23.12.16

Review: "Via Nebula" von Martin Wallace

Fakten

Autor: Martin Wallace

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Asmodee

Spieldauer: 60 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 44,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Das Nebula-Tal hat ein dunkles Zeitalter hinter sich. Jahrhundertelang bevölkerten monströse Kreaturen die nebligen Gefilde des Tals und machten den Menschen das Leben schwer. Nun ist die Zeit gekommen, in der sich mutige Entdeckergilden aufmachen, um die undurchsichtigen Pfade zu bereisen und wertvolle Rohstoffe abzubauen. 

Neue Gebäude und Siedlungen werden auf den Ruinen längst vergangener Städte entstehen. Nebula soll wieder in Frieden und Wohlstand erblühen – und ihr könnt zu legendären Helden des Tals werden!

Baut unsere üppigen Rohstoffe ab, entwickelt ein Transportnetzwerk und errichtet neue Gebäude. Unser nebliges Tal braucht euch – und wir werden euch großzügig entlohnen! Arbeitet kurzfristig zusammen, um neue Transportwege zu erschließen und Rohstoffe untereinander zu teilen, aber behaltet dabei stets eure eigenen Ziele im Blick. Wirst du deine eigene Statue auf dem großen Stadtplatz von Nebula erhalten?

(Verlag: Asmodee)


Hintergrundinformationen

 

"Via Nebula" ist über den Verlag "Space Cowboys" herausbekommen und wurde von "Asmodee" in Deutschland verlegt.

 

Das sagt Martin Wallace (der Entwickler von Nebula) zu seinem Spiel:

"Nebula ist ein gutes Beispiel dafür, wie etwas aus dem Nichts entstehen kann. Die Inspiration für dieses Spiel stammt von Nikolaj Wendt, einem meiner regelmäßigen Spieletester. Er hatte eine Idee für ein Spiel, bei dem die eigenen Aktionen auch den Mitspielern Nutzen bringen. Die meiste Planungsarbeit geschah eines Tages während eines Spaziergangs in die Stadt; es war ein langer, aber malerischer Weg. Ich zeigte den Space Cowboys das Spiel nur deswegen, weil sie das andere Spiel, das ich zu einem Treffen mit ihnen mitgebracht hatte, nicht mochten. Komischerweise sagten sie, dass es ihnen sehr gefiele und der Rest, wie man so sagt, ist Geschichte. Ich muss ein großes Dankeschön aussprechen an Philippe, CROC und Marc, nicht nur für das Veröffentlichen dieses Spiels, sondern auch für die unglaubliche Unterstützung über die Jahre …"


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von hervorragender Qualität! "Asmodee" beweist wieder, dass der Verlag ein Vorreiter in Sachen "Inlays" ist, da sich alle Spielmaterialien perfekt in der Schachtel verstauen lassen. Auch die Spielmaterialien an sich sind von sehr guter Qualität und wirken stabil und robust. Schön ist zudem anzusehen, dass jeder Spieler individuelle und nicht dieselben Spielsteine besitzt, was uns sehr gut gefallen hat. Ebenso gibt es an der Qualität der Karten und Marker nichts auszusetzen. Nur die Spielertableaus können dem überaus positiven Eindruck nicht standhalten, da diese nicht aus fester Pappe, sondern biegbarem Material bestehen. Ansonsten ein sehr qualitativ hochwertiges Produkt. Weiter so! ;)

                                                    5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

Die Illustrationen haben uns definitiv gut gefallen. Generell gefällt uns die Optik von "Space Cowboys-Spielen" sehr gut und die vorliegenden Darstellungen können an die bisherigen des Verlages anknüpfen. Die Spielertableaus wurden für jeden Spieler individuell angefertigt, die Karten sind optisch variabel und das Spielfeld selbst wirkt nicht monoton. Sehr schade ist, dass während des Spielverlaufes grüne "Wegeplättchen" auf das Spielfeld gelegt werden, die die gesamte Optik des Spiels negativ beeinflussen. Es wäre mit Sicherheit notwendig gewesen, diese illustrativ zu gestalten, um nicht das Gesamtbild des Spiels zu mindern. Nichtsdestotrotz wurden alle weiteren Spielelemente schön "zu Blatt" gebracht.

                                                4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert "Via Nebula"?

 

Mikes Gaming Net zeigt euch, wie das Spiel funktioniert:

Wie ist die Spielmechanik?

 

"Via Nebula" wirkt fertig und ausgereift! Die Spielabläufe ergeben Sinn und wurden gut miteinander verbunden. Ebenso funktionieren die Mechanismen sehr gut. Das vorliegende Spiel ist "Semi-Kooperativ". Das heißt, dass alle Spieler Wege bauen, um Rohstoffe zu den Bauplätzen zu transportieren. Somit können auch alle Spieler diese Wege nutzen und es ist folglich bei "Via Nebula" wichtig, den richtigen Moment abzupassen, in welchem man Wege baut, um einen nicht allzu großen Vorteil für alle anderen Spieler zu bieten und die eigenen Aktionspunkte effektiv zu nutzen. Die Spieler können einem immer gut und gerne in die Quere kommen, was bei diesem gehobenem Familienspiel nicht allzu gravierend ist. Die Auftragskarten befinden sich in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Alles in allem sind die Abläufe sehr simpel gehalten und nicht allzu komplex, wobei das Gesamtkonzept sehr eingängig und fließend funktioniert. 

                                                    6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Das Spielgefühl, das beim Spielen aufkommt, und zwar, dass man miteinander an Wegen baut und sich gleichsam die Rohstoffe wegschnappt, fühlt sich frisch an. Dennoch basiert ein Großteil des Spielablaufs darauf, dass man versucht, Aufträge zu erfüllen, indem man Rohstoffe abgibt, was mittlerweile schon sehr "oldschool" wirkt und nicht als innovativ zu bezeichnen ist. Das Thema hingegen ist neuartig sowie einfallsreich und das Element des Nebels wurde gut in das Spielgeschehen implementiert. Alles in allem überwiegt dennoch das Gefühl, dass sich das Gesamtkonzept von "Via Nebula" in einem bestimmten Rahmen neuartig anfühlt.

                                                4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Via Nebula" konnte in den Testpartien überzeugen und hat Spaß gemacht! Es ist als gehobenes Familienspiel zu deklarieren und ist sehr eingängig bzw. einfach zu erlernen sowie leicht zu meistern, da hochkomplexe Strategien nicht möglich sind. Der Nervenkitzel besteht darin, dass man hofft, dass bis zum eigenen Zug die gewünschten Rohstoffe nicht weggeschnappt wurden und man z.B. eine Quelle nicht vergebens erschlossen bzw. einen Weg gebaut hat, der nur den Mitspielern einen Vorteil erbringt.

Dennoch würden wir sagen, dass uns "Via Nebula" in einer Besetzung von drei bzw. vier Spielern besser gefallen hat als mit zwei Spielern, da die Spannungskurve höher war und eine vielschichtigere Interaktion gewährleistet wurde, die gut zu dem Konzept passte.

"Via Nebula" ist ein schönes gehobenes Familienspiel!

                                         4 von 6 Spiegeln (2 Spieler)

                                    4,5 von 6 Spiegeln (3 und 4 Spieler)


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP des vorliegenden Spiels liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sowie das Inlay sind von herausragender Qualität. Die Illustrationen sind gelungen, wobei einige gravierende Defizite zu erkennen sind. Die Mechanismen funktionieren wirklich gut und an manchen Stellen wurden innovative Einfälle in das Spielkonzept integriert, wobei dennoch auf bereits bekannte Mechanismen zurückgegriffen wurde. "Via Nebula" macht Spaß, konnte jedoch in einer Besetzung von drei und vier Spielern mehr überzeugen als mit zwei Personen. 

                                                 4,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Via Nebula", wenn du...

 

- ein Spiel haben willst, bei dem du sowohl gegen deine Mitspieler als auch mit deinen Mitspielern spielst (semi-kooperativ).

 

- ein gehobenes Familienspiel spielen willst, das sehr eingängig ist und sehr leichtfüßig wirkt.

 

 

Lasse die Finger von "Via Nebula", wenn du...

 

- damit leben kannst, dass die "Wegeplättchen" ohne Illustrationen auskommen ;).

 

- ein sehr innovatives Spiel suchst. "Via Nebula" hat einige innovative Elemente, aber auch viele Abläufe, die "oldschool" sind.

 

 

 

* Danke an Mikes Gaming Net für die Bereitstellung des Eklärvideos.

* Danke an alle Mitspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet.