14.07.17

Review: "For Sale" von Stefan Dorra

Fakten

Autor: Stefan Dorra

Spieleranzahl: 3-6 Spieler

Verlag: IELLO/Hutter Trade

Spieldauer: 30 Minuten

Alter: ab 10-99 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 15,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Kaufen, kaufen, kaufen - noch nie war die Lage am Hang so sonnig, die Quadratmeterzahl so günstig und die Abschlagszahlung so gering! Jeder möchte natürlich die besten Gebäude zum niedrigsten Preis kaufen. Spieler bauen sich ihren wertvollen Besitz auf und versuchen gleichzeitig, ihre Mitspieler zu möglichst hohen Ausgaben zu verleiten. Denn am Ende des Spiels möchte jeder seinen Besitz so hochpreisig wie möglich verkaufen und den größten Profit erzielen!

(Quelle: Huch & friends)


Hintergrundinformationen

 

Bereits im Jahre 1997 wurde das Spiel "For Sale" von Stefan Dorra über den Verlag Ravensburger herausgebracht. Nun hat der Verlag "Huch & friends" "For Sale" in einer Neuauflage veröffentlicht. Vor einiger Zeit ist auf diesem Blog ein umfassendes Interview mit Stefan Dorra erschienen. Ihr könnt gerne hier klicken, um es zu lesen.


Spielmaterialien

 

Das Spiel besteht aus vielen Karten und Münzen. Die Qualität ist nicht zu beanstanden. Jedoch wäre es besser gewesen, wenn die Münzen etwas größer gestanzt worden wären. Denn dadurch wäre definitiv das Greifen und Sortieren sichtlich leichter. Ansonsten ist das Produkt im Rahmen der Spielmaterialien qualitativ.

                                                         5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen sind "knuffig", teils humorvoll und wurden gut auf die Sparte der Familienspieler abgestimmt. Es macht Spaß, sich die unterschiedlichen Häuser anzuschauen, da diese vielseitig und schön illustriert wurden. Alles in allem konnte die optische Darbietung die Testspieler überzeugen, da diese als ansprechend empfunden wurden.

                                                         4,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

"For Sale" wird in zwei Phasen gespielt: In der ersten Phase kaufen die Spieler Gebäude. Je nach Spieleranzahl werden Gebäudekarten ausgelegt. Die Spieler entscheiden nun reihum, ob sie für eines dieser Gebäude bieten oder aussteigen wollen. Jedes abgegebene Gebot muss das vorhergehende übersteigen. Steigt ein Spieler aus der Bietphase aus, erhält er die Hälfte seines Gebots zurück und zudem die günstigste Gebäudekarte. Der hartnäckigste Spieler muss jedoch alle seine gebotenen Münzen abgeben und erhält dafür aber auch das teuerste Gebäude. Nach dem Kaufen kommt das gewinnbringende Veräußern: In der zweiten Phase verkaufen die Spieler ihre Gebäude. Dazu werden je nach Spieleranzahl Schecks ausgelegt. Die Spieler wählen nun ein Gebäude von ihren Handkarten aus und legen es verdeckt in die Tischmitte. Gleichzeitig werden die Immobilien enthüllt und der Spieler mit dem teuersten Gebäude darf sich den ersten Scheck nehmen, der Spieler mit dem zweitteuersten Gebäude den nächsthöheren Scheck und so weiter, bis alle Spieler einen Scheck erhalten haben. Danach geht der Immobilienboom in die nächste Runde. Das Spiel endet sobald alle Gebäudekarten verkauft wurden. Der reichste Spieler gewinnt das Spiel.

(Quelle: Huch & friends)

 

Wie ist die Spielmechanik zu bewerten?

