Review: "New York 1901" von Chenier la Salle

Fakten

Autor: Chenier La Salle

Spieleranzahl: 2-4 

Verlag: Huch & friends

Spieldauer: 30-60 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2015

Preis: UVP 39, 95 Euro


Spielbeschreibung

 

Errichte dein Imperium! 

Spiele die Entstehung des mondernen New York City nach mit den historischen Jahren, die es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Baue größere und höhere Wolkenkratzer auf den berühmtesten Straßen von Manhattan. Wer nimmt die Herausforderung an und hilft dabei, die größte Immobilien Metropole aufzubauen.

(Quelle: Huch & friends)


Hintergrundinformationen

 

Der Autor Chenier La Salle hat mit seinem Brettspiel "New York 1901" sein Debüt in der Brettspiellandschaft hingelegt. Mit an Board ist der erfolgreiche Illustrator Vincent Dutrait, der bereits etlichen erfolgreichen Brettspielen seinen "Pinselstrich" verliehen hat. Ob diese "Kombo" eine gutes Gesamtpaket hervorgebracht hat, wird der weitere Verlauf des Berichts zeigen. 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von herausragender Qualität! Die Plättchen, Figuren, Karten wie auch der Spielplan sind allesamt robust und   hochwertig. Vor allem das Inlay bietet angenehme Möglichkeiten des Verstauens, sodass alle Materialien  systematisch ihren Platz in der Schachtel haben. Lediglich der Umstand, dass man bei dem Spiel nicht in die Höhe baut, sondern Plättchen hinlegt und das Thema "Bauen von Wolkenkratzern" ist, lässt erkennen, dass die Materialien nicht perfekt in die Thematik eingegliedert wurden. Hinsichtlich dieses Aspektes wären Optimierungen möglich, um die thematische Atmosphäre zu verdichten. 

Alles in allem trotzdem eine sehr gute Leistung!

                                             5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen von Vincent Dutrait wurden stimmig auf das Thema angepasst und lassen auch einige schöne Details erkennen, wenn man sich etwas Zeit nimmt und die einzelnen Spielmaterialien begutachtet. Ebenso passt der Stil wie auch die Farbauswahl zu dem Thema New York 1901. Auch ist das Design der Spielfiguren gelungen (Wolkenkratzer als Siegpunktemarker u. Arbeiterfiguren), die sich sehr gut zur Thematik passen und eine gewisse Abwechslung zu den standardmäßigen Marken in etlichen anderen Brettspielen bieten. Alles in allem hat uns die optische Aufmachung in der Gesamterscheinung zugesagt und ist wirklich gut gelungen, da sie von Individualität zeugt. Dennoch ist aufgefallen, dass das Spielfeld leer sowie "ruhig" wirkt und der eigentlichen Assoziation mit New York (Hektik und Menschentrubel)  zuwider läuft. Folglich wären noch viele Freiräume gegeben, um die turbulente Atmosphäre mehr zum Ausdruck zu bringen und somit die Atmosphäre des Spiels "anzukurbeln". 

Nichtsdestotrotz eine gelungene Arbeit!

                                           4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Das Video des Verlages zeigt euch kurz und bündig, wie das Spiel in seinen groben Zügen funktioniert.

Zusammengefasst

 

Wenn du dran bist, wählst du eine der folgenden Optionen:

 

1) Land erwerben/Bauen

 

a) Land erwerben: Wenn du mindestens einen Arbeiter zur Verfügung hast, musst du eine der vier auf dem offenen Markt verfügbaren Grundstücks-Karten auswählen und sie auf deine Personen-Karte legen. Dann platzierst du einen Arbeiter auf dem gerade erworbenen Grundstück.

 

Dann (optional)

 

b) Bauen: Du kannst einen Wolkenkratzer einer Technologie-Stufe bauen (Bronze, Silber, Gold), die du erlangt hast. Je weiter du auf der Siegpunktleiste voranschreitest, desto mehr Stufen (Silber und Gold) kannst du freischalten und diese Arten von Wolkenkratzern bauen. Du darfst den Wolkenkratzer auf einem oder auf mehreren der Grundstücke bauen, die du vom offenen Markt erworben hast.  Weiterhin erhältst du so viele Siegpunkte wie auf dem Wolkenkratzer-Plättchen angegeben ist und nimmst etwaige Arbeiter zurück, die durch das neue Gebäude vertrieben wurden. Zurückgeholte Arbeiter sind sofort wieder verfügbar. Diese Aktion (b) kann auch durchgeführt werden ohne Land zu erwerben (a), wenn du zu Beginn deines Zuges keine Arbeiter zur Verfügung hast.

 

2) Abreißen und Wiederaufbauen

 

Du entfernst alle Wolkenkratzer, die unter den Grundriss des neuen Gebäudes fallen, das du bauen möchtest. Außerdem nimmst du alle Arbeiter zurück, die sich auf Grundstücken befinden, auf denen der neue Wolkenkratzer gebaut werden soll. Der neue Wolkenkratzer muss eine höhere Technologiestufe besitzen als all die Gebäude, die abgerissen wurden, um für den neuen Wolkenkratzer Platz zu schaffen. Du erhältst so viele Punkte wie auf dem neuen Wolkenratzer-Plättchen angegeben sind und durch den Abriss verlierst du keine Punkte. 

 

Weitere Anmerkungen:

- du hast drei Aktionskarten zur Verfügung, mit denen du jeweils einmal auf das Spielgeschehen (z.B. offenen Markt mit neuen Karten austauschen) Einfluss nehmen kannst.

 

- Es gibt auch legendäre Wolkenkratzer, die besonders viele Punkte geben und selbstverständlich mehr Grundstücksplätze benötigen. Jeder Spieler kann nur einen legendären Wolkenkratzer bauen.

