REVIEW: "TUMULT ROYAL" VON KLAUS UND BENJAMIN TEUBER

Fakten

Autoren: Klaus Teuber/Benjamin Teuber

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Kosmos

Spieldauer: 40 Min.

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2015

Preis: UVP 29,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Die Aufregung ist groß im ganzen Land. Der König lässt ein Denkmal nach dem anderen errichten und gleichzeitig hungert das Volk. Doch das machen die Bauern nicht länger mit. "Tumult" rufen sie und proben den Aufstand. In diesem turbulenten Spiel schlüpfen die Spieler in die Rolle von Adeligen und versuchen möglichst viele Denkmäler zu bauen. Das kostet Brot, Marmor und Werkzeug, das sie dem Volk rauben. Dazu haben die Spieler in jeder Runde nur wenige Sekunden Zeit, um gleichzeitig Plättchen aufzudecken und jeweils zu entscheiden, sie zurückzulegen oder zu behalten. Doch aufgepasst: Bleibt für das Volk zu wenig übrig, führt dies zu einem Tumult und die gierigsten Adeligen werden bestraft! 

Quelle: Kosmos


Hintergrundinformationen

 

Klaus Teuber gehört durch den enormen Erfolg von "Die Siedler von Caten" sicherlich zu den bekanntesten Autoren in der Brettspiele-Welt. Unzählige Erweiterungen sind zu diesem Grundspiel erschienen, aber auch weitere Brettspiele fernab von Catan, wie z.B. "Norderwind" (2014) oder die Neuheit der diesjährigen Spielemesse "Tumult Royal"(2015), sind Umsetzungen seiner Ideen. Diesmal hat er sich Verstärkung von seinem Sohn Benjamin geholt und die Erwartungen sind hoch, dass sich der Entwickler von Catan diesmal erneut etwas erfolgsversprechendes hat einfallen lassen ;)  


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind wirklich von hervorragender Qualität. Hinsichtlich der Qualität gibt es demnach rein gar nichts auszusetzen. Sehr lobenswert ist, dass eine Erklär-App konzipiert wurde, die das Lesen von Regeln überflüssig macht und die einzelnen Spielabläufe verständlich darstellt. Für alle Regel-Muffel kommt das ja gerade recht ;)

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Illustrationen


Franz Vohwinkel hat sich der Illustration von "Tumult Royal" angenommen und zählt zu den renommierten Illustratoren von Brettspielen. Auch in diesem Fall muss man sagen, dass die graphische Aufmachung zu dem lustigen Thema passt und auch der angehauchte Comic-Stil das optische Gesamtbild abrundet, das mit Humor zu nehmen ist.

Das Brettspiel erfordert aufgrund der begrenzten Anzahl von Spielmaterialien grundsätzlich nicht viel illustrative Arbeit, da die unterschiedlichen Plättchen und Felder doch recht überschaubar sind. Demzufolge hätte es zu einer Aufwertung des Gesamtbildes beigetragen, wenn genau aus dieser begrenzten Anzahl von Materialien dann doch das Maximum herausgeholt werden würde, um ein vielfältiges illustratives Geamtbild mit einem roten Faden zu kreeiren, was leider nicht der Fall ist. Im Konkreten bedeutet dies, das auf den Spielplan nicht immer exakt die gleichen Schlösser und Dörfer abgebildet werden, sondern auch Variationen zu vernehmen sind. Ferner hätten die Plättchen der Gefolgsleute eventuell unterschiedlich abgebildet werden können (unterschiedliche 10er Plättchen), um das Spiel dann doch lebendiger bzw. thematischer in Erscheinung treten zu lassen. 

Franz Vohwinkel hat definitiv gute Arbeit geleistet. Nichtsdestotrotz hätten Feinheiten in der graphischen Gestaltung dann doch für das optimale Gesamtbild gesprochen.

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Spielmechanik

 

"Tumult Royal" ist gar nicht mal so schwer. Ich sage dir, wie es in groben Zügen funktioniert:

 

Jeder Spieler erhält eine Burgtafel mit eingesetzten Statuen und Gefolgsleute (angepasst an die Spieleranzahl). Eine begrenzte Anzahl von Landschaftsplättchen liegt offen aus und einige liegen verdeckt (angepasst an die Spieleranzahl).

 

Der Startspieler mit dem niedrigsten Rang (es gibt vier unterschiedliche Ränge) setzt eine Statue auf ein Wiesenfeld. Im Anschluss folgen in der Reihenfolge ihrer Ränge die übrigen Spieler. Der König setzt somit die letzte Statue ein. 

