18.11.17

Review: "Merlin" von Stefan Feld und Michael Rieneck

Fakten

Autor: Stefan Feld/Michael Rieneck

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Verlag: Queen Games

Spieldauer: ca. 75 Minuten

Alter: ab 14 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP  39,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Bist Du – Ritter der Tafelrunde – König Artus‘ würdiger Thronfolger?

König Artus ist auf der Suche nach einem würdigen Thronfolger. Zusammen mit Merlin sucht er unter den Rittern der Tafelrunde nach dem besten Kandidaten. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Rittern der Tafelrunde, die sich aufmachen, die Gunst von König Artus und Merlin zu gewinnen.

(Quelle: "Queen Games")


Hintergrundinformationen

 

Das Spiel "Merlin" ist von den Autoren Stefan Feld und Michael Rieneck, die bereits viele erfolgreiche Spiele entwickelt haben. Stefan Feld hat u.a. die Spiele "Die Burgen von Burgund", "Luna" sowie "Brügge" entwickelt. Michael Rieneck ist der Autor von "Die Säulen der Erde", "Die Tore der Welt", "Touria" und "Cuba".  Da ist man natürlich sehr gespannt drauf, was die beiden als Autorenduo  hervorbringen werden...


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von einer äußerst guten Qualität! Die Tableaus, Würfel und Plättchen konnten ohne Probleme in einer Vielzahl von Testpartien einen guten Dienst erweisen. Auch die Karten wurden ohne Bedenken ohne Hüllen gespielt, für eine gute Qualität spricht. Es wird direkt auf dem ersten Blick klar, dass "Queen Games" sicherlich nicht bei den Materialien gespart hat! Ein außerordentlich wertiges Produkt!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen konnten die Testspieler in den Partien definitiv überzeugen! Dennis Lohausen hat das Thema sehr ansprechend auf's Papier gebracht, wobei er die Herausforderung, eine kreisförmige Spielfläche zu illustrieren, meisterlich umgesetzt und mit kreativen Einfällen (Säulen/"Thronkreis") ergänzt hat. Lediglich in den unterschiedlichen Grafschaften z.B. bei den Schlössern hätte man sich  etwas optische Varianz gewünscht. Nichtsdestotrotz ist "Merlin" ein sehr schickes Brettspiel.

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Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Du kannst dir gerne das folgende Video anschauen, um zu erfahren, wie das Spiel funktioniert:

Wie ist die Spielmechanik?

 

Wow! "Merlin" ist ein sehr ausgereiftes Spiel, das fein austariert wurde. In diesem Spiel wurden die etlichen Möglichkeit perfekt aufeinander abgepasst und man kann sicherlich davon ausgehen, dass das vorliegende Produkt eine intensive Entwicklungszeit hinter sich hat. Bei "Merlin" ist es essentiell, sich auf alle Elemente des Spiels zu konzentrieren, wie z.B. Einflussmarker, Flaggen, Baustoffe und Schilde und nicht nur "eingleisig" zu fahren. Denn man muss seine Strategie breitgefächert auslegen, damit man viele Siegpunkte erlangt und somit in vielen Kategorien punkten kann. Es gilt nämlich, mit Schilden Angriffe zu bestimmten Zeitpunkten abzuwehren, Einflussmarker zu setzen (Mehrheiten), Flaggen zu erhalten, um starke Effekte auzulösen und Baustoffe zu generieren, damit punkteträchtig gebaut werden kann.

Das Rondell erlaubt es zudem, oft Elemente miteinander zu tauschen und zwischendurch Siegpunkte zu erlangen z.B. für die Anzahl an bestimmten Elementen. Die unterstreicht nochmals, dass man sich in seinem Vorgehen lieber breit aufstellt, um den Würfeln nicht vollends ausgeliefert zu sein, sondern immer auf's Neue Tauschoptionen sowie das Generieren von Siegpunkten ermöglicht. Zwar geben die Würfel bis zu einem Punkt den Ton an, dennoch sind die unterschiedlichen Elemente derart gut im Spiel verzahnt, dass einem überwiegend Optionen bereit stehen, was mit seinem Vorrat anzufangen, auch wenn die Würfel mal nicht gut liegen. Zur Not ist es noch möglich, einen Apfel auszugeben, um einen Würfel auf eine beliebeige Seite zu drehen oder mit Effekten durch Flaggen u.a. die Position der Figur zu ändern. Nichtsdestotrotz hat man grundsätzlich als Stratege etwas das Gefühl, dass man den Würfeln in manch einer Situation ausgeliefert ist, zumal man nicht viele Äpfel im Spielverlauf generiert und man nicht immer Flaggen mit entsprechenden "Bewegungseffekten" erhält. Ein Tick zu viel "Würfelzwang", das sich aus der Sicht der Spieler auftut. Trotz alledem können beide Autoren bei solch einem umfangreichem Spielsystem brillieren!

