Review: Das Vermächtnis- Stammbaum der Macht von Michiel Hendriks

Fakten

Autor: Michiel Hendriks

Spieleranzahl: 1-4

Verlag: Pegasus Spiele

Spieldauer: 45-75 Min.

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2014

Preis: UVP 29,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Frankreich, 1729: Die Französische Revolution wirft ihre Schatten voraus. Um sich gegen die drohenden politischen Umwälzungen zu sichern, ist Umsicht und Planung gefragt. In "Das Vermächtnis" übernimmt jeder Spieler die Rolle eines aristokratischen Familienoberhaupts, das über drei Generationen hinweg versucht, für seine Kinder und Enkel gewinnbringende Ehen zu arrangieren, sowie den Reichtum, Ruhm und Einfluss seiner Familie durch geschickte Aktionen zu mehren.

Das Vermächtnis – Stammbaum der Macht ist eine Mischung aus Brett- und Kartenspiel. Der clevere Kartenmechanismus erlaubt es den Spielern, den Stammbaum ihrer stetig wachsenden Familie darzustellen. Dadurch werden mit jeder Partie einzigartige Dynastien gegründet, die ihre eigene Geschichte erzählen.


Quelle: Pegasus Spiele


Hintergrundinformationen

 

Auf der Messe "Spiel 2014" in Essen habe ich dieses Brettspiel (à la ich kam, sah und kaufte) erworben, da ich im Vorfeld schon sehr interessante Aspekte darüber im Internet gelesen habe. Auch der Spieleverlag "Portal Games", unter dem das Spiel im Ausland erschienen ist, sagt mir mehr und mehr mit qualitativen und vor allem originellen Spielen wie z.b Robinson Crusoe oder aktuell Imperial Settlers zu. Der Verlag Pegasus Spiele hat eine deutsche Fassung mit dem Namen "Das Vermächtnis - Stammbaum der Macht" auf den Markt gebracht, auf die ich unbedingt zugreifen musste. Ob dieses Spiel ein Fehlkauf war oder vielleicht doch eine lohnende Investition, zeigt die Gesamtbewertung dieser Rezension.

Quelle: boardgamegeek


Spielmaterialien

 

An den Spielmaterialien gibt es kaum etwas auszusetzen! "Das Vermächtnis" beinhaltet hauptsächlich viele Spielkarten, die in guter Qualität auftreten. Ebenfalls sind die Spielertableaus und Spielsteine nicht von minderer Qualiltät. Zu bemängeln ist jedoch, dass die Geldplättchen zwar stabil wirken jedoch an der Anzahl sichtlich gegeizt... nein, ich meine umweltschonend gespart wurde :). Anstelle mehr Geldplättchen beizulegen, griff man auf Karten zurück, die ebenfalls Geld symbolisieren (z.B. 1 Karte = 10 Geldeinheiten), was überhaupt nicht gut gelungen ist. Für diesen "Geiz" an der falschen Stelle gibt es definitv einen klaren Punktabzug. Des Weiteren beinhaltet das Regelbuch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Mir kam es so vor, als hätte man „Google-Translate“ zum übersetzen benutzt :(. Des Weiteren sind Abschnitte der Aufrtragskarten bei mir auf Englisch... komisch oder...?

Naja, im Grunde beinhaltet das Spiel qualitative Spielekomponenten, wobei die Gesamtwertung in puncto Quantität, Übersetzung und Produktionssorgfalt gemindert wird.

      4 von 6 Spiegeln


Illustration

 

Ich finde, dass die Illustration von „Das Vermächtnis“, die schon etwas an eine Karikatur erinnert, überaus gut gelungen ist. Die 75 Freundeskarten, sind in mancher Hinsicht sehr lustig gestaltet worden, was einen eigenen Stil untermauert. Das Thema eines Stammbaums und die recht witzigen Illustrationen passen somit wie die Faust aufs Auge zusammen und regen regelrecht zum spaßigen „Geschichten erzählen“ an. Die 88 Kinderkarten ergänzen diesen graphischen Stil, jedoch finde ich es schade, dass nicht 88 unterschiedliche Kinder aufs Blatt gebracht wurden. Vielleicht ist es auch etwas zu viel verlangt ;). Auch die Titel- und Gemeinwohlkarten hätten man auch noch mit Bildern versehen können, um "Das Vermächtnis", das von einer starken Bildsprache lebt, nochmals aufzuwerten. Hätte, hätte, Fahrradkette... ;)

Sowol die Spielertableaus als auch der Spielplan verbinden sich optisch sehr gut mit den Karten, die das Herzstück des Spiels ausmachen.

