Review: "Skibe" von Arve D. Fühler

Fakten

Autor: Arve D. Fühler

Spieleranzahl: 3-5 

Verlag: Huch & friends

Spieldauer: 20 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 14,99 Euro


Spielbeschreibung

 

In Skibe schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Stammesoberhaupts zu Zeiten von Erik dem Roten. Dieser hat den Bau von Schiffen in Auftrag gegeben, um die mutigsten Wikinger nach Grönland zu schicken. Die Spieler zimmern Langschiffe, statten diese mit Proviant und Ausrüstung aus und versuchen möglichst viele Wikinger des eigenen Stammes an Bord zu bringen. Hält das Schiff der Inspektion durch alle Stammesoberhäupter stand? Und welcher Clan ist am Ende am Stärksten auf allen Schiffen vertreten?

(Quelle: huch & friends)


Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Arve D. Fühler konnte sich bereits mit Spielen, wie z.B. "El Gaucho" und "Pagoda" als erfolgreicher Autor in der Brettspiellandschaft etablieren. Demnach erwarteten viele Spieler und Spielerinnen  sowie Rezensenten sein neues Familienspiel "Skibe". Ob es was taugt, wird euch der vorliegende Bericht zeigen. Seid gespannt! ;)


Spielmaterialien

 

"Skibe" besteht überwiegend aus Karten und einigen Holzmarkern. An den Materialien gibt es kaum etwas auszusetzen und der Verlag Huch & friends glänzt erneut mit qualitativ hochwertigem Material. Es ist aber wirklich schade, dass kein Wertungsblock mitgeliefert wurde, was bei einem solchen Spiel (mit vielen Zwischenwertungen) mittlerweile obligatorisch ist. Ansonsten kann man nichts an den Materialien bemängeln. Top!

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Illustrationen

 

Die Illustrationen wurden von der fiore GmbH angefertigt. Das Unternehmen war u.a. auch für die optische Umsetzung des Spiels "Schmuggler" vom Kosmos Verlag (2016) verantwortlich. Uns hat die Aufmachung ganz ordentlich gefallen, aber definitiv nicht "umgehauen". Es ist schön zu sehen, dass jeder Spieler unterschiedliche Häuptlingskarten bekommt, auf denen verschiedene Häuptlinge abgebildet sind. Ebenso wurde bei den Vikingerkarten in einem bestimmten Rahmen auf Variabilität gesetzt, was gut gelingt, jedoch noch etwas ausgebaut hätte werden können, da das Gesamtbild letztlich dann doch eintönig daherkommt. Optische Variationen, wie z.B. unterschiedliche Schiffe etc., hätten sicherlich für mehr Abwechslung beigetragen. Dennoch eine gute optische Umsetzung des Spiels!

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Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel in seinen groben Zügen?

 

Grundsätzlich besteht das "Skibe" aus:

Wikingerkarten: der mittlere Teil des Schiffes, auf dem Wikinger abgebildet sind. Ebenso sind farbige Schilde auf den Wikingerkarten dargestellt, der im Spiel sehr relevant sind. 

Häuptlingskarten: jeder Spieler erhält ein Set aus Häuptlingskarten. Diese Karten haben unterschiedliche Effekte

Heckkarten: jeder Spieler erhält zwei Heckkarten. Diese symbolisieren den Schlussteil eines Schiffes und lösen Wertungen aus.

 

Es liegt immer eine offene Auslage von drei Wikingerkarten aus, auf denen Schilde abgebildet sind.

Weiterhin werden in der Tischmitte zu Beginn des Spiels drei Bugkarten ausgebreitet, an die jeweils zwei Wikingerkarten (Mittelteil des Schiffes) ausgelegt werden. 

 

Wenn man am Spielzug ist, hat man zwei Möglichkeiten:

 

a) An einem Schiff weiterbauen und ein Schiff mit Ladung bestücken

 

Wähle eine der drei Wikingerkarten aus der offenen Auslage oder ziehe die oberste Karte vom Nachziehstapel. Lege diese Karte an eines der drei Schiffe an. Die Wikingerkarten machen immer den Mittelteil des Schiffs aus.

Beachte: Lege immer rechts an bereits ausliegende Wikingerkarten. Ist die maximale Anzahl an Wikingerkarten (bei vier Spielern max. sechs Wikingerkarten) erreicht, darfst du keine weitere Wikingerkarte mehr an das Schiff anlegen.

Weiterhin musst du ein Schiff mit Ladung bestücken: Nachdem du an einem Schiff weitergebaut hast, musst du anschließend ein beliebiges Schiff mit Ladung bestücken. Dazu setzt du den geforderten Stein ein, der auf der gerade von dir gelegten Wikingerkarte abgebildet ist. 

 

Es gibt zwei Symbole, die auf den Wikingerkarten abgebildet sind und die dich auffordern Spielsteine zu setzen:

 

Proviant (braune Steine): Setze einen Proviantstein auf eine Bugkarte (Anfangsbereich) eines beliebigen Schiffes. Solange noch Proviantsteine im Vorrat sind, musst du einen Stein aus dem Vorrat nehmen. Sind alle Proviantsteine bereits auf den Karten platziert, versetzt du einfach einen Proviantstein von einer Bugkarte auf eine andere Bugkarte.

 

Ausrüstung (schwarze Steine): hier gilt das gleiche wie bei den Proviantsteinen, außer dass du diesen Stein auf eine Wikingerkarte (Mitte des Schiffes) legst. Zudem darfst du nur auf eine Wikingerkarte eine Ausrüstung legen, die ein anderes Schild zeigt als das auf deiner zuletzt gelegten Karte!

