Review: "Im Schatten des Throns" von Oleksandr Nevskij und Oleg Sidorenko

Fakten

Autor: Oleksandr Nevskij und Oleg Sidorenko

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: 2Geeks

Spieldauer: 20 Minuten

Alter: ab 10-100 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis:UVP 12,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Geheime Organisationen kämpfen um die Herrschaft über das alte Königreich. Intrigen, Erpressungen und Drohungen stehen für alle auf der Tagesordnung, die im Schatten des Thrones die Macht ergreifen wollen. Es geht um Macht und Kontrolle – je mehr Diener, Adelige und Würdenträger man kontrolliert, desto näher kommt man der Macht.

Im Schatten des Throns ist ein schnelles Kartenspiel, bei dem die Mitspieler um den Einfluss auf hohe Würdenträger und Höflinge konkurrieren. Ob Barde, Alchemist, Kardinal, Hofnarr, König oder Königin – der gesamte Hofstaat spielt beim Machtkampf mit. Wer kann die Fähigkeiten der verschiedenen Gruppen am geschicktesten gegeneinander ausspielen und so seine Macht festigen?

Die Spieler müssen Karten sammeln und nutzen dabei die besonderen Eigenschaften der Figuren zum Angriff und zur Verteidigung. Wer die verschiedenen Fähigkeiten geschickt kombiniert, verlängert den eigenen Spielzug und kann so mehr Karten anhäufen – oder gegnerische Karten zerstören.

Der Spieler, der am Ende die Kartenstapel mit den meisten Siegpunkten vor sich liegen hat, erringt die Herrschaft im Königreich. 

(Quelle: 2Geeks)


Hintergrundinformationen

 

Der Verlag "2Geeks" existiert noch nicht allzu lange und hat bereits mit dem ersten Titel "Piraten der 7 Weltmeere" (2015) einen guten Einstieg in die "Brettspiellandschaft" hingelegt. Dieses Jahr (2016) veröffentlichte der Verlag zur Spielemesse in Essen zwei weitere Spiele, und zwar "Das Allerbeste Baumhaus" und "Im Schatten des Throns". "Das Allerbeste Baumhaus" hat uns bereits gut gefallen (hier: Rezension). Mal schauen, ob uns das vorliegende Spiel genauso gut gefällt...


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Im Schatten des Throns" sind qualitativ hochwertig. Das Spiel besteht aus Karten, die auch nach vielen Testpartien kaum gravierende Abnutzungserscheinungen aufwiesen. Der Aufdruck der Schachtel im 3D-Format ist mittlerweile schon Standard bei "2 Geeks" und überzeugt immer wieder. Ferner besteht die Spielschachtel nicht aus Pappe, sondern aus Metall, was sehr luxuriös sowie hochwertig ist. Sehr gut!

                                                   6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen haben uns gut gefallen und der Stil des Illustrators konnte überzeugen! Es wurden neun Charaktere zu Papier gebracht, die allesamt zueinander passen und zu einer gelungenen Optik beitragen. Da "nur" neun Charaktere illustriert wurden, wäre es schön gewesen, wenn kleine Variationen innerhalb einer Kartensorte zu erkennen wären, da sich das optische Gesamtbild schnell erschöpft. 

                                                    4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert im "Im Schatten des Throns"?

 

Spielablauf

Die Spieler sind im Uhrzeigersinn nacheinander an der Reihe.

 

Spielzug

Ein Spielzug hat zwei Phasen.

 

Phase 1

Karten aufdecken: Der aktive Spieler deckt nacheinander Karten vom Nachziehstapel auf und legt diese in die Tischmitte. Der Spieler darf nur maximal 5 Karten aufdecken. Nach dem Aufdecken jeder Karte muss sich der Spieler entscheiden: möchte er mit dem Aufdecken fortfahren oder die aufgedeckte(n) Karte(n) sammeln oder tauschen (Siehe „Phase 2“).

