Review: "Lost Cities" von Reiner Knizia

Fakten

 

Autor: Reiner Knizia

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Kosmos

Spieldauer:ca. 30-60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018 (Neuauflage)

Preis: UVP 29,99 Euro

 


 

Spielbeschreibung

 

Die Expedition kann starten. Fünf untergegangene Städte gilt es zu entdecken: die Lost Cities. Die Spieler schicken ihre Abenteurer auf unterschiedlichen Pfaden los. Wer wird wohl am Ende der Erfolgreichste sein und den größten Ruhm erlangen?Pro Schritt muss eine Karte in der Farbe des Pfads ausgelegt werden. Damit die Figur auf diesem Pfad einen weiteren Schritt machen kann, wird eine weitere Karte angelegt, aber nur mit gleichem oder höherem Wert. Die ersten Felder eines Pfads bringen Minuspunkte ein, satte Pluspunkte gibt es erst, wenn die Figur die Lost City am Ende des Pfads entdeckt hat. Unterwegs bieten sich jedoch Gelegenheiten, das eigene Punktekonto zu erhöhen oder schneller voran zu kommen. Glück beim Nachziehen der Karten und Geschick beim Ausspielen – nur wer die richtige Mischung findet, liegt am Ende ganz vorn!

(Quelle: Kosmos)

 


Hintergrundinformationen

 

Bereits 2008 ist das Spiel "Lost Cities" erschienen, welches damals ebenfalls über den Verlag "Kosmos" in englischer Sprache veröffentlicht wurde. Das Spiel hat in den USA hohe Wellen geschlagen und war dort als Familienspiel sehr erfolgreich. Nun hat der Verlag eine Neuauflage des Spiels auf Deutsch veranlasst. Mal schauen, wie das Spiel ankommen wird.

 


Spielmaterialien

 

Sowohl das Spielbrett als auch als auch die Plättchen und Figuren sind von einer guten Qualität und können in gewohnter "Kosmos-Qualität" überzeugen. Diesbezüglich ist wahrlich kaum etwas auszusetzen. Dementgegen empfanden die Testspieler die Spielkarten als nicht sehr hochwertig, da sich diese bereits nach einigen Testpartien abnutzten. Insbesondere der Umstand, dass es sich hier um Karten mit schwarzen Rändern handelt, ist ein Grund für die beschleunigte optische Abnutzung der Karten, da diese z. B. beim Mischen schneller Macken aufweisen. So sehen die Karten nach wenigen intensiven Partien schon "alt" aus.

 


Illustrationen

 

 Das Spielbrett wurde familiengerecht gestaltet, wobei man auf kräftige Farben gesetzt hat, umso den verschiedenen "Cities" individuelle Atmosphären zu verpassen. Dennoch fehlt es stark an Details und Unterschieden, um individuelle Stimmungen und Eindrücke hervorzurufen, da sich die Gestaltungen sehr Städte sehr stark ähneln. Zudem hat man sich einen großen Frauxpass bei der Illustration der Karten geleistet, denn man kann die Karten den jeweiligen Farben bzw. Städten nicht intuitiv zuordnen und es kam mehrere Male zu falschen Anordnungen der Karten.

 


Spielmechanik

 

"Lost Cities" ist ein Familienspiel, das eher einem leichteren Schwierigkeitsgrad zuzuordnen ist. Die Abläufe sind gut strukturiert und das Spiel beinhaltet einen erheblichen Glücksfaktor beim Nachziehen der Karten, der letztendlich auch den Sieger ausmachen wird. Das Problem hierbei ist, dass man sich "gespielt" anfühlt und kaum genug Kontrolle über den Spielfluss hat. Hier haben sich einige Abläufe vermissen lassen, die den Fokus auf das eigene Können und auf die eigene spielerische Leistung lenken. Zwar ist es möglich, sich auf Karten diverser Ablagestapel zu bedienen, aber die Erfolgsquote bei solchen Stapeln ist schon sehr gering, da gewünschte Karten einem entweder weggeschnappt werden oder diese gar nicht offen ausliegen. Die Abläufe sind im Großen und Ganzen zu einseitig und stehen mit dem sehr hohen Glücksanteil nicht in einem ausgewogenen Verhältnis.

 


Innovationen

 

Verwunderlich war es in den Testpartien, dass das Grundprinzip des Spiels exakt das gleiche ist wie beim Spiel "Keltis". Den Testspielern erschloss es sich nicht ganz, warum das gleiche Spiel nun mit einem anderen Thema neuaufgelegt werden muss. Im Vergleich zu "Keltis" enthält es kaum innovative Impulse und pfiffige Elemente, die man als modern bezeichnen könnte. Man hat den Mechanismus aus den 90er Jahren aufgegriffen und in einer Neuauflage kaum modern gestaltet. Leider beinhaltet das Spiel kaum innovative Elemente, obwohl es unfassbar viel Freiraum für neue kreative Ideen zur Verfügung stellt. Sehr schade!

 


Spielspaß

 

"Lost Cities" konnte die Testspieler leider nicht überzeugen. Gerade der Umstand, dass mit "Keltis" ein fast identisches spiel auf den Markt ist und keine modernen Anreize in die Neuauflage integriert wurden, ließ den Wiederspielreiz auf einem sehr niedrigen Level. Die Testspieler fühlten sich gespielt und bemängelten, dass zu wenig individuelle Entscheidungsfreiheit vorherrsche und dementgegen das Kartenglück zu hoch sei. Leider gelingt es dem Spiel auch nicht, eine geheimnisvolle Atmosphäre zu erzeugen, was man bei einem solch spannenden Thema erwartet hätte.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Lost Cities" liegt bei 29,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, allerdings lässt die der Karten etwas zu wünschen übrig. Die Illustrationen sind o.k. und lassen einen thematischen Tiefgang bzw. Details vermissen. Auch die Spielmechanik konnte im Sektor der Familienspiel nicht gänzlich überzeugen. Hinsichtlich der Innovationen fehlt der "moderne Touch", sodass der ganze Spielfluss sehr altbacken wirkt. Im Rahmen des Spielspaßes ist leider kein langanhaltender Wiederspielreiz vorhanden.