24.01.18

Review: "Nusfjord" von Uwe Rosenberg

Fakten

Autor: Uwe Rosenberg

Spieleranzahl: 1-5

Verlag: Lookout Games

Spieldauer: 20 Minuten pro Spieler

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 52,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Nusfjord ist ein beschauliches Fischerdorf auf den Lofoten, einer Inselkette im nördlichen Norwegen. Noch vor 50 Jahren herrschte hier reges Treiben, wenn der Dorsch zum Laichen kam. Heute zählt der Ort keine 100 Einwohner mehr und präsentiert sich als Museumsdorf. Wenn ihr euch vor Augen führt, dass ihr allein dafür, dass ihr euch die Häuser ansehen dürft, Eintritt zahlt, könnt ihr euch vorstellen, wie malerisch schön es hier ist. Kreuzfahrtschiffe fahren die Küsten der langgezogenen, heute größtenteils verlassenen Inselwelt entlang. 

In der Zeit, in der dieses Spiel spielt, war das noch anders. Segelschiffe dominierten den Fjord. Die Felsen um Nusfjord herum, waren noch baumbewachsen. Das Holz ging, die Schönheit der Landschaft blieb. Wir hoffen, sie mit diesem Spiel auffangen zu können.

(Quelle: Lookout Games)


Hintergrundinformationen

 

"Nusfjord" wurde vom Autor Uwe Rosenberg entwickelt. Rosenberg, kennt man szenenweit, da er für erfolgreiche Titel, wie z. B. "Agricola", "Patchwork", "Le Havre" sowie für "Ein Fest für Odin" gesorgt hat. Mit "Nusfjord" spielt nach "Ein Fest für Odin" der zweite Titel im "skandinavischem Setting". Mal schauen, wie das Spiel abschneiden wird.


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer tollen Qualität! "Nusfjord" bietet viele Spielertableaus bzw. Spielbretter sowie Holzfiguren und Pappmarker. Die Materialien genügen höchsten Qualitätsansprüchen und es sind fast kaum zu bemängeln. Als einziger negativer Punkt ist anzumerken, dass die Spielerablage (eigener Vorrat) viel zu klein für das Aufbewahren der eigenen Rohstoffe ist und kaum optimal an das Spielsystem angepasst wurde. Ansonsten liefert "Nusfjord" gelungene Materialien!

                                                         5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen wirken definitiv frisch und stechen aus der Reihe der "Lookout Spiele" mit ihrer Andersartigkeit hervor. Der Illustrator hat darauf geachtet, Variationen in das Spiel zu implementieren, wie z. B. bei den Spielertableaus, Waldplättchen und Personenkarten, wodurch die Gesamtoptik aufgewertet wird. Alle Spielelemente wirken stimmig und rund illustriert. Als kritische Ausnahme sind die Gebäudekarten zu sehen, die lediglich mit Text ausgestattet wurden und keine Gebäudeabbildungen enthalten, was zur Folge hat, dass das zentrale Element des Gebäudebaus "entthematisert" wird und die gesamte Darbietung von "Nusfjord" atmosphärisch leidet. Ansonsten hat den Testspielern die bildliche Darbietung gut gefallen.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielmechanismus

 

Die Phasen sind (wie in fast allen "Rosenberg-Spielen") logisch strukturiert und bauen schlüssig aufeinander auf. Die Gebäudekarten wurden außerordentlich gut austariert und stehen in einer angemessenen Kosten-Nutzen-Relation. Zudem wurden die Aktionsfelder perfekt auf die verschiedenen Spielerzahlen angepasst. Ebenso ist der "Anteils-Mechanismus" gut in den Spielablauf eingebunden worden, wobei diesbezüglich anzumerken ist, dass dieser Mechanismus eher im Hintergrund agiert und nicht zentral ist, was dem Spielablauf gut tut und eine abwechslungsreiche Note verpasst. Gerade in der ersten Phase jeder Runde "Fangzeit" wird deutlich, wie gut die einzelnen Bereiche gut miteinander verwoben wurden. Man generiert Fische (Rohstoffe), verteilt diese auf verschiedene Bereiche, wobei sich das Verteilen je nach Bereich unterschiedlich auswirkt (manchmal darf man dann den Fisch in den eigenen Vorrat legen/in manch anderen Bereichen erhält der Mitspieler den Fisch) etc. 