                                                          5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Der "Rondel-Mechanismus" ist mit Sicherheit keine Neuheit, auch die Mehrheitswertung bzw. das Erfüllen von Aufträgen ist kaum ein nennenswerter innovativer Meilenstein. Dennoch muss man erfreut feststellen, dass der Mix aus alledem eine sehr frische Note mit sich bringt. Sicherlich ist die Handschrift von Stefan Feld zu erkennen, aber die Zusammenarbeit mit Michael Rieneck hat doch seine Früchte getragen. Auch die Baukosten auf dem Bautableau lassen eine dynamische Atmosphäre entstehen (man muss imaginären Linien folgen, um die Baukosten für bestimmte Felder zu ermitteln).

Alles in allem kann man resümieren, dass hier bekannte Mechanismen verwendet wurden, diese jedoch mit kreativen Einfällen kleinere Ergänzungen erhielten. Explizit das Rondell mit den eigenen Figuren (Bewegung im Uhrzeigersinn) und der "Merlin-Figur" (Bewegung gegen den Uhrzeigersinn) zeigt, dass mit kleineren Ideen neue Anreize in einem bestehenden Mechanismus enstehen können.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Das Spiel macht sehr viel Spaß und hat allen Testspielern gut gefallen! Die Abläufe sind zwar leicht, doch gibt es haufenweise Gegebenheiten, die beachtet werden müssen. Demnach erreicht "Merlin" in gewisser Hinsicht schon einen hohen Komplexitätsgrad, wenn man auch wirklich souverän spielen möchte. Zwar sollte man sich vielseitig in seinen Strategien aufstellen und in vielen Elementen vertreten sein (Schild, Flaggen etc.), dennoch kann man sich etwas auf eine bestimmte Richtung spezialisieren, was allerdings nicht so leicht ist, da man sichtlich von den Würfeln abhängig ist. Das Spiel ist ein klassisches "Euro-Game" und lässt durch das Würfeln Spannungsmomente entstehen, was auch seinen Reiz hat. Jedoch trübte der Eindruck, dass man sich als Vielspieler leicht den Würfeln ausgeliefert fühlt, ein wenig den Spielspaß. Nichtsdestotrotz ist "Merlin" ein Highlight der Messe 2017!

                                                          5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von Merlin liegt bei 39,95 Euro. Die Materialien sind top und auch die optische Darbietung konnte überzeugen. Die Mechanismen sind ausgereift und das Spiel bietet viele Optionen und Möglichkeiten. Alleinig der Umstand, dass die Würfel die Richtung in gewisser Hinsicht vorgeben, trübte bei Strategen etwas den Spielspaß. Die Abläufe lehnen an diverse Spiele an, wirken dennoch nicht "altbacken", sondern "modern". "Merlin" hat den Testspielern sehr gut gefallen und das Gefühl eines klassichen "Euro-Games" kam auf, wobei zu beachten ist, dass man sich den wechselnden Begebenheiten des Spielplans anpassen muss. Eine tolle Neuheit im Jahre 2017!

                                                          5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Merlin", wenn du...

 

- ein Fan von "Feld-Spielen" bist. Die Handschrift des Entwicklers ist definitiv zu erkennen

 

- ein nicht allzu komplexes Spiel suchst, das auch mehrmals an einem Abend gespielt werden kann, da es nicht mehrere Stunden dauert

 

 

Lasse die Finger von "Merlin", wenn du...

 

- es überhaupt nicht magst, dass die Würfel dich in deinen strategischen Zielen behindern können

 

- kein Fan von Mehrheitenwertungen bist

 

 

*Danke an alle Testspieler!