05.05.17

Review: "Die Gärten von Versailles" von Lena und Günter Burkhardt

Fakten

Autor: Lena und Günter Burkhardt

Spieleranzahl: 2-5 Spieler

Verlag: Schmidt Spiele

Spieldauer: 20 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 21,49 Euro


Spielbeschreibung

 

Wer schafft es, den schönsten Garten für den König zu gestalten? In jeder Runde liegen Plättchen aus, auf denen Pavillons, Hecken, Blumenfelder oder Springbrunnen zu sehen sind. Wer hier mit den passenden Karten die richtigen Plättchen ergattert, kann schnell die größten zusammenhängenden Gebiete errichten und die Gunst des Königs erlangen.

(Quelle: Schmidt Spiele)

 


Hintergrundinformationen

 

Bereits das Spiel "Ulm", das letztes Jahr (2016) über den Verlag "Huch & friends" veröffentlicht wurde, bewies, dass der Autor Günter Burkhardt in der Lage ist, gute Brettspiele zu entwickeln (Rezension: hier). Aus diesem Grund waren wir schon sehr gespannt, was "Die Gärten von Versailles" zu bieten hat. Im Vorfeld zu der Veröffentlichung wurde bereits ein Interview mit interessanten Infos geführt (Interview: hier).


Spielmaterialien

 

Der Spielumfang von "Die Gärten von Versailles" umfasst Karten, Plättchen und eine Figur. Die Plättchen sind sehr stabil und konnten sehr vielen Partien standhalten. Die Karten fanden wir hingegen für den Gebrauch doch etwas dünn und diese hätten vom Material her etwas dicker sein können. Die Marker und die im Spiel enthaltene Figur sind dementgegen 1A!

Alles in allem sind die Materialien von einer guten Qualität!

                                                          5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Kartenillustrationen fügen sich gut in die Thematik ein, da diese mit Verzierungen und "pompösen" Details ausgestattet sind, die das Thema des Spiels auch verlangt. Ebenso wurden die Plättchen passend gestaltet und die darauf abgebildeten Symbole sind sehr unterschiedlich, wodurch die gesamte Optik aufgewertet wird. Dennoch wirken die Plättchen doch etwas "steril" und leblos. Details, wie z.B. Personen, hätten die Illustrationen unserer Meinung nach definitiv belebt.

Nichtsdestotrotz ist die optische Darbietung gelungen!

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Das vorliegende Video zeigt euch, wie das Spiel funktioniert:

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Vorweg kann man sagen, dass den Testspielern keine gravierenden spielerischen Mängel aufgefallen sind! Das Spiel verläuft flüssig und der Ablauf ist relativ simpel. Demnach wird "Die Gärten von Versailles" der Zielgruppe der Familienspieler gänzlich gerecht. Das Spiel weist einen hohen Glücksfaktor auf, da man nie weiß, welche Karten die Mitspieler auslegen werden. Folglich kann man auch nicht sicher sein, welches Plättchen man letztlich bekommt. Dieser Prozess ist nur dadurch tendenziell steuerbar, indem man gezielt sehr hohe Nummern oder sehr niedrige Nummern ausspielt. Ob man solche Kartennummern überhaupt bekommt, ist natürlich auch fraglich. Auf der anderen Seite wird der Glücksfaktor dahingehend eingegrenzt, dass alle Plättchen offen ausliegen und man schon im voraus planen kann, welches Plättchen man zukünftig erhalten möchte. Der recht hohe Glücksfaktor belastet die Spielmechanik jedoch nicht immens, da es sich hier um ein klassisches Familienspiel handelt.

"Die Gärten von Versailles" funktioniert einwandfrei!

                                                          6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Auch wenn das Spiel einwandfrei funktioniert, muss doch gesagt werden, dass es sich altbacken anfühlt. Plättchen so zu legen, dass man von einer Art die größtmögliche Fläche zusammenstellt, bringt zur aktuellen Stunde überhaupt keinen innovativen Mehrwert mehr. Der Auswahlmechanismus hingegen (jeder Spieler spielt eine Karte und gemäß der darauf abgebildeten Zahl, darf man sich ein bestimmtes Plättchen nehmen) erfrischt den trockenen Legemechanismus wenigstens etwas auf. Aber auch bei der Auswahl der Karten kam nicht das Gefühl einer prägnanten Innovation auf. Schade!

                                                        2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Den Spielspaß empfanden die Testspieler als durchschnittlich. Sicherlich hat der mangelnde Innovationsfaktor dazu beigetragen, dass sich der Spaß in Grenzen hielt. Für Familienspieler, die noch keines solcher Legespiele im Spielregal haben, kann dieses Spiel jedoch recht erfrischend sein. Wenn man natürlich bisher etliche Spiele mit ähnlichen Legeregeln gespielt hat, kann das ganze Spielerlebnis doch letztlich etwas langatmig werden. Dennoch schafft es "Die Gärten von Versailles" in bestimmten Spielmomenten etwas Spannung aufzubauen, und zwar, wenn die Spieler die Karten aufdecken und man erfährt, ob man das gewünschte Plättchen erhält oder nicht. Alles in allem ist "Die Gärten von Versailles" als ein solides Familienspiel zu bezeichnen.

                                                         3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Die Gärten von Versailles" liegt bei 21,49 Euro. Die Qualität der Materialien genügt hohen Qualitätsansprüchen. Weiterhin ist zu resümieren, dass das Spiel einwandfrei verläuft und es sich sehr flüssig spielt. Die Illustrationen fanden die Testspieler gut, jedoch nicht herausragend. Die Schwachstelle des Spiels ist in der mangelnden Innovationskraft zu sehen, die sich auch negativ auf den Spielspaß ausgewirkt hat. Der Spielspaß ist als durchschnittlich zu bezeichnen. 

                                                        3 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Die Gärten von Versailles", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das leicht zu erlernen ist und nicht sehr lange dauert

 

- ein Spiel für Familien spielen willst, das einen prägnanten Glücksfaktor aufweist 

 

 

Lasse die Finger von "Die Gärten von Versailles", wenn du...

 

- schon etliche Legespiele in deinem Spielschrank hast. Das vorliegende Spiel erfindet das Rad nicht neu.

 

 

* Danke an alle Testspieler

* Aufgrund der Kategorie wurde die Gesamtwertung abgerundet!