17.04.17

Review: "The Pyramid's Deadline von Jun Sasaki

Fakten

Autor: Jun Sasaki

Spieleranzahl: 2-6

Verlag: Oink Games

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 19,10 Euro


Spielbeschreibung

 

Beeilung! Baue die eindrucksvollste Pyramide bevor der Pharao stirbt...!

 

Wir befinden uns im alten Ägypten und der Pharao hat nach den besten Architekten des Landes verlangt. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines dieser Architekten und muss versuchen dem Pharao das größte und beeindruckendste Grabmal zu errichten. Wer dabei ein zu unrealistisches Ziel verfolgt und sein Werk nicht vor dem Tod des Pharoas fertigstellen kann, auf den wartet die Todesstrafe.

(Quelle: Oink Games)


Hintergrundinformationen

 

Bereits 3 Titel des japanischen Verlages "Oink Games" wurden unter die Lupe genommen, und zwar "Tiefseeabenteuer", "A fake artist goes to New York" und "Insider". Alle drei Spiele haben überzeugt und den Spielern in den Testrunden viel Spaß bereitet. Demensprechend sind die Erwartungen an "The Pyramid's Deadline" groß und wir hoffen natürlich, dass es an die bisherigen Titel anknüpfen kann...


Spielmaterialien

 

Die Materialien in dieser kleinen Schachtel sind keineswegs zu beanstanden! Denn die Plättchen, die im Spiel vorhanden sind, sind von einer wertigen Qualität und lassen auch nach vielen Partien keine starke Abnutzung erkennen. Besonders lobenswert ist, dass bei diesem Produkt auf Holzwürfel anstatt auf Plastikwürfel gesetzt wurde, die ebenso einem hohen Qualitätsstandard genügen und individuelle Symbole aufweisen.

Alles in allem liegt ein qualitativ hochwertiges Produkt vor! Super, weiter so!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Wie die bisherigen getesteten Spiele des Verlages "Oink Games" kommt auch die Optik des vorliegenden Spiels ohne viel "Schnickschnack" aus. Dies ist jedoch sehr lobenswert, da sich das Markendesign von "Oink Games" auch in diesem Produkt wiederspiegelt und sich das Spiel demzufolge perfekt in eine bestehende Reihe eingliedert. Bei "The Pyramid's Deadline" wurden kräftige Farben benutzt, was einen sehr individuellen Charakter hervorbringt. Genauso wie die anderen bereits getesteten Spiele des Verlages knüpft das Design auch in diesem Fall an das Spieformat an. Denn sowohl Spielablauf als auch optische Aufmachung sind relativ schlicht und einfach gehalten, wodurch klar zu erkennen ist, dass zwischen Optik und Spielablauf ein gelungener Verbindungspunkt geschaffen wurde.

Die optische Aufmachung hat einen enorm starken Wiedererkennungswert, auch wenn bei der Illustration keine detailreichen Figuren etc. auf´s Papier gebracht wurden, wie man es aus etlichen anderen Spielen kennt. Genau dieser Unterschied bzw. dieses Alleinstellungsmerkmal macht diese Optik so besonders.

                                                         5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

In diesem Spiel muss jeder Spieler die richtigen Bausteine wählen und eine eigene Pyramide bauen. Es ist ein Puzzlespiel bei dem man taktisch vorgehen sollte. Jeder Spieler wird zu einem Architekten im alten Ägypten und muss versuchen, aus fünf verschiedenen Steinarten eine Pyramide zu erbauen, die die der anderen übertrifft.

 

Falls man sich dabei zu weit aus dem Fenster lehnt und mit seinem Bauvorhaben nicht fertig wird, bevor der Pharao das Zeitliche segnet, verliert man auf ganzer Linie.

 

Die Steine zum Erbauen des Grabmals sind immer knapp bemessen und jeder Spieler kann pro Runde nur einen der ausgewürfelten Steine nutzen. Es kann also vorkommen, dass man nicht den Stein bekommt, den man gerade benötigt!

 

Die Lebensdauer des Pharaos wird von den Entscheidungen der Spieler beeinflusst, so dass man ungefähr kalkulieren kann, wieviel Zeit man zum Bauen noch übrig hat. Manchmal kann es allerdings passieren, das man sich in Sicherheit wiegt und dann jemand aktiv die Lebensdauer des Pharaos manipuliert!

  

"Ich möchte meine Pyramide noch größer machen!", "...aber ich muss aufpassen, sonst werde ich nicht rechtzeitig fertig!", "Der Pharao ist ja noch ziemlich fit...vielleicht kann ich noch ein bisschen höher bauen...?" - Dies sind alles Dinge, über die man während des Spiels nachdenkt. Es vereint taktisches Spielen und Puzzlespaß miteinander!

(Quelle: Oink Games)

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Abläufe sind nicht schwer zu erlernen, wobei man sich schon die Legeregeln für seine Pyramide verinnerlichen muss. Nach einigen Partien stellt dies jedoch auch kein Hindernis mehr dar. Der Mechanismus (Tod des Pharaos) zielt auf eine zentrale  Entscheidungen ab: Baue ich weiter an meiner Pyramide, um mehr Siegpunkte zu generieren, oder verkünde ich die Fertigstellung und entgehe einem möglichen Tode des Pharaos (0 Punkte). Auch die Möglichkeit bewusst Würfel auszuwählen, um so den Tod des Pharaos zu beschleunigen, ist eine interessante Option, um Gegnern aktiv Steine in den Weg zu legen.

