03.06.17

Review: "Key to the City London von Sebastian Bleasdale und Richard Breese

Fakten

Autor: Sebastian Bleasdale und Richard Breese

Spieleranzahl: 2-6

Verlag: Huch & friends

Spieldauer: 90-120 Minuten

Alter: ab 14 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 53,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Key to the City - London weist in Struktur und Mechanismus Ähnlichkeiten zu dem preisgekrönten Spiel Keyflower auf, bietet den Spielern aber die neue Herausforderung, die Plättchen in ihrem Bezirk miteinander durch z.B. Wasser- oder Stromleitungen zu verbinden. Wem Keyflower gefallen hat, der wird auch Key tot the City - London mögen. 

(Quelle: Huch & friends)

 


Hintergrundinformationen

 

"Key to the City - London" ist ein Ableger des Spiels "Keyflower". "Keyflower" ist im Jahre 2012 erschienen und hat schon damals hohe Wellen geschlagen. Auch auf einschlägigen Datenbanken, wie z.B. "Boardgamegeek" hat das Spiel eine sehr gute Bewertung erhalten. Mit "Key to the City London" haben sich dieselben Autoren erneut zusammengesetzt und eine weitere Ausgabe der "Key-Reihe" herausgebracht. Da die Testspieler "Keyflower" noch nicht gespielt hatten, wird in diesem Testbericht kein direkter Vergleich zu diesem Spiel gezogen, sondern eine isolierte Betrachtung von "Key to the City - London" stattfinden.

 


Spielmaterialien

 

Das Spiel glänzt mit großen sowie stabilen Plättchen, die sehr wertig wirken und auch im Spielverlauf überwiegend überzeugen konnten. Ebenso der Umstand, dass viele Holzmaterialien im Umfang mitgeliefert werden, trägt zu einem hohen Qualitätsniveau bei. Auch ist es sehr lobenswert, dass das Inlay eine Systematisierung der Materialien ermöglicht, in dem farblich passende Bereiche für die unterschiedlichen Materialien zur Verfügung gestellt werden. Dennoch ließ sich die Schachtel auch beim ordentlichen Verstauen nicht ganz ohne Probleme schließen. Es ist weiterhin als gelungen zu betrachten, dass man noch mittels eines Heftes Wissenswertes über London und erfährt, wodurch das Thema abgerundet wird.

Dennoch ist Kritik hinsichtlich der dreidimensionalen Gebäude zu äußern, die sich nicht leicht zusammenbauen ließen und das Material beim vorsichtigen Zusammenstecken in manchen Bereichen gelitten hat. Zudem wäre ein Wertungsblock in diesem Spiel hilfreich wie auch notwendig gewesen.

Alles in allem kann man resümieren, dass im Rahmen der Materialien ein hohes Qualitätsniveau erreicht wurde, aber hier und da kleinere Defizite zu erkennen sind.

 

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen sind schon etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich jedoch den Umstand vergegenwärtigt, dass man sich im Rahmen der optischen Aufmachung an dem Stil einer Stadtkarte orientiert hat, kann man sagen, dass dieses Vorhaben gänzlich gelungen ist. Durch diesen neuen Ansatz wirken die Illustrationen wiederum frisch und individuell. Die Idee den illustrativen Stil einer Stadtkarte zu übernehmen, fanden die Testspieler im Großen und Ganzen gelungen.

                                                         4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel? Anbei die Regeln:

 

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Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Mechanismen des vorliegenden Spiels funktionieren sehr gut. Die Testspieler hatten das Gefühl, dass das Spiel sehr ausgereift ist und sich eine lange Entwicklungszeit dahinter verbirgt. Zu Beginn des Spiels bedienen sich die Spieler aus der gemeinsamen Auslage, wohingegen man sich in den späteren Runden mehr auf seine eigene Auslage konzentriert, um dort Aktionen durchzuführen. Dennoch erkennt man die Bemühungen der Autoren, die Spieler wieder auf die gemeinsame Auslage zu lenken, damit erneut mehr Interaktion zu Stande kommt, indem wertvolle Plättchen in die gemeinsame Auslage gelangen. Dieses Vorhaben ist gelungen und lässt die Interaktion steigern. Nichtsdestotrotz sind die Schlussphasen des Spiels doch etwas arm an Interaktion und die Autoren hätten ruhig mehr Mechanismen entwickeln können, um die Spieler gerade gegen Mitte bis Ende des Spielverlaufes mehr miteinander zu verbinden. 

