17.05.17

Review: "Valletta" von Stefan Dorra

Fakten

Autor: Stefan Dorra

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Hans im Glück

Spieldauer: 60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 34,99 Euro


Spielbeschreibung

 

In VALLETTA begeben sich die Spieler nach Malta, um die künftige Hauptstadt der Insel nach den Plänen von Francesco Laparelli zu errichten. Mit wachsamem Auge verfolge dieser den Bau und belohnt diejenigen, die seine Vorgaben einhalten. Die Spieler sichern sich die hierfür nötigen Ressourcen, indem sie Handwerker fördern. Dabei werden Kaufleute, Maurer und Dachdecker angeheuert, die die Vorhaben unterstützen. Doch die Teilnehmer sollten dabei nicht vergessen, den Kontakt zum Malteserorden zu pflegen, um den Ruf als bester Bauherr von Valletta zu erlangen.

(Quelle: Hans im Glück)


Hintergrundinformationen

 

Bereits im Vorfeld zu der Erscheinung von "Valletta" hat der Autor Stefan Dorra sich den Fragen des Brettspiegels gestellt und viele interessante Infos von sich gegeben. Klicke hier, um zum Interview zu gelangen.


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von einer sehr guten Qualität! Das bedeutet, dass sowohl die Karten als auch die Marker hinsichtlich des regelmäßigen Gebrauches nicht enttäuscht haben. Schade fanden wir in den Testpartien hingegen, dass die Spielertableaus nur aus sehr dünnem Material bestanden und das Bild einer hochwertigen Qualität dadurch etwas minderten. Ansonsten kann man sich nicht beschweren, da auch genügend Holzmaterialien vorhanden sind (Figuren, Ressourcen, Häuser), was für einen hohen Qualitätsanspruch spricht. Zudem ist es echt super, dass die im Spiel vorkommenden Persönlichkeiten in der Anleitung aufgegriffen werden und man als Leser viel Hintergrundwissen vermittelt bekommt.

                                                         5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen sind vielseitig und der Illustrator hat sich viel Mühe bei der Erstellung verschiedenster Charaktere gegeben, sodass das optische Gesamtbild definitiv nicht eintönig wirkt. Nichtsdestotrotz hat uns die Darstellung nicht "umgehauen", da uns der Stil der Illustration einfach nicht komplett angesprochen hat. Wir fanden die optische Aufmachung O.K. - nicht mehr und nicht weniger. Das ist dann wohl letztlich Geschmacksache ;).

                                                        3 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

"Valletta" bietet einen relativ leichten Einstieg in das Spiel. Anbei findet ihr das Regelwerk, das sehr gut strukturiert und schnell zu lesen ist.

Download
Valletta Regelwerk.pdf
Adobe Acrobat Dokument 3.6 MB

Wie ist die Spielmechanik?

 

In "Valletta" baut man sich sein eigenes Kartendeck zusammen (Deck-Building). Grundlegend ist zu sagen, dass die Karten allesamt extrem gut miteinander verzahnt sind und "Valletta" funktionierende Verknüpfungen erlaubt. Zudem ist der Spielablauf gut strukturiert und Optionen, mit welchen Siegpunkte generiert werden, sind logisch nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz ist nach vielen Testpartien der Eindruck entstanden, dass der Vorteil des Startspielers letztlich zu groß ist. Der Verlag hat diesbezüglich bereits Stellung bezogen (Link: hier).

Alles in allem funktioniert "Valletta", dennoch war ist ein klares Manko in einem Startspielervorteil zu sehen!

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Im Rahmen der Innovationen konnte "Valletta" die Testspieler kaum überzeugen. Die anfängliche Neugier endete rasch in einer leichten Enttäuschung, da sich das Spiel nicht so frisch anfühlte, wie man erwartet hatte. "Valletta" ist ein klassisches "Deckbau-Spiel", das leider auch nicht mit innovativen Elementen versetzt wurde, die einen vom "Hocker" gerissen hätten. Schade, denn der Autor Stefan Dorra bringt im Normalfall immer recht lebendige Ideen hervor. Bei manchen Spielen ist es ja auch so, dass diese nicht von den Abläufen her außerordentlich innovativ ist, aber Aspekte, wie z.B. Spielgefühl, Aufmachung derart lebendig wirken, dass von einem innovativen Gesamtpaket zu sprechen ist.  Doch "Valletta" kann leider im Rahmen der Innovationen nicht aus der Masse an Spielen hervorstechen, da eine gewisse Innovationskraft auf vielen Ebenen fehlt. Schade eigentlich!

                                                        2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

 

Die Testspieler fanden "Valletta" in Ordnung. Es muss klar angeführt werden, dass eine Enttäuschung aufkam und man sich mehr von diesem Spiel erhofft hatte. Alle Tester waren sich einig, dass dem Spiel eine gewisse Würze fehlt, da es sich kaum innovativ anfühlte. Auch der extreme Vorteil des Startspielers löste bei manch einem Spieler ebenso frustrierende Momente aus. Das vorliegende Spiel bietet zwar genügend Entscheidungen, die zu treffen sind, nichtsdestotrotz sprang der Funke bei allen Spielern einfach nicht über. Deshalb ist der Spielspaß im Bereich Durchschnitt anzusiedeln. 

                                                         3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Valletta" liegt bei 34,99 Euro. Die Materialien hinterließen einen guten Eindruck, wobei die restlichen Bereiche des Spiels mit einigen Defiziten und Enttäuschungen einhergingen. Denn "Valletta" konnte in den Partien leider weder mit kreativen Elementen als auch mit einer hervorstechenden optischen Aufmachung punkten. Die Mechanismen funktionieren auch "nur" überwiegend, da der Vorteil des Startspielers doch sehr prägnant ist. Demnach hielt sich der Spielspaß auch in Grenzen, da weder die Illustrationen, noch die Innovationen als herausragend bezeichnet werden konnten. Auch in dieser Kategorie ist ein Durchschnittswert angebracht.

                                                          3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Valletta", wenn du...

 

- ein Fan von "Deckbau-Spielen" bist

 

- ein Spiel mit gut verzahnten Mechanismen und Effekten suchst

 

 

Lasse die Finger von "Valletta", wenn du...

 

- ein innovatives Spiel spielen willst

 

- einen starken Vorteil des Startspielers mental nicht verkraften kannst ;)

 

 

* Danke an alle Testspieler!