25.10.17

Review: "Le Havre" von Uwe Rosenberg (Neuauflage)

Fakten

Autor: Uwe Rosenberg

Spieleranzahl: 1-5

Verlag: lookout games

Spieldauer: ca. 1,5-3 Stunden

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017 (Neuauflage)

Preis: UVP 44,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Ärmelkanal, 20. Jahrhundert, kurz vor der Sportschau (nein, falscher Film). Eine Hafenstadt wird gebaut! Mit den Rohstoffen, die ständig am Kai ankommen, bauen die Spieler den Hafen immer weiter aus: Ein Gebäude nach dem anderen wird gebaut, zum Teil von den Spielern, zum Teil von der Stadt. Waren werden erworben und veredelt, Schiffe gebaut, und wer am Ende das größte Vermögen aufgehäuft hat, gewinnt. War doch klar…

 

So viele Möglichkeiten! So wenig Zeit bis zum Rundenende!

 

Le Havre ist ein Entwicklungsspiel rund um einen großen Hafen, das auch solitär zu spielen ist. Es enthält zusätzlich Regeln für eine Kurzspielversion.

In dieser Neuauflage sind alle bisher erschienenen Sonderkarten zusätzlich enthalten. Der Spielplan hat zudem eine neue Faltung erhalten.

(Quelle: Lookout Games")


Hintergrundinformationen

 

Der Name Uwe Rosenberg müsste mittlerweile jedem bekannt sein, der sich halbwegs in der Brettspielszene auskennt. Der "Vollzeit-Entwickler" ist z.B. für Spiele wie "Bohnanza", "Agricola", "Patchwork" sowie "Ein Fest für Odín" verantwortlich, die allesamt hohe Wellen geschlagen haben.  Mit "Le Havre" hat Rosenberg im Jahre 2009 in der Kategorie Familien- und Erwachsenenspiele übrigens den zweiten Platz belegt.


Spielmaterialien

 

Im Rahmen der Materialien kann man fast kaum meckern! Eine sehr stabiler faltbarer Spielplan sowie etliche qualitative Karten lassen das vorliegende Spiel sehr hochwertig in Erscheinung treten. Die Holzfiguren und die Plättchen runden diesen Eindruck ab. Es ist aber leider im Verlaufe der Partien zum Vorschein getreten, dass einige Karten im Kartenverzeichnis überhaupt nicht aufgeführt wurden, was etwas enttäuschend ist. Ansonsten liegt eine hervorragende Produktion vor!

                                                        5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen passen sehr gut zu der Thematik! Die Darstellung einer Hafenstadt ist gelungen und auch der Stil konnte überzeugen. Weiterhin sind etliche unterschiedliche Aufmachungen im Kartendeck enthalten und es macht sehr viel Spaß, diese zu betrachten. Hin und wieder kommen ganz schöne Details zum Vorschein. Eine toller Arbeit des Illustrators!

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Du kannst gerne die vorliegende Regel lesen, um zu erfahren, wie das Spiel funktioniert.

Download
Le Havre.pdf
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Wie ist die Spielmechanik zu bewerten?

 

Das, was Rosenberg mit diesem Titel auf mechanischer Ebene geschafft hat, ist sehr zu loben. Die Abläufe sind stark strukturiert und das Spiel besticht durch viele unterschiedliche Karteneffekte, die allesamt sehr logisch und nachvollziehbar in das Spielsystem eingebettet wurden. Herausgestochen ist, dass die Kosten und die Effekte der Karten in einem sehr guten Verhältnis zueinander stehen. Die grundlegenden Abläufe sind nicht sehr schwer zu erlernen, die Vielzahl an Karten erhöhen jedoch den Grad an Komplexität. Zudem ist es sehr schön gelöst worden, dass in jeder Spieleranzahl sowohl eine Vollversion als auch eine Kurzspielversion vorhanden ist. Alles in allem ist resümieren, dass Uwe Rosenberg auch in diesem Spiel unter Beweist stellt, dass er sein Handwerk versteht und einen "Strategie-Knaller" hinbekommen hat.

                                                         6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Aus heutiger Sicht fällt einem schon in gewisser Weise auf, dass das Spiel etwas in die Jahre gekommen ist. Vorwiegend geht es darum, Karten und Waren zu erwerben, um am meisten Siegpunkte zu erhalten. Ganz "Rosenberg-typisch" muss man dann auch immer am jeweiligen Rundenende Nahrung abgegeben, um "ernähren" zu können. Das man mit dem Schiff voranschreitet und dann neue Waren zur Auslage hinzugefügt werden, ist eine gelungene Idee. Nichtsdestotrotz ist "Le Havre" ein grundlegendes "Ressourcenmanagement-Spiel", das sich nicht im besonderen Maße von anderen "Ressourcenmanagement-Spielen" abgrenzt. Das Spielgefühl ist dem von anderen Spielen dieser Art relativ ähnlich.

                                                        3,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Le Havre" konnte definitiv in einer 2-Spieler-Partie punkten. Ab drei Spielern zieht sich das Spiel schon sehr in die Länge und das Problem ist dann, dass es aufgrund fehlender Spannungsbögen sehr trocken wirkt. Bei 2 Spielern und vorwiegend in der Kurzspielversion wird dieser Langatmigkeit entgegengewirkt, indem die Spieldauer auf eine knackige und zugleich angemessene Zeit verkürzt wird. Der Nachteil ab 3 Spielern ist zudem, dass das Spiel an Übersichtlichkeit verliert. Denn "Le Havre" ermöglicht es, die ausliegenden Karten der Mitspieler zu benutzen, was bei 2 Spielern gut funktioniert. Ab 3 Spieler sind dann so viele Karten auf dem Tisch, dass man viele wichtige Karten der Mitstreiter übersieht, die man hätte nutzen können.

Demnach hat den Testspielern das Spiel in einer Person von 2 Spielern gut gefallen und schwächelt ab 3 Personen aufgrund der Unübersichtlichkeit und der Langatmigkeit.

                                                          4 von 6 Spiegeln (2 Spieler)

                                                       3 von 6 Spiegeln (ab 3 Spielern)


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Le Havre" liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, wobei die Anleitung bzw. der Kartenanhang leider einige Karten nicht beinhaltet. Die Illustrationen wurden von den Testspielern als thematisch passend und gelungen empfunden. Auch hinsichtlich der Mechanismen konnte das vorliegende Brettspiel überzeugen. Im Rahmen von Innovationen ist klar ersichtlich, dass das Spiel bereits älteren Jahrganges ist, aber auch generell keine weltbewegenden Ideen mit sich bringt. Es fehlt an Spannung bzw. an einem besonderen Kniff. "Le Havre" macht Spaß, vor allem bei einer Partie mit 2 Spielern. Ab 3 Spielern zieht sich das Spiel schon gehörig in die Länge und wird durch die ausliegenden Karten unübersichtlich.

                                                         3,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Le Havre", wenn du...

 

- ein reines "Ressourcenmanagament-Spiel" spielen willst

 

- ein Fan von "Rosenberg-Spielen bist". Das Spiel reiht sich auf der Ebene des Spielgefühls gut in seine bisherigen Spiele ein (Ausnahme: "Ein Fest für Odin"/"Patchwork")

 

Lasse die Finger von "Le Havre", wenn du...

 

- schnell eine Abneigung gegen ein Spiel bekommst, wenn es sich unnötig in die Länge zieht

 

- es nicht magst, grundsätzlich alle ausliegenden Karten der Mitspieler im Blick halten zu müssen.

 

 

* Vielen Dank an alle Testspieler!

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung ab 3 Spieler abgerundet!