 

Das Spiel beinhaltet keinen komplexen Mechanismen und ist sehr einfach zu erlernen. Die erste Phase (Kaufphase) und die zweite Phase (Verkaufsphase) wurden gut strukturiert und bauen nahtlos aufeinander auf. Die Abläufe sind sehr simpel und es ist auf mechanischer Ebene keine hohe Komplexität zu erkennen, was gut zu dem Genre der Familienspiele passt. Die Spieler stehen oft vor Entscheidungen: Bei der Kaufphase muss entschieden werden, wie viel Geld man für eine bestimmte Karte investieren will. In der Verkaufsphase muss man sich entscheiden, welchen Scheck man mit welchem Gebäude erreichen möchte. Selbstverständlich spielt auch ein Glücksfaktor mit, da man nie zu 100 % weiß, was die Mitspieler vorhaben und diese schnell mal das eigene Vorgehen "über den Haufen" werfen können. "For Sale" funktioniert einwandfrei und lässt keine mechanischen Defizite erkennen! Gute Arbeit des Entwicklers!

 

                                                          6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"For Sale" fußt auf einem Bietmechanismus, der mit einigen Abwandlungen zum Vorschein tritt wie z.B., dass der Höchstbietende sein komplettes Geld verliert, wobei andere Spieler beim Bieten nur die Hälfte ihres Geldes verlieren etc. Die zweite Phase des Spiels besteht darin, dass man seine Häuser verkauft und der Spieler, der in der Runde das Haus mit der höchsten Zahl ausgespielt hat, dann auch den besten Verkaufswert erzielt. Dies Phasen folgen den herkömmlichen Abläufen und konnten keine sehr frischen Akzente setzen. Alles in allem merkt man "For Sale" an, dass es sich um ein Spiel älteren Jahrganges handelt, welches jetzt neu aufgelegt wurde, da es sich nicht besonders frisch und einzigartig anfühlt. Innovative Mechanismen sind aus heutiger Sicht nicht zu erkennen, was aber grundsätzlich ein Problem sein kann, wenn man ältere Spiele neu herausbringt, da sich der Markt im stetigen Wandel befindet.

                                                           2 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

In den Testpartien kamen die Spieler zum Konsens, dass man "For Sale" als Spiel für zwischendurch spielen kann, aber definitiv anderen Spielen in dieser Sparte Vorrang gewährleisten würde. Gründe dafür liegen eindeutig in der fehlenden Innovationskraft, wodurch sich das Spielsystem etwas "altbacken" anfühlt. Das bedeutet aber nicht, dass das Spiel in den Partien keine Spannungsmomente erzeugen konnte. In bestimmten Situationen fiebert man gewissen Karten und Schecks entgegen, wodurch spannende Spielmomente erzeugt werden. Alles in allem ist der Spielspaß von "For Sale" als durchschnittlich zu bewerten.

                                                         3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP des vorliegenden Spiels liegt bei 15,99 Euro. Die Spielmaterialien bestehen "lediglich" aus Karten und Münzen, wobei die Qualität aller Materialien sehr gut ist. Die Münzen hätten jedoch etwas größer gestanzt werden müssen, wodurch das Greifen und Sortieren sichtlich erleichtert worden wäre. Die Illustrationen fanden die Testspieler thematisch passend und auch die Spielmechanik funktionierte einwandfrei. Im Rahmen der Innovation konnte das Spiel leider nicht überzeugen und man merkt "For Sale" an, dass es ursprünglich einem älteren Jahrgang angehört. Den Spaß am Spiel empfanden alle Beteiligten als durchschnittlich bzw. o.k. Resümiert man alle zu bewertenden Kategorien (inkl. dem geringen Spielumfang) und setzt diese in Relation zum Preis ist folgende Bewertung zu vergeben.

 

                                                        2,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "For Sale", wenn du...

 

- ein Spiel sucht, das schnell zu erlernen ist und sich in einer sehr kurzen Zeit spielen lässt

 

- Spiele magst, in denen "gezockt" und geboten wird

 

 

Lasse die Finger von "For Sale", wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das sehr innovativ und frisch ist

 

- für dein Geld entsprechend viele Spielmaterialien haben möchtest

 

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!