 

Das Brettspiel besteht aus sieben Phasen:

 

1) Volkes Stimmung erkunden

Der König nimmt die Tumultscheibe und dreht den Pfeil. Die Zahl des Bereichs, in dem der Pfeil anhält, gibt an, wie viele Waren von jeder Sorte dem Volk nach der Steuer-Raubphase verblieben sein müssen. Bleibt er z.B. im Bereich mit der Nummer Drei stehen, so verlangt das Volk mindestens drei Brote, drei Marmor und drei Werkzeuge.

 

2) Steuer-Raubphase

a) Jeder Spieler sammelt von den Waren des Volkes in der Tischmitte drei beliebige Warenplättchen ein und legt sie als verdeckten Stapel ab. 

 

b) Um neue Statuen zu errichten, brauchst du bestimmte Waren (die Kosten sind auf deinem Spielertableau abgebildet). Überleg dir also genau wie viele Waren du rauben möchtest. Der König dreht die Sanduhr um (20 Sekunden) und gibt das Kommando "Steuern rauben".  In dem Zeitraum von 20 Sekunden haben alle Spieler gleichzeitig die Gelegenheit, beliebig viele Warenplättchen aus der Tischmitte (vom Volk) in ihre Burgen zu schaffen.

 

Beachte folgende Regeln:

- Eine Hand bleibt unter dem Tisch. Mit der anderen Hand darfst du dir ein beliebiges Warenplättchen ansehen. Damit es schnell geht, genügt ein kurzes Anheben.

- Hast du dir ein Plättchen angesehen, legst du das Plättchen in die Tischmitte oder verdeckt auf deine Burgtafel. Dann geht es immer so weiter, bis die Uhr abgelaufen ist und ein Spieler "Stopp!" ruft. 

 

3) Eventuell Tumulte ausführen

 

Nun wird geprüft, ob Tumulte stattfinden. Die übrig gebliebenen Warenplättchen in der Tischmitte werden gezählt, da diese dem Volk geblieben sind. Ist von einer Warensorte die Anzahl der auf den Plättchen abgebildeten Waren gleich groß oder größer als die Zahl auf der Tumultscheibe, so herrscht kein Tumult. Ist hingegen die Anzahl der übrig gebliebenen Waren kleiner als die Zahl auf der Scheibe, ist das Volk unzufrieden und es gibt einen Tumult (für jede einzelne Warensorte wird das übrigens einzeln überprüft).

 

Ausführung eines Tumults: Ist eine Warensorte vom Tumult betroffen, addiert jeder Spieler die Waren auf den Plättchen dieser Sorte, die er geraubt und auf seiner Burgtafel abgelegt hat.


Der gierigste Spieler: Der Spieler, der die meisten Waren einer Sorte geraubt hat, ist der gierigste Spieler. Bei Gleichstand ist der Spieler mit dem höheren Rang der gierigste Spieler.

 

Die Folgen für den gierigsten Spieler: Er verliert drei Gefolgsleute (zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler Gefolgsleute z.B. bei zwei Spielern 30 Gefolgsleute).

Er darf von der Warensorte, die von einem Tumult betroffen ist, das Warenplättchen mit den wenigsten Waren behalten. 

Es gibt drei Waren und es können logischerweise bis zu drei Tumulte stattfinden.

 

 

4) Statuen aufstellen

Jetzt stellt beginnend mit dem König jeder Spieler Statuen auf dem Feld auf und gibt die benötigten Warenplättchen ab. 

- Du darfst Statuen nur auf einem freien Feld aufstellen, das direkt waagerecht oder senkrecht (nicht diagonal) an ein Feld angrenzt, auf dem du bereits eine oder mehrere Statuen aufgestellt hast.

- Auf einem unbewohnten Landschaftsfeld (Wiese, Wald, Gebirge) stellst du genau eine Statue und auf einem bewohnten Landschaftsfeld stellst du auf dem Dorffeld genau zwei Statuen und auf dem Schlossfeld exakt drei Statuen auf.

- Willst du eine Statue bzw. Statuen aufstellen, nimmst du die vordere Statue von deiner Burgtafel.

 

Beim Bezahlen der Statuen ist folgendes nicht erlaubt:

-Aufteilung nicht erlaubt: Die Waren eines Plättchens dürfen nicht für das Aufstellen von mehreren Statuen auf mehrere Felder aufgeteilt werden.

- Nicht mit mehr Plättchen als erforderlich zahlen: Es ist nicht erlaubt mit mehr Plättchen als erforderlich zu zahlen.

 

Du erhältst Boni für überzahlte Waren:

- Für jede überbezahlte Ware auf einem Warenplättchen erhält ein Spieler einen Gefolgsmann. Aber vergiss nicht, du darfst nicht mit mehr Plättchen als erlaubt bezahlen. Außer wenn z.B. auf  einem Plättchen mehr Waren abgebildet sind. 

 

Es folgen mehrere Aufstellrunden , in denen jeder Spieler die Möglichkeit bekommt seine Waren loszuwerden und seine Statuen aufzustellen. Es ist übrigens auch möglich Statuen nicht angrenzend zu bauen. Das kostet allerdings schon einiges, kann aber sehr effektiv sein.

 

Kann in einer Runde ein Spieler keine Statuen aufstellen und ist nicht vom Tumult betroffen, so erhält dieser zwei Gefolgsleute.

 

5. Ränge neu verteilen

Wer nach dem Aufstellen der Statuen die meisten Gefolgsleute besitzt, bekommt die Königskarte und gibt seine Adelskarte dem ehemaligen König. Nach der Ermittlung des Königs wird ebenso mit dem Rang des Herzogs und danach mit dem Rang des Fürsten verfahren. Der Spieler mit den zweitmeisten Gefolgsleuten wird Herzog und tauscht mit dem bisherigen seine Adelskarte. Der Spieler mit den drittmeisten Gefolgsleuten wird Fürst. Der Spieler mit den wenigsten Gefolgsleuten wird Graf. Die Gefolgsleute liegen immer offen für jeden sichtbar aus.

 

6. Krönung des Königs

Der neue König muss fünf Gefolgsleute zurück zum Vorrat legen. Er nimmt die vorderste Statue von seinem Tableau und stell sie auf das jeweils nächste freie Feld der Königs-Chronik (es gibt auch Doppelfelder und du stellst dann 2 Statuen auf). Des Weiteren nimmt sich der Spieler, der nun das Reihenfolgeplättchen des Königs hat, die Sanduhr und die Tumultscheibe

 

7. Gnade des Volkes erhalten

Die Spieler, die am wenigsten Statuen aufgestellt haben, drehen ihre Gnadenkarte auf die Seite "Gnade des Volkes". Die "Gnade des Volkes" bewirkt, dass bei der Ermittlung des gierigsten Spielers (Phase Drei) von jeder Sorte der geraubten Waren eine Ware abgezogen wird. 

 

Im Laufe des Spiels werden dann noch die verdeckt ausliegenden Landschaftsteile aufgedeckt. 

Sehr interessant ist noch, dass in den letzten Runden nach Phase Sieben immer die Differenz zwischen den aufgestellten Statuen des führenden und den des schwächsten Spielers betrachtet wird. Ist diese Differenz größer als die Zahl unterhalb der Königs-Chronik, so endet das Spiel sofort. Ist die Differenz kleiner oder entspricht sie genau der Zahl, so wird das Spiel eine weitere Runde gespielt. Nach dem Einsetzen zweier Statuen oberhalb der 0 ist das Spiel in jedem Fall zu Ende und es gewinnt der Spieler mit den am meisten eingesetzten Statuen.


Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Grundmechanik besteht darin, dass der Spieler abschätzen muss, welche Anzahl der jeweiligen Waren er raubt und welche er lieber dem Volk überlässt, wenn der Bau von einer bzw. mehreren Statuen geplant wird. Zu Beginn jeder Runde legen die Spieler jeweils drei der ausliegenden Warenplättchen verdeckt weg, sodass es eigentlich unmöglich ist anhand der Tumultscheibe, die angibt, wieviele der einzelnen Warensorten dem Volk übrig gelassen werden müssen, mathematisch bzw. berechnend vorzugehen, da die Auslage sehr variabel und verdeckt ausliegt. Zeigt der Pfeil der Tumultscheibe z.B. auf die Zahl Fünf, sollte man doch sehr vorsichtig beim Rauben vorgehen, damit kein Tumult entsteht. Auch wenn man während der Raub-Phase unter mehrere Warenplättchen schaut und davon ausgeht, dass letzlich von einer Warensorte fünf Einheiten übrig bleiben, so kann es doch passieren, dass ein Gegner im letzten Moment doch noch ein Plättchen raubt und dadurch einen Tumult auslöst. Demzufolge kann man vorsichtig agieren und dennoch bestraft werden, was in diesem Punkt für einen unbeherrschbaren Spielfluss zeugt und die Spielmechanik dadurch doch sehr inkonstant in Erscheinung tritt. Dementgegen ist das Aufstellen der Statuen in seiner Grundstruktur doch recht beherrschbar und es sind vorausschauende Züge möglich. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Bau der Statuen wiederum auf die Raubphase aufbaut und diese Phase stark durch unbeeinflussbare Faktoren gekennzeichnet ist. Selbstverständlich wirkt sich diese Unbeherrschbarkeit auch direkt auf den Bau der Statuen aus, da ein Tumult das Weglegen von Plättchen bedeutet und die eigenen Pläne durchkreuzt werden können. 

Diese Ansicht darf nicht falsch verstanden werden, denn auch ein gewisser Glücksfaktor kann eine Spielmechanik bereichern und sich positiv auswirken. Die Mischung aus Glück und Strategie kommt "Tumult Royal" auch zu gute, dennoch ist das Gleichgewicht gestört, da die Unbeherrschbarkeit dann doch weitaus höher ist, als dass das Spiel in dieser Hinsicht einwandfrei funktioniert.

Als positiver Punkt in puncto Spielmechanik ist definitiv zu benennen, dass das Brettspiel unverhältnismäßige Zustände wieder ausgleicht. Das heißt im Konkreten, dass zu starke Spieler geschwächt werden (der neue König gibt fünf Gefolgsleute ab), die schwächsten Spieler die "Die Gunst des Volkes" (Bonusplättchen) erhalten und wer keine Statuen aufstellt, mit zwei Gefolgsleuten getröstet wird (falls eine Beteiligung am Tumult nicht vorhanden ist). Weiterhin ist diesbezüglich lobenswert zu erwähnen, dass nach der sechsten Runde die aufgestellten Statuen des stärksten Spielers und des schwächsten Spielers betrachtet werden und die Differenz, falls sie höher als die abgebildete Zahl auf der Chronik ist, zu einem sofortigen Ende des Spiels führt. Dies ist ein guter Mechanismus, da enorme Abstände (falls sie auftreten) im Rahmen der Siegpunkte (im Aufstellen von Statuen) nicht aufgeholt werden können und das sofortige Ende des Spiels die logische Konsequenz ist. So wird der Leidensweg des Schlusslichtes verkürzt, was im Prinzip doch nur human ist ;)

Alles in allem baut "Tumult Royal" auf einem Mechanismus auf, der in gewisser Weise doch von einer Unbeherrschbarkeit lebt, wobei die Glückskomponente einen zu hohen Stellenwert einnimmt, die sich letztlich auf die Hauptaktionen (Waren rauben und Statuen bauen) auswirkt. Auf der anderen Seite ist der Spielverlauf durch das Bestreben eines Gleichgewichtes zwischen den Spielern geprägt. Schwache Spieler werden durch Mechanismen gestärkt und starke Spieler geschwächt, wobei auch eine verkürzte Spieldauer ausweglosen Situationen entgegenwirkt. Diese Aspekte sind gut gelungen und fügen sich ideal ins Spielgeschehen ein. Auf der Grundlage der herausgearbeiteten Defizite und Stärken der Spielmechanik, kommt es zur folgenden Bewertung.

                                          3,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Tumult Royal" lebt von seinem witzigen Thema, der humoristischen Aufmachung und einigen guten Einfällen. Die Steuer-Raubphase, in der innerhalb von 20 Sekunden hektisch gehandelt wird, damit man die benötigten Waren erhält, wirkt dynamisch und aktiv. Gepaart mit der thematischen Einbettung kommt noch eine lustige Komponente hinzu und rundet das Gesamtbild ab. Ebenso war der Mechanismus des vorzeitigen Spielendes, der auf der Grundlage der "Statuen-Differenz" aktiv wird, doch ein gewiefter Einfall, um die Spannung konstant zu halten. 

Hingegen scheint doch das Setzen von Figuren an angrenzenden Feldern aus dem Raster dieser guten Ideen herauszufallen. An diesem Hauptmechanismus, der einen immensen Anteil am Spiel hat, gibt es kaum richtige Kniffe. Das Setzen einer unterschiedlichen Anzahl von Statuen je nach Feld ist letztlich nichts anderes als die Wertigkeit eines Feldes zum Ausdruck zu bringen. 

Alles in allem lässt sich resümieren, dass sich Vater und Sohn (Klaus und Benjamin Teuber) schon einige gute Ideen zu Papier gebracht haben, wodurch es zur einer überdurchschnittlichen Bewertung kommt.

                                            4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

"Tumult Royal" ist im Aspekt des Spielspaßes nicht zu unterschätzen: In der Steuer-Raubphase wird hektisch nach Plättchen gesucht, danach ist das Zittern groß, ob man doch Tumulten des Volkes ausgesetzt ist, taktische bzw. evtl. geplante Aktionen im Rahmen der ergatterten Warenplättchen für das Bauen der Statuen bedürfen einer cleveren Durchführung. Durch einfallsreiche Mechanismen werden die Spieler beim Bauen der Statuen und somit bei den Siegpunkten doch relativ nah beinander gehalten und es entwickelt sich ein spannendes Rennen. Sollte es mal nicht so spannend und knapp verlaufen, findet das Spiel ein jähes Ende, was wiederum auch ein ganz netter Einfall ist.

Alles schön und gut... wäre da nicht die enorme Unbeherrschbarkeit, die einem das Gefühl suggeriert, dem Spiel ausgesetzt zu sein. Zwar ist es spannend zu sehen, ob man vom Tumult betroffen ist, aber genauso ist es extrem frustrierend, wenn man eine relativ "sparsame" Strategie fährt und dennoch vom Tumult des Volkes erfährt. Teils ist es wirklich extrem schwer abzuschätzen, ob ein Tumult ausgelöst wird oder nicht. Ein gewisser Glücksanteil passt gut in das Spiel, aber die Steuer-Raubphase gerät dann wirklich schon etwas aus der Kontrolle. Letztlich will man ja auch das Spiel spielen und nicht vom Spiel gespielt werden.

Des Weiteren ist der Wiederspielreiz ganz o.k. aber nicht besonders hoch, da nicht etliche Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zwar ist das Spielfeld variabel, wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass man nur Waren (es gibt drei Sorten) nimmt und Statuen setzt, scheint die Variation doch sehr stark an seine Grenzen zu kommen. Dadurch kam es ca. nach einigen Testspielen bereits zu einer Verminderung des Spielspaßes. 

Dennoch hat "Tumult Royal" in Anbetracht dieses enormen Glücksanteils dennoch Spaß gemacht, was definitiv der hektischen Spielatmosphäre und dem spannenden Rennen um das Setzen der Statuen zu verdanken ist. Es darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich hier um ein Familienspiel handelt, dass einen gewissen Glücksanteil verkraftet und Kindern- und Familien mit aller Wahrscheinlichkeit weniger auffallen wird, als Spieler, die eher Expertenspiele bevorzugen.

                                            4 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Tumult Royal" liegt bei 29,99 Euro. Kosmos bietet mit diesem Produkt qualitative Spielmaterialien, einige innovative Spielabläufe, eine Spielmechanik, die sowohl Stärken als auch Schwächen aufweist. Mit ca. 30 Euro ist das Brettspiel nicht günstig und wenn man bedenkt, dass der Karton des Spiels nicht gerade vor Materialien überquillt und einige Abläufe kritikwürdig sind, so kommt eine Bestnote nicht in Betracht. Dennoch ist eine Benotung oberhalb des Durchschnittes zu vergeben, da das Spiel mit Witz, Spielablauf mit Thematik vereint, einen gewissen Spielspaß hervorruft und mit innovativen Elementen das Gesamtbild verfeinert.

                                             4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Tumult Royal", wenn du....

 

- ein Familienspiel besitzen möchtest, dass einen hohen Glücksanteil besitzt.

 

- eine witzige Atmosphäre spielerisch erleben möchtest.

 

- gerne mal auch das heutige Abbild der Gesellschaft nachspielen möchtest ;)

 

- ein Spiel mit einigen spannenden Momenten mit der Familie spielen willst.

 

 

Kauf dir das Spiel nicht und schaue lieber den Film "Marie Antoinette" wenn du...

 

- einen recht hohen Glücksanteil im Spiel nicht ausstehen kannst.

 

- es emotional nicht verkraftest, dass der Adel so mit dem Volk umgeht ;).

 

- enorme Variationen im Spielablauf und viele Aktionsmöglichkeiten im Spiel suchst.

 

*Abrundung durch die Kategorie Spielspaß

* Danke an alle Testspieler