18.11.17

Review: "Templar's" von den Mollis Brothers

Fakten

Autor: Moliis Brothers

Spieleranzahl: 3-5

Verlag: Queen Games

Spieldauer: 60 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 44,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Sammelt in Templars‘ Journey euer Gold, gewinnt die Gnade des Papstes und rekrutiert eure Tempelritter.

Templar's Journey: In diesem spannenden Strategiespiel für die ganze Familie bereiten die Spieler ihre Ritter und Tempelritter auf den Heiligen Kreuzzug in Jerusalem vor.

Die Spieler haben stets die Wahl zwischen sicheren oder ertragreicheren Aktionen. Falls aber einer der anderen Spieler dieselbe Aktion gewählt hat, könnten beide leer ausgehen.

Je besser ein Spieler seine Gegner einschätzen kann, desto größeren Profit wird er einfahren und schließlich das Spiel gewinnen.

(Quelle: "Queen Games")


Hintergrundinformationen

 

Die "Moliis Brothers" entwickeln grundsätzlich Spiele zu zweit. Zu Ihren Produkten gehören Titel, wie z.B. "Foreclosed", "Hornet" sowie "Robot Factory" etc. Für die Illustrationen von "Templar's Journey" haben Claus Stephan und Anna Kersten gesorgt. Vor allem Claus Stephan hat bereits einige Brettspiele rezensiert und ist in der Brettspielszene relativ bekannt. Vor einiger Zeit ist auf dem Blog ein Interview mit ihm erschienen. Klicke hier, um zu diesem zu gelangen.


Spielmaterialien

 

Die Qualität der Materialien konnte definitiv überzeugen! Stabile Spielertableaus und wertige Karten gehören mitunter zum Spielumfang. Aber auch qualitative Plättchen sowie angemessene Figuren können das positive Gesamtbild der Spielmaterialien abrunden. Einzig und allein ist zu bemängeln, dass es zu einem angenehmeren Spielgefühl beigetragen hätte, wenn der Spielplan etwas größer produziert worden wäre, um das ganze Spielgeschehen übersichtlicher und nicht so "friemelig" zu gestalten. Eine größere Siegpunktleiste sowie größere Stadtplättchen hätten u.a. diesbezüglich einen positiven Beitrag geleistet. Denn betrachtet man den Spielplan und die Spielertableaus ist kaum eine angemessene Relation in der Spielfläche vorhanden. Ansonsten sind die Materialien sehr qualitativ!

                                                         5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Grundsätzlich ist die optische Darbietung gelungen! Die Charakterere auf den Spielertableaus sind sehr ansprechend sowie individuell angefertigt worden. Auch die Karten konnten ästehtischen sowie thematischen Ansprüchen genügen. Das Spielfeld ist zwar auch interessant, jedoch bleibt es doch auf einer gewissen Weise unscheinbar und zurückhaltend. Zudem ist bei Betrachtung des Spielplans aufgefallen, dass sehr viele Elemente auf einer kleinen Fläche "hineingequescht" wurden, sodass die Handlungsabläufe schon sehr "friemelig" sind (z.B. bei den Städten). Zudem schränken bereits gesetzte Figuren auf den Stadtfeldern die Sicht auf weitere Felder ein und man kann manchmal auf dem ersten Blick nicht genau erkennen, wie viele freie Plätze in den Städten noch vorhanden sind. Bei den Testpartien ist zudem hervorgestochen, dass die Stadtplättchen optisch kaum an den restlichen Darstellungen anknüpfen konnten, da diese aus der Sicht der Testspieler leblos wirkten.

                                                           4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Du kannst dir gerne das folgende Video anschauen, um zu erfahren, wie das Spiel funktioniert:

Wie ist die Spielmechanik zu bewerten?

 

"Templar's Journey" merkt man sichtlich an, dass sich hier die Entwickler intensive Gedanken bei der Konzeption gemacht haben. Von der Bewegung des Papstes über die Auswahl der Aktionskarten bis zu den Wertungskriterien in unterschiedlichen Runden kann man sagen, dass ein roter Faden existiert. Nichtsdestotrotz sind gerade die unterschiedlichen Abläufe und insbesondere die Wertungen (Schiffswertungen/Wertung der 7. Stadt) nicht sehr eingängig und wurden nicht perfekt auf die beabsichtigte Zielgruppe (ab 8 Jahren) angepasst. Es wird zum Teil bei den Wertungen sehr kleinteilig vorgegangen und dies führt dazu, dass sich das vorliegende Spiel nicht sehr inituitiv spielen lässt. Ein fortlaufender Blick in die Regel war nötig, um die Wertungskritierien insbesondere Familienspielern wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Des Weiteren existieren im Spiel unterschiedliche Aktionskarten. 3 Kartenarten mit jeweils einer schwachen und einer stärken Ausprägung (insgesamt 6 Karten). Eine Balance zwischen den starken und schwachen Karten wurde gut erreicht. Dies bedeutet, dass die starken Kartentypen nicht übermächtig sind und sich noch in einem angemessenen Verhältnis zu den schwächeren Kartenfunktionen verhalten, sodass ein rundes Kartenset entstanden ist.