 

Das Ende des Spiels wird ausgelöst, wenn...

- einer der Spieler nur noch vier nicht verbaute Wolkenkratzer übrig hat; dies muss er den Mitspielern umgehend mitteilen!

- auf dem offenen Markt nur noch drei Karten übrig sind und der künftige Markt (Nachziehstapel) leer ist.

 

Siegpunkte für: 

- die Bonus-Aufgaben-Karte (man wählt zu Beginn eine Karte aus vier Karten aus)

- die Bonus-Karten "Straßen von New York" (zu Beginn des Spiels werden drei von fünf solcher Karten ausgewählt). Es geht in diesem Fall um Mehrheiten an Wolkenkratzer in bestimmten Straßen auf dem Spielplan, wodurch Siegpunkte generiert werden.

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Aktionsmöglichkeiten, die doch sehr stark begrenzt sind, bauen logisch aufeinander auf und wurden sinnvoll miteinander verknüpft. Grundsätzlich handelt es sich hier um ein Mehrheitenspiel, denn am Ende des Spiels kommt es drauf an, wer in welchen Bereichen mehr Wolkenkratzer gebaut hat, um nochmals viele Siegpunkte zu kassieren. Der räumliche Platz zum Bauen von Wolkenkratzern wurde gut an die Spielvariante für zwei Personen angepasst, indem die pinkfarbenen Grundstücksflächen wegfallen. Es ist nich von der Hand zu weisen, dass "New York 1901" mit Glückselementen ausgestattet wurde, wie z.B. bei der Auslage des offenen Marktes, was hinsichtlich der Zielgruppe der Familien nicht stark zu kritisieren ist. Weiterhin ist es möglich, dem Glücksanteil bis zu einem gewissen Grad einmalig mit einer Aktionskarte entgegenzuwirken, die eine neue Auslage des offenen Marktes generiert. Dennoch kann das Spielgeschehen unausgewogen sein, wenn ein Spieler alle Grundstückskarten mit drei Feldern abgreift und die Mitspieler immer nur solche mit zwei Feldern. Ferner funktionieren die Mechanismen simpel und das vorliegende Brettspiel strömt nich vor Komplexität, was die Zielgruppe der Gelegenheitsspieler ansprechen sollte. Letztlich ist noch zu erwähnen, dass die Wolkenkratzer in einem angemessen Größe-Siegpunkte-Verhältnis zueinander stehen und man nicht das Gefühl hat, dass zu viele Grundstück verbaut und im gleichen Zug  zu wenig Siegpunkte generiert werden.

                                            5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Mit "New York 1901" hat der Autor keinen innovativen Meilenstein entwickelt. Es handelt sich um ein klassisches Mehrheitenspiel in unterschiedlichen Bereichen. Nichtsdestotrotz wirkt das Thema unverbraucht und die atmosphärische Gestaltung ist ebenfalls individuell und gelungen. Alles in allem handelt es sich bei dem vorliegenden Spiel um bekannte Abläufe, die in einem neuen Gewand erscheinen. 

                                           3,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"New York 1901" macht sicherlich Spaß, wobei der Spaßfaktor von Partie zu Partie etwas abklingt, da in den Abläufen kaum starke Variationen zu erkennen sind und die Spielzüge sehr starr und minimalistisch gehalten wurden. Die Straßenwertungen am Ende des Spiels bieten zwar kleinere Abwechslungen, die jedoch keine großen Veränderungen im Spielgeschehen mit sich bringen, da wiederholt der Mechanismus der Mehrheiten zum Einsatz kommt. Strategen und Vielspieler wird dieses Spiel nach einer gewissen Zeit vermutlich keinen Reiz mehr bieten, wobei Familienspieler/Gelegenheitsspieler auch über einen längeren Zeitraum viel Spaß an dem Spiel haben werden. "New York 1901" bietet einen "Verdrägungskampf" um die Grundstücke und um die lukrativsten Plätzen auf dem Feld. Man sollte somit zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Somit wird die Spannung über das gesamte Spiel aufrecht erhalten.

                                            4,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "New York 1901" liegt bei 39,95 Euro. Die Spielmaterialien sind wirklich hochwertig und lassen eine extreme Haltbarkeit vermuten. Die Illustrationen sind ebenfalls gelungen, wobei einzelne Facetten, wie z.B. die Hektik der Stadt, illustrativ hervorstechen könnten. Ferner lassen sich hinsichtlich der Mechanik kaum Defizite erkennen und die Innovationskraft liegt mehr in der Aufmachung und nicht so sehr in den Abläufen. Der Spielspaß ist gerade für Gelegenheitsspieler und Familienspieler eindeutig vorhanden, wobei Vielspieler/Expertenspieler nach einigen Spielen ihr Gefallen an diesem Spiel verlieren könnten, was aber nicht sein muss, wenn man sich auf "leichte Kost" einlässt ;).

                                              4,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kauf dir das Spiel, wenn du...

 

- ein Familienspiel suchst, das leicht zu erlernen und nicht sehr komplex ist.

 

- das Thema "Wolkenkratzer bauen" magst und du nichts dagegen hast, eigene Wolkenkratzer abzureißen und durch neue Gebäude zu ersetzen ;).

 

- kein Problem damit hast, mit deinen Mitspieler um Grundstücke zu kämpfen und ihr euch definitiv auf die Nerven gehen werdet :).

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- Glücksmomente im Spiel nicht aushältst ;).

 

- du ein sehr abwechslungsreiches Spiel suchst, das nur so vor Innovationen protzt.

 

- ein komplexes Spiel mit sehr vielen strategischen Möglichkeiten erwartest. 

 

*Danke an alle Testspieler!