                                        5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Ich versuche mich bei der Erklärung der Spielregeln eher allgemein zu halten, da es unfassbar viele Karteneffekte gibt, die sich aber von selbst erklären, wenn man sie beim Spielen liest.

 

Jeder Spieler erhält grob:

- ein Familienoberhaupt (hier beginnst du dein Stammbaum und du erhältst dann unterschiedliche Startbedingungen, Geld, Freundeskarten auf die Hand etc.)

- ein Spielertableau (du kannst nicht nur Aktionen auf dem Spielplan ausführen, sondern auch auf deinem eigenen Spielertableau)

- Spielersteine, mit denen du Aktionen ausführen kannst.

- Förderkarte mit Zielen (ein Hauptziel + zwei Unterziele) = am Ende des Spiels bekommst du Punkte für die Erfüllung

 

"Das Vermächtnis" verläuft von Generation zu Generation: Jede Generation besteht aus unterschiedlich vielen Runden: erste Generation (Familienoberhaupt) = zwei Runden, zweite Generation = drei Runden, dritte Generation = vier Runden. Ein Zug umfasst das Setzen von genau einem Stein und die Durchführung der Aktion.

Am Ende jeder Runde (nachdem alle Spieler vollsätndig ihre Aktionen beendet haben) erhält jeder Spieler Gold entsprechend seiner Einkommensleiste auf seinem Spielertableau. Die eigenen Spielsteine werden zurück genommen und die zusätzlichen Spielsteine (darauf komme ich noch später zu sprechen) kommen in den allgemeinen Vorrat.

Ende einer Generation: Jeder Spieler erhält Reputationspunkte (endgültige Punkteleiste) entsprechend seinem aktuellen Ansehen, das auf seinem Spielertableau angezeigt wird.

Die Einkommensleiste und die Ansehensleiste variieren von Zeit zu Zeit, da du Boni erhälst oder Kosten bezahlen musst, die diese Leisten beeinflussen. Auf die Leisten wird am Ende jeder Runde bzw. jeder Generation geguckt und du erhälst dann genau das, was diese zu diesem Zeitpunkt hergeben.

Am Ende jeder Generation erhälst du dann zusätzlich noch Reputationspunkte entpsprechend der Anzahl der Kinder der aktuellen Generation.

Der Rundenmarker gibt an, was zu welchem Zeitpunkt dann eintritt.

 

Welche Aktionen können ausgeführt werden?

 

Auf deinem Spielertableau

 

Heirat/ Ehe arrangieren:

Heirat:

- eine Freundeskarte aus deiner Hand neben ein erwachsenes Familienmitglied der aktuellen Generation legen. Also wenn der Rundenmarker bei Generation Eins ist, dann betrifft das auch diese Generation.

- Kosten der Hochzeit bezahlen oder die Mitgift erhalten (oben Rechts auf jeder Freundeskarte angegeben).

- Unten links sind ebenfalls Symbole abgebildet, die dann auszuführen sind wie z.B. das Einkommen erhöhen, Freundeskarten nehmen etc. Es wird natürlich auch der Kartentext ausgeführt!

- Das Ehepaar erhält ein Kind = ziehe eine Kinderkarte und lege sie unter das Paar. Das Kind gehört jetzt logischerweise der nächsten Generation an!

 

Du kannst aber auch eine Ehe arrangieren: sagen wir mal du willst dieses Kind der nächsten Generation zukünftig verheiraten. Du legst dann die Freundeskarte um 180 Grad gedreht neben dem Kind aus und bezahlst die Kosten oder Erhälst die Mitgift.

- Zu Beginn der nächsten Generation werden alle Kinder erwachsen und alle arrangierten Ehen ausgeführt. Das Kind wird auf die erwachsenen Seite und die Freundeskarte auch auf die „normale Seite“ gedreht. Nun tritt der Karteneffekt ein, die Symbole (links) auf der Freundeskarte werden ausgeführt und das Paar erhält ein Kind.

- Es ist auch möglich, dass Komplikationen bei der Geburt entstehen, wenn eine Komplikationskarte (Kinderkarte) gezogen wird.

Option Eins: Es wird keine Kinderkarte unterhalb des Paares ausgelegt.

Option Zwei: Die Mutter verlieren (Die Karte der Mutter wird auf den Ablagestapel gelegt und du ziehst weiter, bis ein Kind erscheint).

 

Aktion Kinder bekommen:

Es ist bei dem Spiel sehr wichtig, seinen Stammbaum so weit wie möglich auszubauen. Die Aktion Kinder bekommen ist eine Möglichkeit dies neben dem "automatischen Kinder bekommen" bei der Ehe zu erreichen.

- Ehepaar der aktuellen Generation auswählen. Es herrschen auch hier zwei Optionen:

Option Eins: Oberste Karte vom Kinderstapel ziehen

Option Zwei: Ansehen (in diesem Fall Reputationspunkte direkt auf der Punkteleiste) verringern, um so viele Karten vom Stapel zu ziehen, bis ein Kind des gewünschten Geschlechts oder eine Komplikationskarte erscheint.

 

Freunde um Geld bitten:

- Anzahl an offenen ausliegenden Freundeskarten auswählen, Geld bezahlen und diese auf die Hand nehmen

So das waren die Aktionen auf deinem Spielertableau. Du (und nur darfst) diese Aktionen auf deinem eigenen Tableau ausführen. Hierbei kannst du eine Aktion auch öfters aktivieren.

Es gibt auch Aktionen auf dem allgemeinen Spielplan, die für alle zugänglich sind. Jede Aktion auf dem Spielplan kann pro Runde nur einmal mit einem Stein besetzt und anschließend genutzt werden.

Entweder kannst du einen Spielstein deiner Spielerfarbe opfern oder einen Stein der entsprechenden Farbe auf das Feld legen. Somit heißt das, dass du mit deinen eigenen Spielsteinen alle Felder auf dem allgemeinen Spielplan besetzen kannst, aber mit den externen bunten Spielsteinen, die du mittels Karteneffekte und Generationsboni zu Beginn jeder Generation erhälst, die Farbe des Steins und des Aktionsfeldes übereinstimmen muss.

 

Folgende Aktionen sind auf dem Spielplan durchführbar:

 

Titel erwerben:

Titelkarten liegen aus und gewähren dir beim Kauf sofort Vorteile. Dieser Titel muss neben ein erwachsenes Familienmitglied oder Ehepaar der aktuellen Generation gelegt werden. Nur gelbe Spielsteine können dieses Feld aktivieren.

 

Fruchtbarkeitsarzt anheuern:

- Kosten für die Aktion bezahlen, Ehepaar der aktuellen Generation auswählen, 2 Kinderkarten ziehen und unter das Paar auf die Kinderseite legen! Man muss immer beachten, dass ein Ehepaar maximal bis zu drei Kinder bekommen kann. Diese Aktion benötigt einen blauen Stein

 

Herrenhaus erwerben:

- Ehepaar auswählen, Kosten bezahlen und die Karte neben ein Ehepaar auslegen. Hierbei wird das Ansehen auf deinem Spielertableau erhöht = grüner Stein

 

Unternehmen gründen:

- Ehepaar auswählen, Kosten bezahlen und du kannst dein Einkommen um den Wert Eins erhöhen = Stein in Orange

 

Aufgabe nehmen:

Während Generation Eins und Zwei:

- Die obersten zwei Karten vom Aufgabenstapel ziehen und eine Karte davon behalten. Du darfst diese Karten nur während des Spiels erfüllen. Nur die Förderkarte, die ein Hauptziel und zwei Unterziele umfasst und die du zu Beginn des Spiels erhalten hast, wird am Ende des Spiels gewertet!

während Generation Drei:

Die oberste Karte vom Nachziehstapel ziehen und verdeckt unter die eigene Aufgabe legen. Die Startaufgbae (Förderkarte) hat noch zwei Unterziele. Indem du während Generation Drei eine Aufgabenkarte nimmst, legst du diese verdeckt auf deine Hauptaufgabenkarte und aktivierst so eine der beiden Unterziele.

= roter Stein

 

Zum Gemeinwohl beitragen:

- Ehepaar auswählen, Kosten bezahlen und Boni erhalten = gelber Stein.

 

Während des Spiels erhält man schon sehr viele Punkte. Am Ende gibt’s dann noch Punkte für die Förderkarte, die du zu Beginn des Spiels bekommen hast. Wenn du noch Aufgabenkarten während Generation Drei erhalten hast, dann kannst du auch Unterziele dieser Förderkarte aktivieren und so am Ende des Spiels mehr Punkte generieren.

Es ist echt nicht einfach das Spiel textlich zu erklären. Man muss gespielt haben oder "live" gezeigt bekommen, damit man alle Elemente verinnerlichen kann.

 

Wie ist denn so die Spielmechanik:

"Das Vermächtnis" bietet einem Spieler sehr viele Aktionsmöglichkeiten, sowohl auf dem eigenen als auch auf dem allgemeinen Spielplan. Das Herzstück des Spiels sind sicherlich die Karten bzw. deren Effekte, auf denen der Fokus liegt.

 

Wie wirken die einzelnen Mechanismen zusammen:

Die vielen unterschiedlichen Mechanismen bzw. Aktionsmöglichkeiten sind sehr gut miteinander verzahnt und scheinen alle plausibel zu sein. Das Feld Ehe arrangieren/Heirat ist eines der Hauptfelder und es ist nachzuvollziehen, wie andere Aktionen den Grundbaustein legen, um diese "Endaktion" durchführen zu können. Dies unterstreicht nochmals die enge Verbindung zwischen den Aktionsfeldern.

Es ist hoch zu loben, dass die einzelnen Aktionen unfassbar gut thematisch eingebettet worden sind und zu dem wirklich sehr atmosphärischen Spiel beitragen. Hier ist die Verknüpfung zwischen Aktionen und Thematik überaus gut gelungen.

Jedoch hatte ich beim Spielen das Gefühl, dass manche Karten in Relation zu ihren Kosten im Vergleich zu anderen Karten etwas zu stark waren und dies eventuell darauf hindeuten könnte, dass dieses Verhältnis nicht komplett ausgearbeitet ist.

 

Glück? Ein Defizit?

Die Mechanismen funktionieren zum größten Teil ohne erhebliche Defizite und ergeben zusammen ein stimmiges Gesamtbild. Jedoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass "Das Vermächtnis" einen nicht zu unterschätzenden Glücksfaktor beinhaltet. Karteneffekte beziehen sich oft auf Berufsgruppen oder Nationalitäten, die bereits in deinem Stammbaum vertreten sind. Ebenfalls richtet sich die Aufgabenkarte oft an Gruppierungen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, diesem Glücksanteil wenigstens etwas entegegenzuwirken. Es gibt z.B. die Aktion Freunde werben, die es einem gestattet, für nicht allzuviel Geld ausgewählte Karten zu erhalten. Da diese offen liegen, kann man bereits planen, welche Karten man auf die Hand nehmen möchte, wenn sie einem nicht vorher schon weggeschnappt werden. Des Weiteren erlauben Gemeinwohlkarten, aber auch die Effekte auf der linken Seite der Freundeskarten, neue Freundeskarten vom Nachziehstapel verdeckt zu ziehen, sodass einem wieder mehr Optionen und eventuell die benötigten Berufsgruppen/Nationalitäten zur Verfügung stehen.

Dennoch kann es sein, dass man enorm viel Pech hat, was dadurch enstehen kann, dass kaum Karteneffekte miteinander zu kombinieren sind, man nur Komplikationskarten zieht (eine Komplikationskarte pro Generation ist möglich), benötigte Freundeskarten einfach nicht gezogen werden z.B. Berufsgruppe Handwerker, oder der Gegner in Generation Eins und Zwei Aufgaben zieht, die er schon automatisch fast vollständig durch seinen erbauten Stammbaum erfüllt hat.