Alles in allem funktioniert das Spiel,  jedoch ist aus den vielen Testpartien ersichtlich geworden, dass sich das Spiel nicht sehr inituitiv spielen lässt, enorm kleinteilig ist und der Spielablauf auf Grund dessen öfters arg zum Stocken kommt.

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Templar's Journey" ist ein klassisches "Area-Control-Game", in welchem man versucht, in diversen Gebieten die Mehrheiten zu erlangen und dadurch wiederum Sigpunkte zu generieren. Der Kartenmechanismus (mehrere Spieler spielen die gleiche Kartenart aus und werden sanktioniert) ist eine gelungene Idee und lehnt stark an das Spiel "Glassstraße" an. 

Als zusätzliches Element im Spiel ist die "Bewegung des Papstes" zu nennen. Die Figur des Papstes bewegt der Spieler entweder auf ein Plus- oder ein Minuszeichen (wenn möglich) und kann dadurch andersartig auf den Spielverlauf einwirken, wodurch der dieser eine frische Brise erhält.

Alles in allem ist jedoch zu resümieren, dass das vorliegende Spiel nicht mit allzu innovativen Ideen glänzt, sich jedoch durch den Kartenmechanismus und der Bewegung des Papstes von standartisierten "Area-Control-Spielen" in gewisser Hinsicht abgrenzt.

                                                           4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Templars's Journey" fanden die Testspieler ganz O.K! Gerade jüngere Spieler taten sich jedoch schwer, den unterschiedlichen Wertungen und Karteneffekten zu folgen, da das Spiel auf sehr kleinteiligen Mechanismen basiert. Durch kleinere Nuancen, die die Entwickler im Rahmen der Entwicklung gesetzt haben, z.B. durch den Kartenmechanismus oder der Bewegung des Papstes, gewinnt das Spiel jedoch an Fahrt. Nichtsdestotrotz ist eindeutig zu sagen, dass die Spieler allesamt nicht das Gefühl hatten, dass mit diesem Spiel die Brettspielszene (positiv) aus ihren Fugen gerät. Das Spiel beinhaltet spannenden Momente, wenn z.B. alle Spieler ihre Karten aufdecken und man darauf hofft, dass die Mitspieler nicht die gleiche Kartenart ausgewählt haben, wie man selbst. Auch sind taktische Optionen möglich, wobei es schwer ist, langfristige Ziele zu verfolgen, da sich die Begegebenheiten auf dem Spielplan durch die Mitspieler jederzeit extrem verändern. Diesbezüglich existiert sogar die Möglichkeit, Wertungen in ihrer zeitlich chronologischen Folge zu verändern, was ein recht gravierender Einschnitt ist, es jedoch auf diese Weise Spaß macht, Mitspielern in die Quere zu kommen. Auf der anderen Seite kann man in diesem Punkt anführen, dass es doch ziemlich ärgerlich ist, dass man nur mit sehr viel Glück seine geplanten Vorhaben durchzuführen kann, da sich die Begebenheiten zu schnell und zu gravierend verändern.

Letztlich kommt es auf den Spielertypen an, ob man es mag, sich spontan auf komplett neue Situationen anzupassen. Des Weiteren ist es auch sehr Spielertyp abhängig, ob man damit leben kann, wenn mehrere Mitspieler sich gegen einen Spieler verschwören und immer wieder dessen Figuren aus den Städten entfernen. Demzufolge ist "Templar's Journey" sehr spezifisch und ziemlich an die Zielgruppe gebunden. Es ist ein taktisches Spiel, dass die Testspieler nicht herausragend, aber solide fanden!

                                                          3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP des vorliegenden Spiels liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer sehr guten Qualität und die optische Aufmachung konnte mit kleineren Abstrichen ebenso überzeugen. Die Mechanismen funktionieren, konnten jedoch auf der Basis der sehr kleinteiligen Abläufe nicht ganz der Zielgruppe entsprechen. Des Weiteren enthält "Templar's Journey" einige schöne Einfälle, jedoch ist im Hinblick auf das Große und Ganze kein weltbewegender Mechanismus auszumachen, denn das Spiel unterscheidet sich nur in kleinsten Nuancen von anderen Spielen dieser Art.

Diese Neuheit von "Queen Games" hat seine spannenden Momente und man muss sich in die anderen Spieler hineinversetzen, um zu verstehen, was deren zukünftige Absichten sein können. Der Ablauf befindet sich in einem ständigen Fluss und es sind diesbezüglich eher taktische anstatt langfristig strategische Durchführungen möglich. Definitiv hat das Spiel seine Momente, doch alles in allem bleibt es auf einer durchschnittlichen Ebene.

                                                          3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Templar's Journey", wenn du...

 

- ein Fan von "Area-Control-Spielen" bist

 

- es magst, wenn der Spielplan eine Karte darstellt und du auf dieser taktisch deine Truppen platzierst bzw. bewegst

 

 

Lasse die Finger von "Templar's Journey", wenn du...

 

- ein strategisches Spiel spielen möchtest, das dir langfristige Strategien ermöglicht

 

- es nicht magst, dass sich Spielbegebenheiten schlagartig gravierend verändern können

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!