 

Häuptlingskarte anlegen (optional):

Nachdem du eine Wikingerkarte angelegt und ein Schiff mit Ladung (Ausrüstung/Proviant) bestückst hast, darfst du genau einen Häuptling aus deiner Hand spielen.

Wichtig: lege den Häuptling an ein beliebiges Schiff und es darf immer nur eine Häuptlingsaktion einer Art auf einem Schiff vertreten sein.

 

 

b) Heckkarte anlegen und Wertung auslösen

 

Hat ein Schiff die max. Anzahl an Wikingerkarten erreicht, kannst du das Schiff nicht mehr um eine Wikingerkarte verlängern, sondern nur noch eine Heckkarte anlegen (auch vorher, mind. drei Wikingerkarten).

 

Wertung:

1) Alle Häuptlingskarten werden auf dem Schiff gewertet. Somit treten nun ihre Spezialfähigkeiten in Kraft, wie z.B. Proviant- bzw. Ausrüstungssteine versetzen, Karten austauschen u.s.w.

2) Nun erfolgt die Punktewertung des Schiffs: Siegpunkte = (Schilde der eigenen Spielerfarbe + Ausrüstungssteine mit eigenen Schilden) x Proviantsteine des zu wertenden Schiffs.

3) Alle Wikinger- und Häuptlingkarten des Schiffs kommen auf die Ablagestapel. 

 

Wann endet das Spiel?

 

Wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist und die letzte Wikingerkarte aus der offenen Auslage an ein Schiff angelegt wurde, kommt es sofort zur Schlusswertung. Es werden von oben nach unten alle Häuptlingsaktionen auf den jeweiligen Schiffen durchgeführt. Die Punkte für alle drei Schiffe werden errechnet. Final werden alle Punkte der Zwischenwertungen mit der Schlusswertung zusammengezählt und der es kristallisiert sich der Sieger heraus.

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Abläufe des Spiels sind wirklich gut durchdacht und glänzen mit klarer Struktur. Die Wertungen setzen sich aus plausiblen Elementen zusammen, auf die man gut Einfluss nehmen kann. Doch auch die Gegner können der eigenen Vorgehensweise z.B. mit Spezialfähigkeiten der Häuptlinge, vorzeitig ausgelösten Wertungen und bereits besetzten Schiffen gut und gerne mal in die Quere kommen. Aus diesem Grund ist mit Sicherheit zu sagen, dass das interaktive Element sehr optimal in das Spiel implementiert wurde und hervorragend in dieses Famlienspiel passt. Des Weiteren sind durch die nachgelegte offene Auslage oder dem verdeckten Nachziehen Glückselemente gegeben, die sich ebenfalls toll in diese Spielkategorie einfügen und es bereichern. Denn Familienspiele leben meist von Glückselementen, die sich in "Skibe" in einem sehr angemessenen Rahmen befinden und nicht ausufern. Es gibt hinsichtlich der Mechanismen nichts zu kritisieren und Lob auszusprechen!

                                                     6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Bereits die erste Partie hat verdeutlicht, dass "Skibe" kein ungemein innovatives Spiel ist und es sich nicht wirklich einzigartig spielen lässt. Viele Abläufe hat man gefühlt schon mal gesehen oder gespielt und auch die Thematik sowie die Spielatmosphäre kann auch nicht als wirklich eigen bezeichnet werden. Zwar hat der Autor einige kleinere Abläufe in das Spielgeschehen integriert, gleichwohl lässt das Gesamtgeschehen nicht einen stark individuellen Spieleindruck aufkommen. 

                                                       2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Skibe" ist ein solides Familienspiel! Es macht Spaß, den Mitspielern mit den Häuptlingsaktionen in die Quere zu kommen und sich stets darüber Gedanken zu machen, welche Karte man auf welches Schiff legen soll, um die bestmögliche Wertung zu erreichen. Die Spieldauer ist angemessen und es spricht nichts dagegen, auch mehrere Partien am Stück zu spielen. Ebenso konnten sich Kinder mit Leichtigkeit in das Spielgeschehen hineindenken, wodurch die passende Kategorisierung als Familienspiel unterstrichen wird. Dennoch ist anzumerken, dass sich das Spiel nicht individuell und innovativ anfühlt und sich somit auch die Begeisterungsstürme in Grenzen halten. "Skibe" ist ein nettes Spiel, dass man Spielen kann, aber kein "Must-Have" ist. Dafür fühlt es sich dann doch zu "standardmäßig" an und der "Wow-Effekt" bleibt leider aus.

                                                      3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Skibe" liegt bei 14,99 Euro. Die Spielmaterialien sind hochwertig und die Mechanismen funktionieren einwandfrei. Im Rahmen von Innovationen ist zu bemängeln, dass das Spiel keine wirklich herausstechenden Charakteristika hat und zu "normal" auftritt. Dies wirkt sich wiederum auf den Spielspaß aus, der sich im soliden Bereich befindet. Alles in allem ist folgende Bewertung angebracht.

                                                      3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

 

Kaufe dir "Skibe", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das du mit der ganzen Familien spielen kannst.

 

- ein Kartenspiel haben willst, das sehr interaktiv ist und sich wirklich gut als zügiges sowie einfaches Familienspiel bezeichnen lässt.

 

- ein Spiel kaufen möchtest, in dem sich die Spieler des Öfteren in die Quere kommen.

 

 

Lass die Finger vom Spiel und gucke die Serie "Vikings", wenn du...

 

- ein sehr innovatives Kartenspiel suchst.

 

- keine Lust mehr auf Zwischenwertungen im Spiel hast ;) und sagst, dass nur die Endwertung das einzig wahre Wertungssystem darstellt.

 

 

* Danke an alle Testspieler

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet.