03.01.17

Review: "Indian Summer" von Uwe Rosenberg

Fakten

Autor: Uwe Rosenberg

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Verlag: "Edition Spielwiese"

Spieldauer: 15 bis 60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP  34,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Bevor der Winter Einzug hält, taucht ein besonders warmer Herbst den Wald in einen goldenen Schimmer. Neuengland blüht im Indian Summer ein letztes Mal auf. Baumkronen erstrahlen in unzähligen Farbtönen. Ein lebendiger Regenbogen, von Grün über Orange bis Rot. Auf ihren Wanderungen durch den Wald entdecken die Spieler allerlei kleine Schätze. Sie sammeln Beeren, Nüsse, Pilze und Federn ein, oder halten kurz inne, um scheue Waldbewohner zu beobachten. Das Herz des Spiels bilden laubbedeckte Puzzleteile mit Löchern, die auf individuellen Waldbodenplänen gelegt werden. Ab und an lünkern dabei Fundstücke durch die Löcher im Laub, die im Verlauf des Spiels eingesammelt werden können. Sie geben den Spielern neue Optionen und einen Vorteil gegenüber ihren Mitspielern. Doch am Ende zählt nur, wer als Erstes seinen Waldboden vollständig mit bunten Laubblättern abgedeckt hat.

(Quelle: Edition Spielwiese) 


Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Uwe Rosenberg hat mit dem Spiel "Patchwork" im Jahr 2014 einen "Puzzelmechanismus" ins Leben gerufen, der sehr gute Resonanzen in der Brettspielszene erhielt. Mit "Ein Fest für Odin" und "Cottage Garden" hat er diesen Mechanismus immer wieder aufgegriffen und behandelt. Aktuell steht das neue "Puzzelspiel" von Rosenberg an, und zwar "Indian Summer", das der direkte Nachfolger von "Cottage Garden" sein soll. Was wird sich Rosenberg diesmal einfallen lassen?


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer äußerst guten Qualität! Die unzähligen Plättchen, der dreidimensionale Strauch, die Spielertableaus und auch die Plättchenablage könnten mit ihrer Wertigkeit restlos überzeugen. Zudem wurden die Löcher in den Puzzelplättchen angenehm ausgestanzt, sodass weitere runde Plättchen problemlos auf diese gelegt werden können. Eine sehr qualitative Produktion!

                                                           6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

"Indian Summer" stellt die Herbstzeit sehr gut dar! Es wurden kräftige Rot- ,Gelb- und Grüntöne benutzt, um die Laubblätter bzw. den Wald darzustellen, was gut gelungen ist. Auch die Tierplättchen fügen sich gut in das Konzept und ergeben mit den Puzzelteilchen ein rundes Gesamtbild. Zudem wurde thematisch passend ein Rucksack (Spielerübersicht) sowie Schuhe (Startplättchen) illustriert, um bestmöglich einen Waldspaziergang zu simulieren. Super!

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert "Indian Summer"?

 

Wie ist die Spielmechanik zu bewerten?

 

Uwe Rosenberg halt ein spielmechanisch einwandfreies Spiel entwickelt! Die Phasen wurden sehr gut durchdacht und ergeben definitiv Sinn. Der Umstand, dass man bestimmte Symbole auf dem Spielertableau am besten mit den Löchern der Puzzelplättchen "abdeckt" ist definitiv gelungen. Durch dieses "Abdecken" werden die entsprechenden Symbole in Form von runden Plättchen auf die Puzzelteilchen gelegt, die dann wiederum eingesammelt werden, wenn ein entsprechender Bereich des Spielertableaus vollständig gefüllt wurde. Mit diesen Plättchen kann man dann bestimmte Sonderaktionen ausführen, die perfekt in das Spielsystem integriert wurden und die Handlungsfreiheit erweitern. Zudem muss noch überlegt werden, in welcher Konstellation die Ausstanzungen in den Puzzelteilen angeordnet werden, da auf diese wiederum Tierplättchen gelegt werden können, wodurch erneut Boni generiert werden. Diese Zusammenhänge zeigen sehr stark, dass das Legen der Plättchen und somit die Anordnung der Ausstanzungen weitreichende Folgen mit sich ziehen, was wiederum zu der Annahme führt, dass die Abläufe extrem gut miteinander verwoben wurden. Eine sehr gelungene Entwicklerarbeit liegt mit "Indian Summer" vor!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Mit "Indian Summer" greift Rosenberg auf seine bisherigen Puzzelmechanismen zurück, die u. a. in "Patchwork"  Anwendung fanden. Die neuen Ausstanzungen in den Puzzelteilen sind gelungen bzw. einfallsreich und lassen innovative Impulse erkennen, die das grundlegende Spielsystem bereichern. Nichtsdestotrotz verharrt das Spielgefühl auf einer sehr gewohnten Ebene und die Spielabläufe lassen lebendige Abläufe missen, die starke Abgrenzungen zwischen "Patchwork" bzw. "Cottage Garden" und "Indian Summer" begünstigen würden. Den Testspielern kam "Indian Summer" zu gewöhnlich bzw. zu bekannt vor und man hätte sich gewagtere Abläufe gewünscht. Vielleicht kann die fehlende Frische dahingehend begründet werden, dass es sich langsam "Ausgepuzzelt" hat, da  Rosenberg den "Puzzelmechanismus" durch die vielen Puzzelspiele bereits ausgereizt hat.

                                                          3,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Indian Summer" wurde von den Testspielern nach vielen Partien als solide bewertet. Die Abläufe sind gelungen und es ist definitiv eine Steigerung zu "Cottage Garden" zu sehen. Nichtsdestotrotz fehlt es dem Spiel an Spannungsmomenten und an Interaktion, da jeder Spieler eigentlich an seinem eigenen Tableau herumwerkelt. Zwar erlaubt eine Fähigkeit das Wegnehmen von Puzzelteilen bei anderen Spielern und auch das Nehmen von Puzzelteilen aus einer gemeinsamen Auslage stellt eine Form der Interaktion dar, jedoch fühlt sich "Indian Summer" auf gewisse Art und Weise letztlich sehr solitär an. Das vorliegende Spiel hat definitiv einen höheren Anspruch als "Cottage Garden" und durch die Ausstanzungen sollten die Plättchen wohl überlegt platziert werden, um evtl. Boni und Tierplättchen in Anspruch nehmen zu können. Alles in allem ist das Spiel in Ordnung und hat die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen können.

                                                          3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Indian Summer" liegt bei 34,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer sehr guten Qualität und auch die optische Darbietung konnte mit ihren kräftigen Farben überzeugen. Uwe Rosenberg hat aus Entwicklungssicht eine einwandfreie Arbeit geleistet, sodass keine spielmechanischen Fehler vorhanden sind. Dennoch lässt "Indian Summer" kreative Ansätze vermissen, die zu einem spannenden und neuartigen Spielerlebnis geführt hätten. Das Spiel ähnelt seinen bisherigen Puzzelspielen und das Spielerlebnis unterscheidet sich im Kern kaum. 

                                                          3,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Indian Summer", wenn du...

 

- ein Fan von Puzzelspielen, wie z. B. "Patchwork" bist

 

- ein eher ruhiges Legespiel mit einem friedlichen Thema suchst

 

 

Lasse die Finger von "Indian Summer",wenn du...

 

- schon "Cottage Garden" oder "Patchwork" nicht gut fandest, denn "Indian Summer" erzeugt ein sehr ähnliches Spielgefühl

 

- starke Emotionen im Spiel erleben willst

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!