12.05.18

Review: "Luxor" von Rüdiger Dorn

Fakten

Autor: Rüdiger Dorn

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Pegasus Spiele

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 39,99 Euro

 


Spielbschreibung

 

Auf der Jagd nach wertvollen Schätzen durchsuchen die Abenteurer den sagenumwobenen Tempel in Luxor. Das Ziel ist die Grabkammer des Pharao. Aber schon auf dem Weg dorthin gibt es zahlreiche Schätze einzusammeln. Ein Wettstreit entbrennt: Der Spieler, der mit seinem Team aus fünf Abenteurern am schnellsten zur Grabkammer vordringt und zugleich viele Schätze bergen kann, wird das Spiel gewinnen. Kein Spiel gleicht dem anderen, denn der Weg in die Grabkammer ist in jeder Partie unterschiedlich und verändert sich sogar während des Spiels, was die Spieler vor immer neue Herausforderungen stellt.

(Quelle: Queen Games)

 


Hintergrundinformationen

 

Der erfolgreiche Spieleentwickler Rüdiger Dorn, der u. a. für das Spiel "Istanbul" verantwortlich war, hat nun in Kooperation mit "Queen Games" ein Familienspiel auf den Markt herausgebracht. Im Rahmen der Veröffentlichung wurde ein Interview mit Dorn auf diesem Blog herausgegeben, welches ihr hier lesen könnt und Hintergrundinformationen bietet.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von Luxor sind 1 A! Die Plättchen sind extrem robust, der Spielplan kommt sehr wertig daher und auch die Karten konnten in vielen Testpartien einen guten Dienst erweisen. Das Gute ist, dass die Ränder der Karten weiß gehalten sind, sodass Abnutzungserscheinungen weniger sichtbarer werden als z. B. bei schwarzen Rändern. Super ist zudem, dass eine qualitative Tafel für die Endwertung sowie ein Tabelau für die Karten zur Verfügung steht, was nicht selbstverständlich ist. Hinsichtlich der Materialqualität sowie des Umfang ist ein großes Lob auszusprechen.

 

                                                          6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Der Illustrator Dennis Lohausen hat die Thematik des Spiels ansprechend in das Format eines Familienspiels transportiert. Er hat wichtige Symbole und Objekte des ägyptischen Themas implementiert, sodass die Illustration kaum etwas vermissen lässt. Besonders hervorgestochen ist, dass man bei "Luxor" direkt anhand der Illustrationen und des Spielplans erkennt, dass es ein Familienspiel ist und folglich der richtige Stil für das entsprechende Format Anwendung gefunden hat. Alles in allem konnte die optische Darbietung überzeugen.

 

                                                         5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

"Luxor" bietet eine sehr gelungene Verknüpfung von Mechanismen und Abläufen, die nicht Überladen wirken und dem Sektor der Familienspiele gänzlich entsprechen. Der Kartenmechanismus lässt Planungen zu, die schnell vonstatten gehen und in nicht zu hohe Wartezeiten ausarten. Weiterhin funktioniert der Mechanismus einwandfrei und das Nachziehglück kann man in diesem Spielformat als angemessen beurteilen, da Glückselemente mit bestimmten Karteneffekten begrenzt werden können. Das Nachziehen der "Skarabäus-Marker" empfanden die Testspieler im Rahmen des Glücksfaktors als "zu viel des Guten", da die zufällig gezogenen Siegpunkte (stehen auf den "Skarabäus-Markern" drauf) zu starke Unterschiede aufwiesen. Das Spiel schafft es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schnelligkeit (zum Ziel) und dem Aufsammeln von Gegenständen zu schaffen, wobei der Spieler gewinnt, der dies optimal bewerkstelligt.

 

                                                           5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Luxor" bringt ein sehr frisches Spielgefühl auf den Tisch. Der Kartenmechanismus ist simpel, dennoch einfallsreich. Auch das komplette Setting bzw. die Verknüpfung zwischen Kartenmechanismus, dem Sammeln von Gegenständen sowie die Bestrebung, als erster ins Ziel zu gelangen, bringt eine frische Note mit. Ein schöner Einfall ist zudem, dass man das Ziel (Grabkammer) nur mit einem Schlüssel öffnen kann, den es definitiv einzusammeln gilt.

Alles in allem ergibt sich ein originelles Gesamtpaket.

 

                                                           5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Luxor" ist ein heißer Anwärter auf den Preis "Spiel des Jahres". Es konnte in vielen Runden mit unterschiedlichster Besetzung überzeugen, wobei sowohl Kinder und Eltern, Wenigspieler sowie Vielspieler vom "Luxor-Fieber" gepackt wurden. Das Spiel nimmt nach und nach immer mehr Fahrt auf und es existiert ein ständiges Dilemma zwischen Voranschreiten und Anhalten (für Objekte). Dieses Spiel ist ein klassisches Familienspiel, wie es im Bilderbuche steht. Es besticht durch eine knackige Spieldauer, interessanten Entscheidungen und einem langanhaltenden Spannungsbogen, da die Mitspieler einem stets im Nacken sind. Toll!

 

                                                          5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Luxor" liegt bei 39,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer außerordentlich guten Qualität und auch das Thema wurde optisch angemessen umgesetzt. Die Mechanismen funktionieren gut, dennoch ist in manchen Bereichen ("Skarabäus-Marker") der Glücksanteil unnötig in die höhe "geschraubt" worden. Das Spiel wirkt durch die Abläufe sehr frisch und konnte uneingeschränkt in allen Testpartien seinen vollen Reiz entfalten. Die langanhaltende Spannung, die man förmlich spüren konnte, ist ein charakteristsches Merkmal des Rennmechanismus.

Ein im Großen und Ganzen gelungenes Produkt, das zumindest eine Nominierung für den "Spiel des Jahres" verdient hätte.

 

                                                       5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Luxor", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das ein spannendes Rennen simuliert

 

- ein Spiel haben willst, das Wenigspielern gefällt, aber auch genug interessante Kniffe bietet, um Vielspielern zu gefallen

 

 

Lasse die Finger von "Luxor", wenn du...

 

- mit dem Thema Ägypten nichts anfangen kannst. Denn das Thema wurde sehr gut umgesetzt und verleiht dem Spiel ein individuelles Setting