Review: "Quadropolis" von Francois Gandon

Fakten

Autor: Francois Gandon

Spieleranzahl: 2-4 

Verlag: Asmodee

Spieldauer: 30-60 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 44,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Nach einem harten Arbeitstag bewunderst du deine Stadt mit einem Blick aus dem Fenster deines Büros. Die meisten Bürger sind zu dieser Zeit auf dem Weg nach Hause, zu den Hochhäusern, die du direkt gegenüber siehst. Manche schlendern hingegen mit ihren Kindern durch die Parks, während andere das neu eröffnete Einkaufszentrum besuchen. Neben dem Hafen in der Ferne siehst du Rauch aus den Schornsteinen der Fabriken emporsteigen. Es scheint, als würde deine Stadt niemals schlafen …

In Quadropolis™ übernimmt jeder von euch das Amt des Bürgermeisters einer modernen Stadt. Dabei gilt es mit der richtigen Planung und Strategie die Bedürfnisse der Einwohner zu berücksichtigen und so die Konkurrenz auszustechen. Nutzt eure Architekten, um die verschiedenen Gebäude zu errichten. Der Clou: Am Spielende wird jeder Gebäudetyp unterschiedlich gewertet.

Wer von euch wird die Herausforderung meistern und der erfolgreichste Bürgermeister in der Geschichte von Quadropolis werden?

(Quelle: Asmodee)


Hintergrundinformationen

 

Der Verlag "Asmodee" hat das Spiel "Quadropolis" von "Days of Wonder" hier bei uns in Deutschland veröffentlicht. Auf der Homepage von "Days of Wonder" wurde ein sehr interessanter Trailer zum Spiel veröffentlicht, der hier definitiv aufgezeigt werden muss und der gleichsam schon einmal einen Überblick über den Ablauf bietet:

Weiterhin ist auf der Seite von "Days of Wonder" ein Autorenprofil von Francois Gandon zu finden, der wie folgt lautet:

François ist ein waschechter Pariser und eine durchaus angesehene Persönlichkeit (so sagt er jedenfalls). Tagsüber arbeitet er als Finanzberater, aber des Nachts (oder wenn man ehrlich ist, eher am Wochenende) gibt er sich ganz dem Erfinden von Spielen hin und bringt damit seiner Familie und seinen Freunden jede Menge Spaß und Freude (oder auch Verzweiflung). Denn diese kommen immer als Erste in den Genuss, seine Prototypen testen zu dürfen.

Bereits in seiner Kindheit war er ein begeisterter Brettspieler, entdeckte diese Welt als Erwachsener aber erst wieder neu für sich, als seine Tochter ins „Spiele-Alter” kam. Seitdem hat er eine ansehnliche Sammlung an Brettspielen aufgebaut und nötigt seine Freunde zu regelmäßigen Spieleabenden. Dabei gibt er die Hoffnung nicht auf, dass auch sie eines Tages Spieleabende nicht mehr als seltsames Freizeitvergnügen betrachten werden.

François mag jede Art von Spielen – vorausgesetzt, sie sind gut. Aber mittlerweile hat ihn die Lust verlassen, sich mit Spielen zu befassen, die 4 Stunden oder länger dauern.

Augenmerk liegt eher auf Spielen, die einen klaren Rahmen und ausgeprägte Mechanismen haben, die man von Partie zu Partie erforschen kann, um Strategien und Taktiken zu verfeinern und zu verbessern.

Natürlich hofft er, dass Quadropolis seinen eigenen Kriterien gerecht wird. Mit dem Spiel verwirklicht er außerdem auch einen Kindheitstraum: Seine ganz eigene Stadt zu errichten. Ein Projekt, das sich fraglos in einem Brettspiel leichter erreichen lässt als im echten Leben!

(Quelle: Days of Wonder)


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien zeugen von enorm hoher Qualität! Die Plättchen, von denen nicht gerade wenig vorhanden sind, wirken sehr stabil hinterlassen einen hervorragenden Eindruck. Zu den Spielsteinen sowie Spiefiguren ist zu sagen, dass diese optisch wie auch haptisch auf ganzer Linie überzeugen. Lob ist auch bzgl. des Schachtelinlays auszusprechen, das eine hervorragende Systematisierung aller Spielmaterialien erlaubt. Schade ist es ein wenig, dass die Spielertableaus nicht aus fester Pappe, sondern aus biegbarem Material bestehen. Ansonsten wurde hier im Rahmen der Materialien sehr vorbildlich gearbeitet! Weiter so!

                                                5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen von "Quadropolis" wissen zu gefallen! Das Spiel wurde komplett in einer "Computer-Spiel-Grafik" gehalten, die durchaus individuell wirkt. Es wurde mit prägnanten wie auch leuchtenden Farben gearbeitet, die das Thema unterstützen und gerade im vorliegenden Spiel für eine gewisse Übersicht und Differenzierung sorgen. Spätestens beim zweiten Blick wird jedoch klar, dass die Lebendigkeit bzw. das Leben einer Stadt nicht gut genug zur Geltung kommt und das optische Gesamtkonzept etwas starr wirkt. Man merkt als Betrachter schnell, dass das Spiel eine lustige Optik erzeugen will, was u.a. auch durch den Trailer (s.o) unterstrichen wird. Dieser Humor wurde jedoch nicht stringent in die Aufmachung implementiert, was zum Gesamtkonzept hervorragend gepasst hätte. Dies könnten lustige Details auf diversen Plättchen sein etc.

Alles in allem kann man jedoch resümieren, dass sich die Aufmachung von dem Durchschnitt abhebt und den Testspielern gefallen hat.

                                              4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert "Quadropolis" im Groben? (Dabei ist in eine "Classic" und in eine "Experten-Variante" zu unterscheiden.

 

Classic-Variante:

Grundsätzlich nimmt sich jeder Spieler Gebäude von der allgemeinen Auslage und platziert diese effektiv auf seinem eigenen Spielertableau. 

 

Phasen: 

1) Ein Gebäude von der Baustelle nehmen:

Wähle eine Reihe oder Spalte der Baustelle (allgemeines Spielfeld) und lege einen deiner Architekten daneben. Dabei gilt:

Du darfst deinen Architekten nicht auf einen anderen Architekten legen.

Dein Architekt darf nicht auf den Stadtplaner zeigen (schwarze Figur).

Die Nummer des Architekten bestimmt, aus welcher Reihe oder Spalte du das Gebäude für deine Stadt nehmen musst. Legst du z. B. deinen Architekten #3 neben die 4. Reihe, nimmst du das Gebäude aus der 3. Spalte dieser Reihe. 

 

2) Den Stadtplaner versetzen

Danach versetzt du den Stadtplaner (schwarze Figur) auf das durch deinen Architekten bestimmte Feld, unabhängig davon, ob du ein Gebäude nehmen konntest oder nicht. 

 

3) Das Gebäude errichten

Du darfst das genommene Gebäude

entweder auf einem freien Feld in der Reihe, oder auf einem freien Feld in der Spalte errichten, die der Nummer deines genutzten Architekten entspricht. Demzufolge muss die Nummer deines Workers (Architekten) gleich mit der Nummer des Bereichs sein, in der du das Gebäude legst!

 

Manche Gebäude (wie z. B. Hochhäuser) dürfen aufeinander gestapelt werden. In solchen Fällen gelten vorhandene Gebäude dieses Typs als freie Felder, wenn die Reihe oder Spalte des vorhandenen Gebäudes oder die gewünschte Ebene der Nummer des genutzten Architekten entspricht.

 

4) Ressourcen des Gebäudes erhalten

Nimm so viele Einwohner und/oder Energiemarker aus dem Vorrat, wie oben links auf dem errichteten Gebäude abgebildet sind. Du wirst beides benötigen, um deine Gebäude zu aktivieren, damit sie dir am Spielende SP einbringen. 

 

Wichtig ist, dass man Energiemarker (rote Marker) und Bewohner (blaue Figuren) durch Plättchen generiert und diese dann wiederum bestmöglich auf die unterschiedlichen Gebäudeplättchen verteilt, um diese zu aktivieren und somit am Spielende Siegpunkte zu generieren. Übrig gebliebene Marker und Figuren, die nicht auf Gebäudeplättchen verteilt werden konnten, bringen nämlich am Ende des Spiels Minuspunkte. Die unterschiedlichen Gebäudearten generieren auf verschiedene Weisen Siepunkte: Zum Beispiel sollte man Häfen in einer Reihe oder Spalte platzieren, oder so viele Bewohner (blaue Figuren) wie möglich auf die Geschäftsgebäude legen etc.

 

Wie sind denn nun die Mechanismen?

 

Die Spielmechanismen funktionieren grandios! Die vielen Wirkungsweisen der Gebäude wurden perfekt miteinander verzahnt und "Quadropolis" ist sicherlich sehr durchdacht und ausgereift. Der Auswahlmechanismus funktioniert einwandfrei und ist überhaupt nicht zu kritisieren. Eine Vielzahl an Testpartien zeigt auf, dass man mit unterschiedlichen Strategien gewinnen kann, was dafür spricht, dass die vorliegenden Mechanismen gut austariert wirden. Die Stadt, die man am Spielende errichtet hat, bringt ein Gesamtwerk hervor, das nur so vor Synergieeffekten strotzt. Respekt für diese Entwicklungsarbeit!

                                             6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Von der Thematik her ist eine "Städtebau-Simulation" kaum etwas Weltbewegendes mehr, da bisher viele Spiele um dieses Thema herum aufgebaut wurden. Nichtsdestotrotz wirkt der Auswahlmechanismus der Plättchen und gleichsam auch der Legeprozess, der direkt mit der Auswahl gekoppelt ist, erfinderisch und neuartig. Auch der Umsand, dass Plättchen erst aktiviert werden müssen, damit diese am Spielende gewertet werden können, ist eine gute Idee. Natürlich verleiht die quadratische Aufmachung der Stadt "Quadropolis" ein ganz bestimmtes wie auch individuelles Gesamtbild. Super!

                                               4,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Quadropolis" macht definitiv Spaß und hat einen enorm hohen Wiederspielreiz, da man unterschiedichste Bau-Strategien verfolgen kann, die allesamt sehr lukrativ sind. Auch die Auswahl zwischen der Variante "Classic" "Experte" ist gelungen und lässt eine gewisse Abwechslung ins Spiel einfließen. Sowohl Viel- als auch Gelegenheitsspieler konnten sich des Spiels erfreuen, da es leicht zu erlernen ist, jedoch sehr tiefgründig und strategisch sein kann. Wirklich ein tolles Spiel!

                                                 5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Quadropolis" liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von extrem guter Qualität und das Inlay der Schachtel ist definitiv vorbildlich! Die Mechanismen funktionieren einwandfrei und kreative Einfälle sind ebenso zu erkennen. Die Illustrationen sind gelungen, es wäre jedoch noch ein bisschen Luft nach oben gewesen. Alles in allem macht "Quadropolis" viel Spaß und kann sowohl Viel- als auch Gelegenheitsspielern wärmstens ans Herz gelegt werden!

                                                 5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Quadropolis", wenn du...

 

- ein Spiel haben willst, das mit sehr qualitativen Spielmaterialien punktet.

 

- ein Spiel mit Thema "Städtebau" spielen willst, das sehr individuell ist

 

- nach einem Brettspiel suchst, das einen leichten Einstieg hat, jedoch auch Strategien erlaubt.

 

 

Lasse die Finger von "Quadropolis", wenn du...

 

- grundsätzlich mit einem "Siegpunkte-Salat" am Spielende nichts anfangen kannst.

 

- dem Thema "Städtebau" überhaupt nichts abgewinnen kannst.

 

- eine Abneigung gegen quadratische Formen hast. Dann bist du bei "Quadropolis" an der ganz falschen Stelle ;)

 

* Danke an alle Testspieler!