracht. Uwe Rosenberg ist ein bekannter Spieleentwickler, der Highlights, wie z.B. "Agricola", "Le Havre" und "Arler Erde" herausgebracht hat. Wir sind gespannt, was "Vor den Toren von Loyang" zu bieten hat.


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind in gewohnter "Pegasus-Qualität" und demnach sehr gut! Das Spiel enthält qualitative Holzplättchen und auch die Karten sowie die Spielertableaus können voll und ganz überzeugen. Mit "Vor den Toren von Loyang" erwirbt man ein Produkt, das sehr stabil ist und hohen Qualitätsansprüchen genügt.

                                                    6 von 6 Spiegeln 


Illustrationen

 

Illustrationen sind ja bekanntlich Geschmacksache. Der Illustrator Klemens Franz hat zwar darauf geachtet, viele unterschiedliche Charaktere zu erstellen, jedoch waren sich die Testpersonen in den Partien einig, dass die optische Aufmachung sehr "oldschool" und überholt ausschaut. Die Illustrationen konnten uns einfach nicht begeistern und wir fanden diese eher unscheinbar und durchschnittlich. Schade!

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Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Schau dir mal die Regel an, die in einer Erzählform geschrieben wurde und sehr gut gelungen ist.

Download
Vor_den_Toren_von_Loyang_Anleitung.pdf
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Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Aktionen sind außerordentlich gut durchdacht und bauen hervorragend aufeinander auf! Den Spielern stehen viele Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung, die allesamt sehr gut miteinander verwoben wurden. Man sollte u.a. anstreben, so viele Waren wie möglich zu verkaufen, um viel Geld und somit Siegpunkte zu generieren. Der Clou an dem Generieren der Siegpunkte liegt darin, dass man in jeder Runde einmal die Chance bekommt, gegen Geld auf der Siegpunktleiste voranzuschreiten. Ein Schritt kostet immer eine Geldeinheit, wobei weitere Schritte zusammengerechnet werden, was schon ziemlich teuer werden kann. Hierbei stellten sich folgende Fragen: Wie viel Geld soll ich ausgeben, um Schritte voranzuschreiten? Soll ich alles auf einmal ausgeben oder mir noch etwas für die nächste Runde aufsparen, um mir evtl. Waren zu kaufen? Interessante Entscheidungsmöglichkeiten entwickeln sich in dieser Form, die abgewogen werden sollten. Ferner existieren im Spiel eine Vielzahl an Helferkarten, die gut funktionierende Effekte auslösen und einem sehr hilfreich sein können.

Weiterhin ist hinsichtlich der Mechanik positiv anzumerken, dass der Bietmechanismus sehr gelungen ist und fehlerfrei funktioniert. Dieser verändert sich zwar immer etwas je nach Spieleranzahl, dennoch ist zu resümieren, dass dieser sehr flüssig abläuft.

Alles in allem funktionieren die Mechanismen einwandfrei und es ist aus diesem Grund definitiv die Höchstnote zu vergeben! 

                                                     6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Das Spiel ist der Abschluss der "Ernte-Trilogie" und es spielt sich wie ein klassischer "Rosenberg". Positiv aufgefallen ist der Mechanismus der Siegpunktleiste, der sehr neuartig ist und die Spieler vor fortlaufenden sowie interessanten Entscheidungen stellt, wenn es darum geht, Siegpunkte durch die Abgabe von Geld zu generieren. Jedoch ist auch eine starke Anlehnung an die bisherigen "Rosenberg-Titel" aufgefallen, was zur Folge hatte, dass Abläufe bereits bekannt waren und altbacken daherkamen. Im Vergleich zu "Agricola" fehlt diesem Spiel die thematische Atmosphäre, die leider nicht aufkommt und demzufolge neue Impulse vermissen lässt.

Grundlegend ist man bei "Vor den Toren von Loyang" damit beschäftigt, Rohstoffe anzubauen, diese auszusäen, zu tauschen oder zu verkaufen, was sehr stark an die bisherigen Titel von Rosenberg anlehnt. Dadurch fehlt dem Spiel das nötige Salz in der Suppe, um  nach den vorangegangenen Titel wirklich noch einen großen innovativen Sprung zu machen, der in der Spieltechnik als auch auf der Gefühlsebene stattfindet.

                                                      3 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Vor den Toren von Loyang" fanden wir im Vergleich zu den anderen Spielen der "Ernte-Trilogie" zäher und schwächer. Es wirkte kaum lebendig und konnte die nötige thematische Atmosphäre nicht aufkommen lassen. Dem vorliegenden Spiel fehlte das gewisse Etwas, dass "Agricola" und andere Spiele von Rosenberg aufweisen. Die Testspieler waren der Meinung, dass man das Spiel spielen kann, aber nicht unbedingt muss. Anderen "Rosenberg-Titeln" würde definitiv der Vortritt gewährt werden.

Die Stärke des Spiels ist die Generierung von Siegpunkten und der Bietmechanismus, wodurch der  Spielfluss etwas lebendiger wird. Im Großen und Ganzen ist dennoch zu resümieren, dass es ein doch sehr solitäres Spiel ist, sich die "Downtime" in Länge ziehen kann und emotionale Momente kaum aufkommen.

                                                  3,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP des vorliegenden Spiels liegt bei 39,95 Euro. Die Spielmaterialien sind äußerst qualitativ, jedoch sind in diesem Preissegment oft mehr Materialien zu erwarten. Die Illustrationen fanden wir nicht so berauschend und auch die innovativen Elemente hielten sich leider stark in Grenzen. Dennoch funktioniert "Vor den Toren von Loyang" reibungslos und läuft spielemechanisch einwandfrei. Der Spielspaß konnte bei den Testpartien nicht ganz aufkommen, da dem Spiel eine notwendige Innovationskraft fehlt und man auch die einen oder anderen lebendigen Elemente sucht, die dem Spiel Charakter verleihen.

                                                         3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Vor den Toren von Loyang", wenn du..

 

- ein Spiel haben willst, das auf das Managen von Ressourcen abzielt

 

- ein Uwe Rosenberg Fan bist und ein Spiel spielen willst, das sich mechanisch gut in die bisherigen Titel einreiht

 

 

Lasse die Finger von dem Spiel, wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das große Innovationen aufweist und sich sehr von den bisherigen "Rosenberg-Titeln" abhebt

 

- ein Spiel haben willst, das spannend ist und Emotionen weckt

 

 

*Danke an alle Testspieler

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung abgerundet.