 

Eine Karte zerstören: Jedes Mal, wenn eine neu aufgedeckte Karte den gleichen Wert wie die zuletzt aufgedeckte Karte hat oder durch Ausspielen einer Fähigkeit den gleichen Wert annimmt, kann der aktive Spieler eine Karte eines beliebigen Spielers zerstören. Die zerstörte Karte wird auf den Ablagestapel gelegt. Während eines Zuges können mehrere Karten zerstört werden, aber nur eine Karte pro Spieler. Es kann auch eine eigene Karte zerstört werden.

Hinweis: Wenn der Spieler, dessen Karte zerstört werden soll, die Fähigkeit des Alchemisten nutzen kann, dann muss er nur den Alchemisten abwerfen.

Unterbrechung des Zuges: Der Zug eines Spielers endet sofort, wenn der Wert einer neu aufgedeckten Karte höher ist als der Wert der zuletzt aufgedeckten Karte und der aufdeckende Spieler keine Möglichkeit hat, diesen Wert mit Hilfe von Fähigkeiten zu verringern. Er legt dann alle aufgedeckten Karten auf den Ablagestapel.

 

Phase 2

Karten sammeln: Sobald ein aktiver Spieler das Aufdecken der Karten beendet hat, kann er sich entscheiden, die Karten zu sammeln. Er nimmt die aufgedeckten Karten und legt sie vor sich aus. Gleiche Karten müssen jeweils versetzt übereinander gestapelt werden, sodass die Anzahl der Karten pro Stapel jederzeit für alle Spieler sichtbar ist. Hat ein Spieler eine Karte erhalten, die er bereits in einem Stapel sammelt, muss er sie auf den entsprechenden Stapel legen, sofern der Stapel aus weniger als 5 Karten besteht. Solange diese Höchstzahl nicht erreicht ist, darf er diese Karte nicht abwerfen. Erhält ein Spieler die sechste Karte eines Kartentyps, muss er diese abwerfen.

Hat ein Spieler eine Karte erhalten, die er noch nicht vor sich ausliegen hat, muss er für diesen Kartentyp einen neuen Stapel beginnen. Ein Spieler darf nicht mehr als 5 verschiedene Kartentypen gleichzeitig sammeln. Das heißt, ein Spieler kann maximal 5 Kartenstapel vor sich auslegen. Solange ein Spieler noch weniger als 5 Stapel vor sich liegen hat, muss er für jeden neuen Kartentyp einen neuen Stapel beginnen. Sobald der Spieler 5 Stapel vor sich liegen hat, muss er eventuelle überschüssige neue Karten abwerfen oder alternativ bereits vorhandene Stapel abwerfen und neue Kartentypen in neuen Stapeln sammeln. 

Karten tauschen: Sobald der aktive Spieler das Aufdecken der Karten beendet hat, kann er sich entscheiden, alle aufgedeckten Karten gegen eine Karte eines Mitspielers zu tauschen. Dazu gibt er diesem alle Karten und nimmt sich eine Karte von einem beliebigen Stapel dieses Spielers. Der Mitspieler darf die Karten, die er im Tausch erhalten hat, nach den oben beschriebenen Regeln bei sich auslegen.

Fähigkeiten der Karten: Um die Fähigkeiten von Modifikations- und Verteidigungskarten nutzen zu können, muss man die höchste Anzahl des jeweiligen Kartentyps vor sich liegen haben. Falls mehrere Spieler die gleiche (höchste) Anzahl eines Kartentyps vor sich ausliegen haben, können sie alle die entsprechende Fähigkeit nutzen.

Wurde eine Fähigkeit ausgespielt, wird die oberste Karte des entsprechenden Stapels um 90 Grad gedreht und die Fähigkeit steht dem Spieler für diesen Zug nicht mehr zur Verfügung. Die Fähigkeit eines Stapels kann nur einmal pro Zug verwendet werden, unabhängig von der Anzahl Karten im Stapel. Ein Spieler kann beliebig viele seiner Fähigkeiten auf die zuletzt aufgedeckte Karte anwenden. Diese Fähigkeiten gelten bis die nächste Karte aufgedeckt wird.

