23.12.17

Review: "Feuville" von Udo Peise

Fakten

Autor: Udo Peise

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Verlag: "Huch!"

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017 

Preis: UVP  32,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Feuville – eine wohlhabende Stadt im Süden des Landes. Der Handel floriert und die Stadt wächst und gedeiht. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Baumeistern und tragen so dazu bei, dass Feuville weiter erblüht. Hier gilt es, kühne Ideen zu verwirklichen, die hohe Baukunst unter Beweis zu stellen und so die Gunst der Stadtoberen zu erlangen. Doch Vorsicht! Regelmäßig kommt das Unheil über die Stadt: Dragomir, der Drache, ist neidisch auf den Wohlstand der Stadt und ihrer Bürger. Feuer und Zerstörung sind die Folge, und nur ausreichend Regenzauber kann Feuville vor Schlimmerem bewahren. Wem es gelingt, die Bauvorgaben der Stadtoberen zu erfüllen, ohne dass Dragomir alles zerstört, ist auf dem besten Weg, Ruhm und Ehre zu erlangen und so das Spiel zu gewinnen.

(Quelle: "Huch!")


Hintergrundinformationen

 

"Feuville" wurde vom Entwickler Udo Peise entwickelt, der bereits einige Kinder- bzw. Familienspiele entwickelt hat, wie z. B. "Zig Zag" (2011), "Pronto" (2015) und "Lumina" (2016). Zur Spielemesse "SPIEL 17" ist das Familienspiel "Feuville" über den Verlag "Huch!" veröffentlicht worden. Anlässlich dieser Veröffentlichung ist ein Interview mit dem Entwickler Udo Peise geführt worden (klicke: hier).


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind sehr wertig und es gibt an diesen rein gar nichts zu bemängeln. Die Plättchen und das Spielbrett basieren auf sehr qualitativen Materialien. Auch die Würfel können haptisch einem sehr hohen Anspruch genügen, denn sie sind groß und schwer, was darauf schließen lässt, dass ein Fokus auf die Qualität gelegt wurde. Alles in allem liegt eine sehr gute Produktion vor, jedoch hätte man sich bei so vielen Plättchen eine Systematisierung in der Spieleschachtel gewünscht. Bei der Neuheit "Rajas of the Ganges" hat der Verlag "Huch!" bereits bewiesen, dass ein perfektes Inlay möglich ist.

                                                         5,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Der Illustrator Dennis Lohausen hat das Thema hervorragend umgesetzt! Es wurden ansprechende Charaktere illustriert und auch die unterschiedlichen Stadtplättchen tragen zu einer Varianz bei. Ebenso ist zu erwähnen, dass der Drache, der eines der Hauptelemente im Spiel ist, ebenso auffallend angefertigt wurde, was gut bei den Testspielern ankam. Lohausen hat kräftige Farben ausgewählt, die das Gesamtbild im positiven Sinne hervorstechen lassen. Zudem wurden die Illustrationen optimal auf die Sparte der Familienspiele angepasst. Alles in allem eine gelungene Darbietung des Illustrators.

                                                          5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Schaue dir das folgende Erklärvideo an, um zu erfahren, wie das Spiel funktioniert:

Wie ist die Spielmechanik?

 

"Feuville" funktioniert sehr gut und wird der Zielgruppe der Familienspieler definitiv gerecht. Die Abläufe sind relativ einfach, da zu Beginn eines Zuges stets die beiden Würfel gewürfelt und die entsprechenden Aktionen ausgeführt werden müssen, sodass ein sehr leichter Einstieg für Gelegenheitsspieler geboten wird. Auch wenn das Spiel auf Würfeln basiert, sind genügend Optionen gegeben, da man sich entscheiden kann, eine der ausliegenden Plättchen der Spalte zu nehmen oder die Fähigkeiten der entsprechenden Person zu aktivieren oder gar den Kobold zu nutzen, wodurch man seine Würfelaugen modifizieren kann. Auch das Einsetzen eines Würfels beim Sonderfeld der Fee ist eine lukrative Option und sollte nicht vernachlässigt werden,  weil man zum Teil wirkungsvolle Plättchen erhält. Es kam somit in den Testpartien nicht das Gefühl auf, dass man sehr stark durch die Würfel eingeschränkt wurde und es immer etwas mit dem eigenen Würfelwurf zu bewerkstelligen gab.

"Feuville" enthält neben dem Würfeln noch weitere Glückselemente, wie z. B. das Auslegen neuer Stadtplättchen sowie Wertungsplättchen, die zu bestimmten Zeitpunkten explizit Spieler bevorteilen können. Diesen Glückselementen kann man durch ein bestimmtes Feenplättchen jedoch entgegenwirken. Auch das Würfeln eines Paschs, dass den Drachen herbeiruft, kann  ein Spieler mit einem entsprechenden Feenplättchen entgegenwirken.

Alles in allem kann man sagen, dass die Abläufe sehr gut funktionieren und keine gravierenden mechanischen Mängel zu erkennen sind. 

                                                          6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Das Grundsystem von "Feuville" ist nicht sehr innovativ. 2 Würfel zu würfeln und entsprechend der Würfelaugen aus der jeweiligen Spalte Plättchen zu nehmen oder eine entsprechende Personenaktion durchzuführen ist wahrlich kein innovativer Durchbruch. Auch das Bauen einer Stadt durch die Aneinanderreihung von Plättchen und eine entsprechende Wertung der Symbole wirkt ebenso unkreativ. Der dreigliedrige Aufbau der eigenen Stadt, wobei die obersten Plättchen (Himmel) entsprechend der Anzahl an Wolken die Angriffe des Drachen verhindern, ist eine nette Idee. Jedoch ist im Großen und Ganzen anzuführen, dass die Abläufe doch recht gewöhnlich wirken und wirklich kreative Einfälle ausbleiben.

                                                        2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Die Testspieler empfanden in den Testpartien "Feuville" als ein gutes Familienspiel. Denn gerade für Familienspieler wurde ein angenehmer Einstieg mit einer optimal angepassten Handlungsfreiheit ermöglicht, die nicht überfrachtet wirkt. Wertungen können auf unterschiedlichsten Wegen erfolgen, wodurch breitgefächerte taktische Vorgehensweisen zu verfolgen sind. Auch ist ein gewisser Glücksanteil vorhanden, der dem Spiel gut tut und Spannung erzeugt. Der thematische Bezug von "Feuville" ist solide, zählt aber nicht ganz zu den Stärken des Spiels, da in gewisser Hinsicht "mechanisch" bleibt. Ebenso kann es nicht mit  innovativen Konzepten überzeugen, sondern mit kleineren Einfällen, die in den Spielfluss implementiert wurden. Alles in allem kann man zusammenfassen, dass "Feuville" den Testspielern gut gefallen hat.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Feuville" liegt bei 32,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, bei so einer Vielzahl Spielmaterialien hätte man sich jedoch ein Inlay zum Sortieren gewünscht. Die optische Darbietung ist gelungen und die Illustrationen konnten die Geschmäcker der Tester treffen. Das Spiel wurde gut durchdacht und lässt keine Ungereimtheiten entstehen. Nichtsdestotrotz fehlt an der einen oder anderen Stelle an kreativen Einfällen, die im großen Stil ausgeblieben sind. "Feuville" macht dennoch Spaß ist ein gelungenes Familienspiel im Jahrgang 2017!

                                                           4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Feuville", wenn du...

 

- ein Familienspiel mit einem leichten Einstieg suchst

 

- Spiele magst, die auf einem Würfelmechanismus basieren, denn die Würfel wurden gut in das Spielgeschehen eingebunden

 

 

Lasse die Finger von "Feuville", wenn du...

 

- überhaupt keine Glücksmomente in Spielen magst

 

- ein sehr innovatives Familienspiel spielen willst

 

* Danke an alle Testspieler!