16.04.17

Review: "Insider" von Akihiro Itoh, Kwaji, Daichi Okano, Kito Shinma

Fakten

Autor: Akihiro Itoh, Kwaji, Daichi Okano, Kito Shinma 

Spieleranzahl: 5-7

Verlag: Oink Games

Spieldauer: ca. 15 Minuten

Alter: ab 9 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 17,90 Euro


Spielbeschreibung

 

Könnte es nicht sein, dass wir von Stimmen und Eindrücken von außen manipuliert werden, obwohl wir glauben unsere Entscheidungen komplett eigenständig zu fällen?

 

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Spiel "Insider". Während man im Gespräch mit anderen eine bestimmte Antwort finden muss, muss man außerdem den Insider entlarven, der heimlich versucht das Gespräch zu manipulieren. Er tut natürlich alles um dabei nicht aufzufallen.

(Quelle: Oink Games)


Hintergrundinformationen

 

Bei den Produkten des Verlages "Oink Games" sind die Testspieler immer wieder aufs Neue gespannt drauf, was sich in der kleinen Schachtel verbergen wird. Denn gerade die Spiele "Tiefseeabenteuer" (Rezension: hier) und "A fake Artist goes to New York" (Rezension: hier) haben auf ganzer Linie überzeugt. "Insider" ist nunmehr das dritte Spiel, welches wir unter die Lupe nehmen und hoffen natürlich, dass es an die bisherigen Titel anknüpfen kann. Übrigens kann ich nicht oft genug auf das Interview mit der Geschäftsführerin von Oink Games Deutschland (Laura Grundmann) hinweisen, die dem Brettspiegel Rede und Antwort gestanden ist und interessante Aspekte ihrer Arbeit schildert (Interview: hier).


Spielmaterialien

 

An den Materialien von "Insider" ist überhaupt nichts auszusetzen. Die Karten, Plättchen und die Sanduhr werden hohen Qualitätsansprüchen gerecht und sind in keiner Weise zu bemängeln. Auch nach vielen Testpartien konnten keine gravierenden Gebrauchsspuren ausgemacht werden. Super!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Wie bei allen bisher getesteten Spielen des Verlages glänzt das Design der Schachtel mit einem hohen Wiedererkennungswert und reiht sich mit diesem optimal in die Produktpallette ein. Man hat es erneut geschafft, dass man anhand des Schachteldesigns auf den Verlag schließen kann, was wirklich gut gelungen ist (Corporate Design). Die Farbauswahl (Schwarz, Rot, Weiß) finden wir passend zu der Thematik und gut in Szene gesetzt. Auch die im Spiel enthaltenen Plättchen knüpfen an das vorhandene Design an und stellen das Motiv, das ebenfalls auf der Schachtel zu sehen ist, angemessen dar. Bewusst wurde auf zu viel "Schnörkeleien" bei den Karten verzichtet, was ebenso passt, da das Thema an sich auch sehr nüchtern ist und nicht zu vielen illustrativen Ausschweifungen verleitet.

Alles in allem hat uns das optische Gesamtpaket gut gefallen.

                                                         5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Das Spiel beginnt mit einem Quiz. Im Spiel wird zufällig ein Insider der Spieleleiter und die Bürger ermittelt. Alle müssen dem Spielleiter, der das aktuelle Thema kennt, Fragen stellen. Er kann nur mit "Ja", "Nein" oder "Ich weiß nicht" antworten.

 

"Ist es ein Tier?" - "Nein"

"Gab es das schon vor 100 Jahren?" - "Ja"

"Kann ich es im Supermarkt kaufen?" - "Nein"

 

Die Spieler müssen durch Fragen die richtige Antwort finden. Sie haben dafür nur 5 Minuten Zeit. Wenn sie die Antwort nicht schnell genug finden, verlieren alle!

 

Das ganze ist schwer, doch meistens finden die Spieler die richtige Antwort. Das liegt vor allem daran, dass einer unter ihnen der Insider ist, der die Antwort kennt.

 

Der Insider versucht inkognito zu bleiben und kontrolliert die anderen mit gezielten Fragen, die sie näher zur richtigen Antwort bringen. Es ist dabei sehr wichtig, dass er unbekannt bleibt, da er sonst verliert.

 

Nachdem die richtige Antwort gefunden wurde, versuchen alle (auch der Spielleiter) den Insider unter ihnen auszumachen. "Insider" ist ein Spiel, das zwei Komponenten vereint: die Antwort in einem Ratespiel zu finden und aufzudecken wer der 'Insider ist! Es ist ein Gesprächsspiel, das nicht lange dauert und für alle Teilnehmer spannend und kurzweilig ist.

 

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

 

Die Mechanismen des Spiels sind relativ einfach gestrickt, da es sich hier um ein Partyspiel handelt. 

"Insider" lässt sich in 2 Spielabschnitte unterteilen, der kooperativen und der konfrontativen Phase. Diese zwei Abschnitte wurden hervorragend miteinander verknüpft und ergeben ein sinnvolles sowie passendes Spielsystem. Ein Rollenspiel liegt in gewisser Weise vor, da der Insider den Begriff kennt (die Bürger nicht) und dieser demnach die Gruppe beim Erraten des Begriffs voranbringen muss, ohne damit als Insider enttarnt zu werden. Wird der Begriff erraten, bevor die Sanduhr abläuft, geht's in die nächste Phase. Der Person, die den Begriff erraten hat, werden noch einige Fragen gestellt, um herausfinden, ob dieser der Insider ist und den Begriff schon sowieso kannte. Natürlich kann es auch der Insider gewesen sein, der den Begriff erraten hat, um die versammelte Mannschaft vor der Niederlage zu bewahren. Letztlich findet noch eine knallharte Entscheidung statt, in welcher darüber abgestimmt wird, wer der Insider ist.

Gerade die Rolle des Insiders wurde gut in das Spielgeschehen eingebunden, da dieser zwar zur Gruppe gehört, jedoch in Wahrheit gegen die Gruppe spielt. Die Bürger müssen im Verlauf des Erratens auch in gewisser Weise klar machen, dass sie selbst nicht der Insider sind. Ebenso der Zeitpunkt, in welchem man der Person, die den Begriff erraten hat, Fragen stellt, kann vom Insider geschickt genutzt werden, um von sich selbst abzulenken. Auf der anderen Seite nehmen die Bürger in dieser Phase eine Rolle des Detektivs ein und können mit geschickten Fragen nachhaken, um dem wahren Insider auf die Schliche zu kommen. Gerade diese Rollenspiele haben einwandfrei funktioniert!

Nicht so gut fanden wir dementgegen, dass das Spiel sofort endet, nachdem der Begriff in der ersten Phase von der Gruppe nicht erraten wurde. Man verliert zwar als Team das Spiel, es bekümmert einen jedoch nicht, da im Anschluss direkt noch eine Partie gespielt wird. Demzufolge wäre ein "Endranking" angebracht gewesen, um den Gewinner aus einer Reihe von Partien auszumachen, da man das Spiel definitiv mehrere Male am Stück spielt. Gleichsam würde man so einer gemeinsamen Niederlage mehr Gewicht verleihen und es würde sich mehr wie eine Niederlage anfühlen, wenn man als Team den Begriff nicht errät. Denn oft denkt man sich in Momenten der kooperativen Niederlage bei "Insider": "Ja gut, dann haben wir halt gemeinsam verloren und jetzt? Dann spielen wir halt direkt noch eine Partie".

Ansonsten funktionert das Spiel gut!

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Insider" bedient sich vorhandener Spielelemente und mixt diese in einer angenehmen Weise zusammen. Das Rad im Genre der Partyspiele wird mit diesem Produkt definitiv nicht neu erfunden. Folglich werden vorhandene Spielideen in einem neuen Setting präsentiert. Diese Ideen umfassen u.a. das Stellen von Fragen sowie die Beantwortung dieser mit Ja/Nein oder Rollenspiele, wobei man zu einem bestimmten Zeitpunkt über Personen abstimmen muss. Besonders sticht die Phaseneinteilung in Kooperation und Konfrontation hervor, die einen sehr frischen und zugleich innovativen Touch hinterlässt.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Insider" hat den Testspielern gut gefallen. Es ist schnell gespielt und demnach bleibt es nie bei nur einer Partie. Ebenso ist der Einstieg in das Spiel nicht schwer, da es keine komplexen Abläufe beinhaltet. Also passt schon einmal das Format in die Kategorie der Partyspiele.

Das Ausleben der zugeteilten Rolle macht viel Spaß und die "Jagd" nach dem Insider stellt ebenso eine knifflige und zugleich spannende Angelegenheit dar. Hinzu ist es auch als Insider sehr interessant, zum einen die Gruppe beim Erraten des Begriffs behilflich zu sein, aber zum anderen auch nicht zu stark aufzufallen, um einer Enttarnung zu entgehen.

Dennoch hat der Umstand, dass man als Gruppe auch einen Begriff nicht erraten kann und man somit als Gruppe verliert, nicht seinen vollen Reiz entfalten können, da man das Gefühl des "Verlierens" nicht wirklich gespürt hat. Demnach hat es sich leider nicht wie ein gemeinsames Verlieren angefühlt. Elemente, die das Gewinnen und insbesondere das gemeinsame Verlieren mehr unterstreichen bzw. hervorheben, hätten definitiv für mehr Spielspaß gesorgt, um so die Spannungsmomente zu intensivieren.

Ansonsten ist "Insider" ein tolles Partyspiel, wobei uns "A fake artist goes to New York" und "Tiefseeabenteuer" in dieser Sparte besser gefallen haben.

                                                        4,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von liegt bei 17,90 Euro. Die Spielmaterialien sind von guter Qualität und auch das Produktdesign konnte mal wieder mit seiner außergewöhnlichen Erscheinung punkten. Bekannte Ideen wurden in "Insiders" neu verwoben und in einem neuen "Gewand" dargestellt. Das Spiel hat den Testspielern gut gefallen und es ist nicht schwer, sich zu einer neuen Partie "Insiders" mitreißen zu lassen, da das Spiel überwiegend funktioniert. Ein Punktesystem für einen Gesamtgewinner über mehrere Partien (nur ein Beispiel ;)) hätte das Spiel jedoch reizvoller gemacht, da auf diese Weise jede Partie nicht für sich isoliert betrachtet wird und so Sieg und Niederlage pro Partie stärker ins Gewicht fallen. Weiterhin ist anzumerken, dass für den Preis hinsichtlich der Quantität der Materialien noch etwas Nachholbedarf vorherscht, da in diesem Preissegment der Packungsinhalt doch etwas gering ist.

                                                           4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Insider", wenn du...

 

- ein Partyspiel haben willst, das dich auffordert unterschiedliche Rollen einzunehmen

 

- ein Spiel spielen willst, das sowohl einen kooperativen wie auch konfrontativen Aspekt beinhaltet

 

 

Lasse Finger von "Insider", wenn du...

 

ein komplett neues Spielkonzept spielen willst

 

 

 

* Danke an alle Testspieler

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung abgerundet