Alles in allem funktioniert das Spiel einwandfrei und ist dem "Kennerspiel-Bereich" zuzuordnen. Eine mechanisch einwandfreie Leistung des Autors hinsichtlich der Entwicklungsarbeit liegt definitiv vor!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Nusfjord" ist ein typischer "Rosenberg"! Spielerisch und auf der Gefühlsebene kann nicht von einer großartigen Innovation gesprochen werden. Der Autor ist ja bekannt dafür, dass er in vielen Spielen seine bereits benutzten Mechanismen aufgreift, was er auch im vorliegenden Produkt gemacht hat. Wer bereits einige Spiele von Uwe Rosenberg gespielt hat, sollte keine großen innovativen Sprünge erwarten. Dennoch wurden kleinere Einfälle in den Ablauf integriert, wie z. B. der "Anteils-Mechanismus" oder die Verteilung der Fische in der "Fangphase". Aber im Großen und Ganzen wirkt das Spiel kaum kreativ und wie eine Neuauflage von Rosenbergs älteren Spielen. Schade!

                                                           2 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Wer ein Fan von "Rosenberg-Spielen" ist, der wird "Nusfjord" ebenso mögen, sofern keine großen Innovationen erwartet werden. Die Testspieler empfanden das Spiel als solide und wurden jedoch im Großen und Ganzen in ihren Erwartungen enttäuscht. Das Spiel fühlt sich an wie viele bisherige Spiele des Autors und es fehlt klar der innovative "Kick", der einen gewissen Reiz im Spielgeschehen ausgelöst hätte. Viele prägnante Elemente wie z. B. die Spielertableaus oder die möglichen Aktionen fußen auf bisherigen Titeln und die Testspieler waren sich einig, dass "Nusfjord" deshalb kein Pflichtkauf ist, zumal es sich auf der emotionalen Ebene genauso anfühlt wie viele weitere "Rosenberg-Spiele". Der Entwickler griff auf etliche Elemente zurück, was in der aktuellen Brettspielbranche bei so vielen tollen Ideen und kreativen Abläufen sehr negativ auffällt. Auch das Thema bleibt sehr stark im Hintergrund und der Bereich der "Anteile" im Hinblick auf Fischbetriebe, wirkt leider auch sehr gekünstelt.  

                                                           2 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Nusfjord" liegt bei 52,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer außerordentlich guten Qualität, das Tableau für den eigenen Vorrat ist jedoch etwas zu klein geraten. Die Illustrationen wirken frisch und das Thema wurde ansprechend optisch umgesetzt. Rosenberg hat es geschafft, ein mechanisch einwandfreies Spiel zu entwickeln, welchem es leider definitiv an Innovationen und Kreativität fehlt. Im Rahmen des Spielspaß war das Spiel o.k., denn es funktioniert zwar, hebt sich aber kaum von vielen anderen "Rosenberg-Spielen" ab und kann keine prägnanten individuellen Merkmale aufweisen. 

                                                          3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Nusfjord", wenn du...

 

- ein großer Fan von den Spielen von Uwe Rosenberg bist. Dieses Spiel wird die gleiche Atmosphäre erzeugen wie bei vielen anderen "Rosenberg-Spielen"

 

- ein Fan von "Worker-Placement-Spielen" bist. "Nusfjord macht mechanisch in diesem Bereich alles richtig

 

 

Lasse die Finger von "Nusfjord", wenn du...

 

- ein "Rosenberg-Spiel" sucht, das innovativ und kreativ ist und sich von sehr von seinen anderen Spielen abgrenzt

 

 

*Danke an alle Testspieler

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!