Schade ist nur, dass nach einer Partie schon Schluss ist, da das Spiel sehr schnell gespielt ist. Beim Spiel "Tiefseeabenteuer" werden z.B. drei Runden gespielt, wodurch sich das Spiel kompletter anfühlt. Im vorliegenden Regelwerk konnte man keine Regelung finden, die auf mehrere Runden schließen lässt. Das Spiel wird demnach zu schnell beendet, wobei eine Aufspaltung in Runden defintiv ein runderes Spielerlebnis geboten hätte. Des Weiteren ist negativ aufgefallen, dass das Spiel in manchen Fällen so schnell beendet ist, dass sich die Mechanik gar nicht richtig entfalten kann. Demnach kommt es derart zügig zum Tod des Pharaos, dass man seine Pyramide überhaupt nicht ausbauen konnte, was dem Spielprinzip in gewisser Weise zuwider ist, da man ja auch seine Pyramide aufbauen soll. 

Alles in allem funktioniert das Spiel, jedoch sind in manchen Bereichen Defizite zu erkennen, die aber mit kleineren Zusatzregelungen ausgemerzt werden können. 

                                                          3 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Der Puzzlemechanismus von "The Pyramid's Deadline" unterscheidet sich arg von anderen Puzzlespielen, wie z.B. "Patchwork" oder "Cottage Garden". Die Pyramidenform erschwert den Vorgang des Puzzelns, bringt aber auch eine erfrischende Note mit. 

Das "Sterben des Pharaos" lehnt in gewisser Hinsicht an das Spiel "Tiefeseeabenteuer" (Sauerstoffvorrat) an. Denn auch dort kann man das Spielende aktiv durch Aktionen beschleunigen, sodass man ebenso permanent eine Risikoabwägung vornehmen muss. Es ist demnach nicht von der Hand zu weisen, dass zwischen diesen beiden Spielen starke Parallelen vorherrschen, die die grundlegenden Spielabläufe betreffen. Wohingegen man bei "The Pyramid's Deadline" bedenken sollte, wie weit man seine Pyramide baut, da sich der Tod des Pharaos nähert, macht man sich in "Tiefseeabentuer" darüber Gedanken, wie weit man tauchen sollte, bevor der Sauerstoff aufgebraucht ist. Beide Spiele verbindet sowohl kooperative als auch konfrontative Elemente, die sich in ihren Ausführungen ähneln.

Alles in allem ist der Puzzlemechanismus erfrischend, jedoch sind auch schon zahlreiche Parallelen zu "Tiefseeabenteuer" vorhanden.

                                                         3,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Das vorliegende Spiel hat den Testspielern im Grunde gut gefallen. Das Puzzeln ist "tricky" sowie spaßig und Spannungsmomente entstehen durch die permanenten Riskikoabwägungen (Baue ich weiter an meiner Pyramide und riskiere evtl. den Tod des Pharos/eine Niederlage oder erkläre ich meine Pyramide für vollendet?). Dennoch muss man anführen, dass "A Pyramid's Deadline" nicht ganz mit den anderen  Spielen von "Oink Games" mithalten konnte, die wir bisher getestet hatten. Denn diese weckten stärker Emotionen und riefen intensivere Spannungsmomente hervor.

Es fiel negativ auf, dass sich die Mechanismen in sehr vielen Testrunden nicht richtig entfalten konnten, da der Tod des Pharaos einfach zu früh eintrat, sodass man nicht das Gefühlt hatte, irgendetwas im Spiel geschafft zu haben. Auch sind wesentliche Spielelemente aus dem Spiel "Tiefseeabenteuer" bekannt, was dazu führte, dass wir innovative Elemente vermissten, die zu einem "Wow-Effekt" beigetragen hätten.

                                                          3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "The Pyramid's Deadline" liegt bei 19,10 Euro. Die Spielmaterialien sind von ausgezeichneter Qualität und auch die optische Aufmachung konnte durch das typische "Oink-Games-Design" überzeugen. Im Rahmen der Spielmechanik waren einige Defizite auszumachen und auch die innovativen Elemente ließen etwas zu wünschen übrig. Hinzu befand sich der Spielspaß im durchschnittlichen Bereich, wobei uns andere Spiele des Verlages eindeutig mehr zugesagt haben. 

                                                          3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir das Spiel, wenn du...

 

- ein Fan von Spielen bist, in denen gepuzzelt wird

 

- ein Spiel haben willst, das in gewisser Hinsicht Spannungsmomente aufweist und du oft eine Risikoabwägung tätigen musst

 

 

 

Lasse die Finger von "The Pyramid's Deadline", wenn du...

 

- das Gefühl haben willst, etwas im Spiel zu bewirken/aufzubauen, bevor dar Spiel beendet wird

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!