Durch cleveres Nutzen der Fähigkeiten kann der Zug fortgesetzt werden bzw. kann der Spieler die Möglichkeit erhalten, Karten zu zerstören.

Das Spiel endet sofort, wenn ein Spieler die Karte "Spielende" aufdeckt.

Wie ist die Spielmechanik?

 

"Im Schatten des Throns" funktioniert und die Abläufe wurden gut strukturiert! Ein erheblicher Glücksfaktor ist gegeben, der jedoch mittels der Kartenfähigkeiten in einem bestimmten Rahmen gedämpft werden kann (wenn man die entsprechenden Charaktere besitzt). Gerade der Umstand, dass man nicht nur abhängig vom Aufdecken der Karten ist, sondern auch das ganze Spiel über den Zerstörungen und Tauschaktionen der Mitspieler ausgesetzt wird, bekommt man arg das Gefühl, nicht genug Kontrolle über das Spielgeschehen zu haben. Andererseits kann man argumentieren, dass man durch Aktionen, wie z.B. Zerstörung und Tausch, die direkten Interaktionsprozesse zwischen den Spielern fördert, was in solch einem Spiel essentiell ist.

Ferner wurden die Fähigkeiten der Karten gut in das Gesamtkonzept integriert. Sehr gelungen ist der Mechanismus, der darauf basiert, dass nur der Spieler die Fähigkeit einer bestimmten Kartensorte aktivieren kann, wenn er von dieser Kartenart die Mehrheit besitzt. Denn dieser Mechanismus löst interessante Entscheidungssituationen aus, die während des Spiels auftreten. Alles in allem funktioniert "Im Schatten des Throns" gut, nur der erhebliche Glücksfaktor gepaart mit sehr prägnanten Interaktions- bzw. Beeinflussungsfaktoren hat den Spiefluss bei manch einem Spieler zum Stocken gebracht.

                                                  4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Auch nach vielen Testpartien wirkte das Gesamtkonzept nicht neuartig und innovativ! Dem Kartenspiel fehlt das Besondere, das es in gewisser Hinsicht auszeichnet und individuell macht. Das Spielgefühl lässt sich kaum von anderen Spielen unterscheiden, auch wenn sich die Autoren bemüht haben, kleinere sowie individuelle Bereiche in den Spielablauf zu implementieren. Alles in allem springt hinsichtlich der Ideen und der Kreativität der Funken nicht über und das vorliegende Kartenspiel fühlt sich gewöhnlich an. 

                                               2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Im Schatten des Throns" fanden wir im Rahmen des Spielspaßes durchschnittlich. Man kann das Spiel spielen, muss es jedoch nicht, da es keine besonderen und zugleich individuellen Eigenschaften vorweist. Weiterhin ist der Wiederspielreiz relativ gering, zumal kaum prägnante Gegebenheiten existieren, die das Spielgeschehen variabel machen. "Im Schatten des Throns" kann als "Absacker" funktionieren, wobei wir in diesem Format dann doch lieber zu anderen Spielen tendieren.

                                                  3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Im Schatten des Throns" liegt bei 12,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von hervorragender Qualität und auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Dennoch ist anzuführen, dass bei der optischen Gestaltung sowie bei den Mechanismen aus unserer Sicht Optimierungen angebracht wären. Auch fühlt sich das Spiel nicht besonders innovativ an und man sucht vergebens nach dem "Wow-Effekt". Des Weiteren kann man resümieren, dass sich der Spielspaß eher im Durchschnitt bewegt.

                                                  3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Im Schatten des Throns", wenn du...

 

- ein Kartenspiel suchst, das leicht zu erlernen ist.

 

- kein Problem damit hast, dass ein erheblicher Glücksfaktor im Spiel vorhanden ist.

 

- ein Spiel mit viel spielerischer Interaktion haben willst.

 

 

Lasse die Finger von "Im Schatten des Throns", wenn du...

 

- sehr schnell frustriert bist, wenn dir Mitspieler in die Quere kommen ;).

 

- ein Spiel suchst, bei dem du viel Kontrolle über den Spielverlauf hast.

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!