02.12.17

Review: "Majesty" von Marc Andre

Fakten

Autor: Marc Andre

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Verlag: Hans im Glück Verlag

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Alter: ab 7 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP  29,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Ihr seid angehende Königinnen und Könige, die versuchen, das reichste Königreich aufzubauen um gekrönt zu werden. Doch dazu braucht ihr die Hilfe eurer Untertanen. Ob eine einfache Müllerin oder eine Adlige, jede Person kann eine entscheidende Rolle in eurem Königreich spielen. Nehmt euch die wertvollste Person zur richtigen Zeit und viel Gold soll euer sein. Doch Vorsicht vor den Nachbar-Königen! Wenn ihr nicht genügend Wachen angeheuert habt, kann es sein, dass euch diese mit ihren Soldaten einen Besuch abstatten ...

(Quelle: Hans im Glück)


Hintergrundinformationen

 

Bereits mit dem Spiel "Splendor", das im Jahre 2014 über den Verlag "Space Cowboys" erschienen ist, hat der Entwickler Marc Andre bereits für Furore gesorgt, denn das Spiel wurde von der Community sehr positiv aufgenommen und insbesondere die vorhandenen Pokerchips konnten eine individuelle Note mit sich bringen. Dieses Jahr (2017) wurde unter dem Verlag "Hans im Glück" ein weiteres Spiel des Autors veröffentlicht, das vom Anspruch her an "Splendor" anknüpfen soll und ebenso mit Pokerchips ausgestattet ist. Ob "Majesty" ein würdiger Nachfolger von "Splendor" ist, wird sich im vorliegenden Test zeigen.


Spielmaterialien

 

Die Karten und die Figuren sind von einer sehr guten Qualität und an diesen gibt es überwiegend nichts auszusetzen. Auch der Umstand, dass erneut Pokerchips in das Spiel implementiert wurden, ist ein schöner Bonus, der viele Spieler und Spielerinnen erfreuen wird. Jedoch zeichnet sich deutlich ab, dass diese in der Wertigkeit nicht ganz an die Chips von "Splendor" anknüpfen können, was etwas schade ist. Denn die Größe, das Gewicht sowie das Material der Chips erreichen nicht das Level der "Splendor-Chips", wodurch der Charme der Pokerchips etwas verloren geht. Das klassische Klimpern mit den Chips wie in "Splendor" ist so nicht mehr möglich und die Atmosphäre erleidet somit einen Dämpfer. Schade ist es zudem, dass keine 5er Chips vorhanden sind, denn das wäre sicherlich an der Fülle an Chips notwendig gewesen. Nichtsdestotrotz enthält "Majesty" qualitative Materialien.

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die optische Darbietung von "Majetsty" ist gelungen! Die Landschaft, die man sich vor sich ausbreitet, empfanden die Testspieler als ansprechend und ästehtisch. Es wurde mit kräftigen Farben gearbeitet, wodurch die Darstellungen ausdrucksstark erscheinen. Zudem unterscheiden sich die Darstellungen der A und B Seiten, wodurch neue kleinere Anreize gesetzt werden. Die Personen wurden ebenso ansprechend abgebildet und konnten in den Testrunden überzeugen. In diesem Zusammenhang hätte man sich jedoch noch kleinere Individualitäten gewünscht, zumal "lediglich" 7 unterschiedliche Personen auf das Papier gebracht wurden und demnach etwas mehr Varianz nötig gewesen wäre. Dennoch handelt es sich um eine schöne bildliche Umsetzung des Themas, das an die Zielgruppe angepasst wurde. 

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Du kannst dir gerne die Regeln durchlesen, um zu erfahren, wie das Spiel funktioniert.

Download
Majesty_Regeln_DE.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.0 MB

Wie funktioniert die Spielmechanik?

