Review: "Targi" von Andreas Steiger

Fakten

Autor: Andreas Steiger

Spieleranzahl: 2

Verlag: Kosmos 

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2012

Preis: UVP 15,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Männliche Angehörige des Wüstenvolks der Tuareg werden Targi genannt. Als Stammesführer handeln sie mit Waren aus Nah und Fern wie Datteln, Salz und Pfeffer, um an begehrte Goldmünzen und Vergünstigungen zu kommen. Ein neues spannendes Abenteuer in der Tradition der "KOSMOS" Spiele für 2.

Als Anführer eines Tuareg-Stammes versuchen die Spieler ihren Stamm zu vergrößern. Nur über die Warenkarten kommt man an die begehrten Stammeskarten, die Vergünstigungen und am Ende Siegpunkte einbringen. Dafür müssen die Spieler sich die passenden Waren beschaffen, die Aktionsmöglichkeiten clever nutzen und immer etwas Gold in der Tasche haben. Wer nicht zum Händler geht, um zu tauschen, läuft Gefahr, dass ihm ein Mitspieler zuvor kommt. Aber vielleicht bringt ja eine Karawane die begehrten Waren? Wer zu lange wartet, verpasst unter Umständen die Chance für ein gutes Geschäft. Denn in der nächsten Runde locken wieder ganz andere Angebote. 

(Quelle: Kosmos Verlag) 


Hintergrundinformationen

 

Vor kurzem ist die Erweiterung zu "Targi" erschienen, zwar ein bisschen spät, aber besser als gar nicht ;). Zu diesem Anlass wird schon einmal ausführlich auf das Grundspiel eingegangen. Der Autor Andreas Steiger hat bisher "nur" "Targi entwickelt. Demnach ist es schon spannend zu sehen, wie sich dieses "Erstlingswerk" denn so spielt...


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von sehr guter Qualität! Die Figuren, Plättchen und Karten entsprechen einem hohen Qualitätsstandard. Dennoch ist es wirklich sehr schade, dass keine Spielübersicht für die Spieler zur Verfügung steht. Dies würde den Ablauf (vor allem in den Anfangspartien) erleichtern und explizit Gelegenheitsspielern wäre damit geholfen. Ansonsten alles Top!

                                                   5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen passen zu der Thematik, haben uns jedoch nicht unbedingt "umgehauen"! Die Farbtöne wurden angemessen gewählt und auch das illustrierte Setting stimmt. Nichtsdestotrotz wirkt die Aufmachung relativ "mechanisch" und es wäre diesbezüglich schön gewesen, wenn man anstatt bloße Symbole auf den Karten, wie z.B. Datteln, Pfeffer etc., richtige Szenen inszeniert hätte. Denn man fragt sich ja schon, warum man gerade auf diesen Feldern diese Ware erhält und welche Hintergrundgeschichte dahinter steckt. Folglich fehlte es den Testspielern an der illustrativ thematischen Einbettung. Ebenso sind kaum Variationen in den Illustrationen zu erkennen und man wünscht sich hier und dort kleinere Abwandlungen, die die Liebe zum Detail zum Ausdruck bringen. 

                                                3,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert "Targi"?

 

In jeder Runde setzten die Spieler abwechselnd ihre drei Targi-Figuren auf die Randfelder. Im Kreuzungspunkt von zwei Figuren wird am Ende der Aktionsphase jeweils ein Stammesmarker gesetzt. Folglich werden sowohl die Aktionen ausgeführt, die sich durch die Targi-Figuren ergeben (die Karten, auf denen die Figuren platziert werden, stellen Aktionen dar) als auch die, die durch die Stammesmarker entstehen. Demnach ist es möglich, wenn man sich natürlich nur geschickt ansttelt, in einer Runde fünf Aktionen durchzuführen (drei Targi-Figuren/ zwei Stammesmarker).

Beim Platzieren der Targi-Figuren sind folgende Punkte zu beachten:

- Die Figur darf nicht gegenüber einer gegnerischen Targi-Figur gestellt werden.

- Sie darf nicht auf das Feld gestellt werden, auf dem der Räuber steht.

- Sie darf nicht auf ein Eckfeld gestellt werden. Die Eckfelder dienen lediglich zur Abgabe von Waren sowie Siegpunkten, wenn der Räuber auf diese Felder zieht. Denn nach jeder Runde wird der Räuber ein Feld weiterbewegt. Wird der Räuber auf ein Eckfeld bewegt, sind Abgaben zu leisten. 

 

Es existieren 2 Kartensorten: die Stammeskarten und die Warenkarten. Die Warenkarten generieren Waren und Gold und die Stammeskarten legt man sich in seine Auslage, da diese Siegpunkte und diverse Effekte mit sich bringen. Nicht nur die abgebildeten Siegpunkte auf den Stammeskarten werden am Spielende gezählt, nein auch auch die gebildeten Reihen der eigenen Auslage, die aus Stammeskarten bestehen, fließen in die Endwertung mit ein. Eine Reihe der eigenen Auslage besteht aus vier Stammeskarten und vier Stammeskarten mit den gleichen Symbolen bringen vier Siegpunkte extra, wobei vier unterschiedliche Symbole zwei Siegpunkte am Spielende generieren.

 

Das Spiel endet, wenn der Räuber das 16 Randfeld erreicht hat (demnach das vierte Feld "Überfall" erreicht wurde) oder wenn ein Spieler seine zwölfte Stammeskarte in seine eigene Auslage ausgelegt hat. 

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Mechanismen funktionieren hervorragend! Die Abläufe sind wirklich gut durchdacht worden und die verschiedenen Aktionen wurden reibungslos miteinander verknüpft. Es ist möglich, auf unterschiedlichen Wegen Siegpunkte zu erhalten und es sind recht wenig Glückselemente im Spiel vorhanden. Des Weiteren stehen die Effekte und Siegpunkte der Stammeskarten in einem guten Verhältnis zu ihren Kosten. "Targi" besteht zwar nicht aus hochkomplexen Abläufen, dennoch bietet es definitiv Freiräume für Grübler und Denker. Das Spiel wurde sehr gut konzipiert!

                                                6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Targi" tritt sehr leichtfüßig, frisch und elegant auf! Gerade der "Platzierungsmechanismus" konnte definitiv überzeugen und ist eine gelungene Idee. Die Aktionen, die um den "Platzierungsmechanismus" aufgebaut wurden, wirken dementgegen gewöhnlich. Alles in allem bietet "Targi" im Kontext eines 2-Spieler-Spiels ein sehr individuelles Spiegefühl, das nicht in einem gewöhnlichen Setting auftritt!

                                                4,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Targi" macht mit Sicherheit Spaß und ist definitiv zu empfehlen! Es bietet einen relativ leichten Einstieg, aber eine strategische Tiefe, die für Grübler und Strategen interessant sein könnte. Gerade im Format "2-Spieler" sticht dieses Spiel hervor und wurde hervorragend auf diese Personanzahl abgestimmt. Die Dauer wurde mit einer Stunde angegeben, die auch erfüllt wird. Manchen Testspielern kam die Spieldauer etwas zu lang vor, was damit begründet wurde, dass ein 2-Personen-Spiel einen "knackigen" zeitlichen Rahmen haben sollte, aus dem "Targi" etwas heraussticht. Nichtsdestotrotz ist ein Wiederspielreiz gegeben, da sich die Karten in der Mitte des Spielfeldes in einem ständigen Wechsel befinden und so auch Variabilität stets gegeben ist. Ein tolles Personen für 2 Spieler!

                                                 5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Targi" liegt bei 15,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von hervorragender Qualität, eine Spielübersicht wäre jedoch ein Muss gewesen. Die Illustrationen sind gut, aber nicht herausragend. Weiterhin ist zu sagen, dass die Mechanismen perfekt funktionieren und der "Platzierungsmechanismus" der Figuren eine sehr gelungene Idee ist. "Targi" macht viel Spaß und erlaubt auch Strategien und Vorgehensweisen, wobei man immer auf der Hut sein sollte, da der Mitspieler einem immer mal ganz gerne in die Quere kommen kann! In Relation zu dem Preis ist folgende Bewertung abzugeben.

                                               4,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Tarrgi", wenn du...

 

- ein hervorragendes 2-Personen-Spiel spielen willst, das sehr eigen ist und einwandfrei funktioniert.

 

- ein Spiel zum Grübeln haben willst.

 

- dir grundsätzlich Spiele für 2 Spieler kaufst.

 

 

Lasse die Finger von "Targi", wenn du...

 

- überhaupt keine Glückselemente im Spiel haben willst.

 

- dir ein sehr thematisches Spiel anschaffen möchtest. Das ist "Targi" eher nicht so.

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung aufgerundet!