Weiterhin fanden wir die Regel, Aktionen mittels der Auslagen der Mitspieler zu aktivieren, etwas überflüssig, da man seinen Meeple (Keyple) beim Einsetzen und Aktivieren in seiner eigenen Auslage immer wieder zurückbekommt und dies meist völlig ausreicht, um die Ziele zu verfolgen. Zudem ist es extrem schwer, bei vier Spielern den Überblick zu behalten, da man sich eher auf die gemeinsame sowie auf seine eigene Auslage konzentrieren muss. Da kann man schwerlich noch die Auslagen aller anderen Spieler im Blick behalten. Aus diesem Grund fanden wir die Regel, dass man zudem noch Aktionen mittels der gegnerischen Auslagen durchführen kann, unpassend und überflüssig. Etwas fummelig und störend empfanden die Spieler zudem, dass man Plättchen im Spielverlauf andauernd umdrehen muss, auf denen oft viele Holzteile liegen. Dies nimmt zu viel Zeit in Anspruch und verzögert den sonst so geschmeidigen Spielfluss. Evtl. hätte man diese Handlungen etwas optimieren können.

Ansonsten funktionieren die Abläufe grandios und einwandfrei!

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Keyflower" war den Testspielern nicht bekannt. Aus diesem Grund werden keine Parallelen zu "Keyflower" gezogen und im Rahmen dieser Bewertung eine isolierte Betrachtung von "Key to the City - London" stattfinden.

Das vorliegende Spiel beinhaltet einen interessanten Bietmechanismus, der sehr "leichtfüßig" daherkam. Im Gegensatz zu den gängigen Bietmechanismen wurde der Mechanismus in diesem Spiel mit gelungenen Einfällen ergänzt, wie z.B., dass man seine Figuren erneut versetzen kann, wenn man überboten wurde, oder die Implementierung einer Farbregel (nur "Meeples" der gleichen  Farbe können auf das entsprechende Plättchen gesetzt wurden). Auch das Platzieren der Verbindungsstücke auf die Plättchen der eigenen Auslage, wodurch z.B. Aufwertungen möglich sind oder Siegpunkte generiert werden, zeugt von einer Individualität, die uns bis dato nicht bekannt war. Alles in allem ist zu resümieren, dass "Key to the City" mit schönen Einfällen glänzt und deshalb in den größten Teilen des Spiels andersartig wirkt.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Key to the City - London" konnte in den Testrunden definitiv überzeugen. Der Bietmechanismus ist spannend wie auch individuell und die anfängliche Skepsis ist schnell verfolgen. Auch in einer Spielerbesetzung von 2 Spielern funktioniert das Bieten auf die Plättchen hervorragend. Durch die vielen bunten Verbindungsstücke, den Auslagen der Mitspieler und durch die offene Auslage kann  dennoch ein Durcheinander am Tisch vorherrschen, das den Testspielern nicht so gut gefallen hat, da man irgendwann den Überblick verliert.  Je größer die Auslagen aller Mitspieler werden, desto mehr konzentriert man sich auf seine eigene Auslage, da es enorm viel Zeit brauchen würde, sich einen guten Überblick über alle Auslagen zu verschaffen. Das Spiel verlangt jedoch, dass man sich auf auf die Auslagen der Mitspieler konzentriert und evtl. dort Aktionen ausführt, was jedoch kaum realisierbar ist. Auch das Ständige Umdrehen der Plättchen, die bereits in der Auslage liegen und aufgewertet werden, empfanden die Spieler als etwas hinderlich, da auf diesen meist viele Verbindungsstücke lagen und sich die eigene Auslage oft verschoben hat oder Verbindungsstücke nach dem Umdrehen falsch positioniert wurden. Dennoch bietet das Spiel extrem viele strategische Möglichkeiten, die auch verfolgt und realisiert werden können. Strategen werden bei "Key to the City - London" definitiv auf ihre Kosten kommen. 

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Key to the City - London" liegt bei 53,95 Euro. Die vielen Materialen sind größtenteils hochwertig, jedoch gab es kleinere Probleme mit den dreidimensionalen Gebäuden sowie mit der Schachtelgröße, da nicht alle Materialien in die Schachtel passten und die Gebäude beim Aufbau kleinere Schäden davontrugen bzw. sich überhaupt nicht richtig zusammenstecken ließen. Die Illustrationen empfanden die Testspieler als gut wie auch individuell und die Mechanismen funktionierten auch, wobei kleinere Defizite im Ablauf zu erkennen waren. Das Spiel hat den Testspielern gut gefallen, da es viele Strategien erlaubt und den Spielern unzählige Möglichkeiten zur Verfügung stehen. 

 

                                                          4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Key to the City - London", wenn du...

 

- dir ein klassisches "Euro-Game" zulegen möchtest, das viele strategische Optionen erlaubt

 

- einen andersartigen Bietmechanismus spielen möchtest

 

 

 

Lasse die Finger von dem Spiel, wenn du...

 

- es nicht magst, dass zu viele Auslagen auf dem Tisch liegen und man auf alles achten soll, aber es in der Realität doch sehr schwer sein kann

 

- es nicht leiden kannst, zeitaufwendige Arbeit in Spielen zu verrichten, die den Spielfluss verzögert (z.B. bei den Aufwertungen der Plättchen)

 

* Danke an alle Testspieler!

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung aufgerundet!