 

Die Abläufe von "Majesty" sind relativ einfach - Karten nehmen, Effekte ausführen und evtl. "Meeples" abgegeben (je nach Position der Karte, die man aufnimmt). Am Ende werden noch Mehrheiten und die Anzahl verschiedener Personen gewertet. Demnach enthält das vorliegende Spiel keine Elemente, die den Einstieg für Familienspieler schwer machen würden. Es ist bereits in der ersten Partie klar, dass sich die Mechanismen und Abläufe gut an die Zielgruppe, und zwar auf die Familienspieler, anpassen. Die Effekte der Gebäude wurden gut miteinander verwoben, wobei eine Wertigkeit der Karten auszumachen ist (Adlige bringen viele Punkte). Die Abläufe sind gut strukturiert und die Testspieler wurden immer wieder aufs Neue vor folgende Herausforderungen gestellt: Wann sollen "Meeple" investiert oder aufgespart werden? Welche Karten sind es in einer bestimmten Situation wert, "Meeple" dafür zu verbrauchen? Hierbei entwickelt sich zusätzlich noch ein Kniff, da überschüssige "Meeple"  Siegpunkte generieren, was auch stets eine interessante Option ist.

Alles in allem ist zu resümieren, dass die Mechanismen gut auf Familienspieler angepasst wurden. Die Entscheidungsvielfalt befindet sich in einem angenehmen Rahmen und auch die Spieldauer wurde exzellent auf die Zielgruppe ausgerichtet (eine Partie ca. 20 Minuten). Es sind keine mechanischen Fehler zu erkennen und "Majesty" funktioniert in seiner Einfachheit.

                                                           6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Majesty" setzt mit seinen Abläufen nicht allzu viele kreative Impulse. Das Element der Pokerchips ist bereits aus "Splendor" bekannt und wurde nun in "Majesty" aufgegriffen, wodurch sich das Setting in gewisser Weise von anderen Spielen abhebt. Die Mechanismen, die um die Pokerchips aufgebaut wurden, lehnen stark an bisher erschiene Spiele an (Karten sammeln, Effekte Auslösen, Mehrheitswertungen), sodass das Spiel im Großen und Ganzen nicht mit einer prägnanten Innovationskraft punktet. Da hätte man sich an der einen oder anderen Stelle sicherlich mehr Einfälle gewünscht, die das ganze Spielsystem etwas "aufpeppen".

                                                         3 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Majesty" hat den Testspielern gut gefallen und punktet durch die kurze Dauer, sodass auch mehrere Partien am Stück gespielt werden können. Die Abläufe sind denkbar einfach und das Spiel geht "locker von der Hand". Wie in "Splendor" sind die Chips ein gutes Element, wodurch der nicht sehr innovative Ablauf aufgewertet wird. Alles in allem erachteten die Testspieler "Majesty" hinsichtlich der Zielgruppe gelungen, konnte jedoch nicht gänzlich überzeugen, da innovative Elemente fehlen und keine außergewöhnlichen Spielmomente entstehen. 

                                                        3,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Majesty" liegt bei 29,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität. Die Pokerchips sind ein schöner Bonus, können jedoch nicht ganz an die Chips von "Splendor" anknüpfen. Die Karten bestehen aus stabilem Material und es ist definitiv möglich, ohne Kartenhüllen zu spielen. Die Mechanismen funktionieren gut und wurden entsprechend der Zielgruppe angepasst. Die Abläufe wurden gut austariert und es sind definitiv keine mechanischen Mängel zu erkennen. Im Rahmen der Innovation konnte "Majesty" nicht ganz punkten, da es an Einfällen und lebendigen Impulsen fehlte. Die Phasen fühlen sich "oldschool" an, wohingegen mit den Chips dynamische Impulse gesetzt wurden.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe die "Majesty" , wenn du...

 

- ein Familienspiel haben willst, das leicht zu erlernen und schnell zu spielen ist (evtl. direkt zu Weihnachten)

 

- es schon in "Splendor" toll fandest, dass Pokerchips im Spiel vorhanden sind

 

 

Lasse die Finger von "Majesty", wenn du...

 

- ein innovatives Spiel haben willst, denn dass ist das vorliegende Spiel nicht

 

- ein thematisches Spiel suchst

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!