Review: "Kampf um den Olymp" von Matthias Cramer

Fakten

Autor: Matthias Cramer

Spieleranzahl: 2

Verlag: Lookout Spiele

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 17,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Krach im alten Grie­chen­land: Die Göt­ter strei­ten unter­ein­an­der und haben den Olymp ver­las­sen. Deine Gele­gen­heit end­lich in den Göt­ter­hain ein­zu­zie­hen. Aber ein Kon­kur­rent hatte die glei­che Idee. Jetzt hilft nur noch ein Duell. Aber Göt­ter kämp­fen nicht selbst, sie las­sen ihre Hel­den und Sol­da­ten gegen­ein­an­der antre­ten. Der Kampf zieht sich bis nach Troja und Del­phi, aber aus­schlag­ge­bend sind die Gefechte am Olymp. Kannst du dei­nen Geg­ner aus dem Feld schla­gen und den Olymp für dich erobern?

(Quelle: Lookout Spiele)


Hintergrundinformationen

 

Der Autor Matthias Cramer ist seit Spielen, wie z.B. "Glen More", "Rokoko" und "Lancaster" etc. kein Unbekannter mehr. Ebenso ist der Verlag "Lookout Spiele" mittlerweile für ihre Zwei-Spieler-Spiele bekannt (Patchwork, Trambahn etc.), die auch im Praxistest gut funktionieren und bei vielen Spielerinnen und Spielern beliebt sind. Da kann doch jetzt mit "Kampf um den Olymp" nichts mehr schiefgehen, oder? ;)


Spielmaterialien

 

Das Spiel besteht hauptsächlich aus Karten, die von sehr guter Qualität sind! Ebenso das kleine Spielbrett sowie die Marker zeugen von sehr guter Qualität. Hier ist absolut die Höchstnote zu vergeben und ein großes Lob an "Lookout Spiele" für dieses hochwertige Produkt auszusprechen!

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Illustrationen

 

Die Illustrationen passen bestens zu der Thematik und wurden sehr ansprechend gestaltet. Hier wurde definitiv der richtige Illustrator (Javier Gonzales Cava) ausgewählt. Die Karten ergänzen sich optisch hervorragend und auch das Spielfeld gliedert sich nahtlos in die Aufmachung ein. Hervorzuheben ist, dass sehr viele unterschiedliche Charaktere angefertigt wurden. Lediglich die Soldaten wurden einheitlich und ohne jegliche Variationen zu Papier gebracht, was etwas schade ist. Nichtsdestotrotz eine tolle optische Umsetzung!

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Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

"Kampf um den Olymp" ist ein kämp­fe­ri­sches Kar­ten­spiel von Mat­thias Cra­mer, bei dem zwei Kon­tra­hen­ten gegen­ein­an­der um den Olymp rin­gen. Dazu schi­cken Sie Ihre Sol­da­ten und Hel­den in den direk­ten Zwei­kampf auf den Schlacht­fel­dern "Olymp", "Del­phi" und "Troja", um sich unter­schied­li­che Vor­teile zu sichern. 

 

Diese Phasen werden von jedem Spieler durchlaufen:

 

1) Handkarten ausspielen

Der Spieler darf beliebig viele Handkarten ausspielen und platziert diese auf seine Seite des Spielplans. Dazu muss er die Kosten der jeweiligen Karte bezahlen, indem er Handkarten in den angegebenen Farben auf den Ablagestapel legt. Ausrüstungskarten werden an bereits ausliegende Einheiten angehängt. Wenn die ausgespielte Karte ein Blitzsymbol aufweist, wird der Effekt der Karte sofort ausgeführt. Helden sind sehr starke Karten, die als beliebige Ressource ausgegeben werden können. Mann kann die Helden natürlich auch mit vielen Ressourcen bezahlen und auslegen. 

 

2) Angreifen

Der Spieler greift mit allen eigenen ausliegenden Einheiten an, die einen Angriffswert von mind. 1 haben. Auch Einheiten, die in vorherigen Runden ausgespielt wurden, greifen an. Alle Angriffe werden der Reihe nach auf dem Spielplan abgewickelt, vom äußersten Platz am Olymp bis nach Troja.

 

Entscheidend bei den Angriffen ist:

a) Es gibt einen Verteidiger: Der Angreifer verwundet den Verteidiger. Dieser bekommt den Schadensmarker in Höhe des Angriffswertes. Erreicht die Anzahl der Schadensmarker den Verteidigungswert, ist die Einheit geschlagen und kommt auf den Ablagestapel (es sei denn, der Kartentext besagt etwas Anderes).  Der Verteidiger schlägt nicht sofort zurück!

 

b) Es gibt keinen Verteidiger: Ein Angriff ohne Verteidiger aktiviert den Bonus des Kampfgebietes. Der Angriffswert ist hierbei egal.

- Olymp: Der Spieler bekommt einen Siegpunkt, d.h. der Zählstein wandert ein Feld in die Richtung des Angreifers. 

- Delphi: Der Spieler nimmt einen der Farbmarker aus der Mitte und legt ihn vor sich ab. Farbmarker zählen wie eine Karte der entsprechenden Farbe und können zum Bezahlen von Karten eingesetzt werden.

- Troja: Der Spieler zieht eine Karte vom Nachziehstapel

 

3) Karten nachziehen 

Der Spieler zieht zwei Karten vom Nachziehstapel.

 

Wann endet das Spiel?

- wenn ein Spieler am Anfang seines Zuges alle eigenen Plätze (seine Spielerseite des Tableaus) besetzt hat. Dieser Spieler gewinnt!

- wenn ein Spieler 7 Siegpunkte erreicht hat. Dieser Spieler gewinnt!

- wenn die letzte Karte des Nachziehstapels gezogen wird - dann gewinnt der Spieler, auf dessen Seite sich der Zählstein befindet. 

 

Wie ist denn nun die Mechanik?

 

Die Abläufe von "Kampf um den Olymp" fügen sich sehr gut ineinander. Ferner wurden die diversen Effekte der Karten gut durchdacht und sind ebenso stimmig. Des Weiteren hatten die Testspieler das angenehme Gefühl, dass sich die Karten in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis bewegten. 

Dennoch ist anzuführen, dass "Kampf um den Olymp" nicht nur sehr glückslastig ist, sondern auch diese Glückskomponente zu manch frustrierenden Momenten geführt hat. Diese Glückslast bewegt sich im Rahmen der nachziehenden Karte, die im Hinblick auf die Ressourcen elementar sind. Verfüge ich nicht über die richtigen Ressourcen, so kann der eigene Spielfluss schnell ins Stocken geraten, da kein Auslegen der Karten mehr möglich ist und dies kann wiederum in manchen Fällen eine Niederlage zur Folge haben. Dennoch ist zu ergänzen, dass "Kampf um den Olymp" ein knackiges Spiel für  Zwischendurch ist (in den meisten Fällen!) und nicht den Anspruch hegt, ein "Hochstrateger" zu sein. Dennoch hätte dem Spiel ein gewisses Balancing im Hinblick auf das Nachziehglück gut getan. 

Die Siegbedingungen sind allesamt gut gewählt. Mit unterschiedlichen Voraussetzungen war es Spielern gelungen, das Spiel für sich zu entscheiden, was dafür spricht, dass keine der Siegbedingungen sich als die Stärkste herauskristallisierte.

Alles in allem funktionieren die Mechanismen gut!

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Innovationen

 

Die grundlegenden Abläufe von "Kampf um den Olymp" sind kein innovativer Meilenstein (Karten auslegen, Ressourcen bezahlen, Angreifen). Nichtsdestotrotz ist anzuführen, dass gerade das Spielfeld, die Siegbedingungen und die auf das Spiel angepassten Karteneffekte relativ frisch wirken. Die unterschiedlichen Boni, die eintreten, wenn man einen Angriff ohne einen Verteidiger tätigt, "peppen" den Ablauf des Spiels nochmals auf. Schöne Ideen!

                                                 4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Als Absacker hat uns "Kampf um den Olymp" überdurchschnittlich gut gefallen.

Aufgrund der Abhängigkeit der Handkarten waren manche Partien recht zügig zu Ende und das Kartenglück schien den Spieler bzw. die Spielerin nicht so stark zu frustrieren. In manch anderen Partien kam es jedoch aufgrund dieser Glückslast dazu, dass sich für den "Pechvogel" das Spiel schon sehr zäh angefühlt hat, da dieser im Spiel einfach nicht weiterkam. Auch war schon nach einiger Zeit der Pechsträhne klar, dass dann das Spiel verloren ist und somit keine richtige Motivation mehr im Schlussteil der Partie aufkam. Dennoch gab es auch Partien, die sehr knapp entschieden wurden, weil beide Spieler effektiv einsetzbare Karten zur Verfügung hatten und ein offener Schlagabtausch stattfand. Und in diesen Momenten hat das Spiel richtig Spaß gemacht!

Fraglich ist jedoch wie hoch der Wiederspielreiz ist. Klar, man hat viele unterschiedliche Karten und es macht Freude, diese auszuprobieren. Auf der anderen Seite jedoch sind das Spielfeld bzw. die unterschiedlichen Boni nicht variabel und man hat es mit den immer gleichen Gegebenheiten (Feldern) in der gleichen Konstellation zu tun. Alles in allem ist das vorliegende Spiel ein guter "Absacker", der in der überwiegenden Anzahl der Partien Spaß gemacht hat!

                                                 3,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Kampf um den Olymp" liegt bei 17,99. Die Materialien sind von herausragender Qualität und die Mechanismen funktionieren größtenteils, wobei das Glückselement (Nachziehen der Karten) zum Stocken des Spielflusses führen kann. Auch sind einige kreative Impulse zu erkennen, die in das Spielgeschehen implementiert wurden. Des Weiteren sind die Illustrationen schön anzuschauen und sind wirklich gut gelungen. Der Spielspaß varriert von Partie zu Partie und erstreckt sich von spannend bis hin zu stark frustrierend.

                                                4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Kampf um den Olymp", wenn du...

 

- ein taktisches Spiel suchst, das mit einer außerordentlich guten Optik glänzt.

 

- Spiele mit direkten Konfrontationen spielen willst.

 

- kein Problem damit hast, wenn du keine passenden Karten ziehst und sich der Spielablauf für dich aufhängen kann.

 

 

Lasse die Finger von "Kampf um den Olymp", wenn du...

 

- Elemente bzw. Spielmechanismen suchst, die den Glücksanteil beim Nachziehen ausgleichen.

 

- durchweg in allen Partien ein spannendes Spiel bis zum Schluss haben willst. Denn manchmal ist das Spiel schon frühzeitig entschieden und demnach ohne Anreize für den Verlierer im Schlussteil der Partie. 

 

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet.

* Danke an alle Testspieler!