Man kann das Glückselement zwar bis zu einem gewissen Grad kontrollieren, dennoch bleibt ein kleiner aber dennoch gewichtiger Freiraum für einen unbeherrschbaren Glücksfaktor übrig. Sinn und Zweck sollte es ja nicht sein, die ganze Zeit daran zu arbeiten, sein Pech irgendwie auszubalancieren.

Aber jetzt kommt das Wichtigste: der Glückfaktor ist in diesem Spiel berechtigt! Denn auch das Leben kann Komplikationen bei der Geburt beinhalten und wenn es um die Liebe geht, sagt hört man auch oft von dem Satz „Wo die Liebe hinfällt“ (Bezug zur Nationalität/Berufsgruppe = nicht auslösbare Karteneffekte). Dieses Spiel spiegelt perfekt diese Zufallsfaktoren wieder und ich muss sagen, dass aufgrund der Thematik dieses Element in dieses Spiel passt. "Das Vermächtnis" spiegelt einfach das Leben wieder :)..Mensch, jetzt wird es hier aber poetisch.

Abschwächung in der Bewertung gibt’s dennoch aufgrund:

des Gefühls, dass einige Karten nicht gut genug ausbalanciert wurden (Karteneffekte in Relation zu den Kosten und Aufgabenziele zu den Punkten, die man erhält).

                                        4,5 von 6 Spiegeln


Innovation

 

Dieses Brettspiel ist thematisch ein innovativer Meilenstein! Die komplette thematische Aufmachung wirkt sehr lebendig und regt stark die Assoziationen an, was Michel Hendriks, dem Autor des Spiels, wirklich hoch anzuerkennen ist. Anstatt einfach ein Spiel zu konzipieren, die den Namen einer Stadt trägt (wie in 50 % aller Spiele ;)), wird hier auf einer abstrakten aber gleichvoll lebendigen Ebene ein Stammbaum nachgebaut. TOP! Thematisch gesehen ist dieses Brettspiel eine nicht zu unterschätzende Bereicherung für die Spielelandschaft.

Einige Aktionen können einem bekannt vorkommen (z.B. Geld bekommen), jedoch ist hier auch die Einzigartigkeit charakteristisch. Denn um Geld zu bekommen muss man Freundeskarten aus der Hand abwerfen oder in anderen Fällen Einkommenspunkte verringern, was das Ressourcenmanagemnt auch neu gestalten lässt. Denn Karten sind eigentlich keine Ressourcen, können aber zu Ressourcen umfunktioniert werden. Das gleiche gilt für Ansehenspunkte, die sich auf die Siegpunktleiste ausschlagen. Diese nicht klar definierten Ressourcen, auf die man zugreifen kann, aber nicht muss, lassen das Ressourcenmanagement auch in einem etwas anderen Licht erscheinen. Denn es ist der Fall, dass Ressourcen auch gleichsam keine Ressourcen sind, was ich sehr interessant finde :) (Irgendwann ist man doch immer satt beim Spiel mit Geld zu bezahlen :))

Die theamtische Einbettung der einzelnen Aktionen gibt diesen dann den letzten Feinschliff!

                                     5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Das Vermächtnis" macht wirklich Spaß und könnte auch was für Gelegenheitsspieler sein, die sich auf dem Weg zum Vielspieler befinden. Das Thema ist unfassbar stark und regt zum Geschichten erzählen an, wobei durch die Illustrationen eine lustige Komponente beigesteuert wird. Der etwas höhere Glücksanteil, der (und das überrascht mich selbst) wirklich gut zum kompletten Spielgeschehen passt, rundet dieses Brettspiel ab.

Einzig und allein die Karteneffekte und besonder die Zielkarten scheinen etwas unausgegoren, was mich manchmal etwas stutzig drein blicken ließ.

Am Ende guckt man auf seinen Stammbaum und sagt: "Man ist das ne kranke Familie" :)

                                   5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Dieses Brettspiel vom Verlag Pegasus Spiele ist aktuell für 29,99 Euro zu haben. Ich habe das Spiel auf der Spielemesse für 25 Euro erstanden und finde, dass genau dieser Preis auch angemessen ist! Innovation trifft hier auf thematische Stärke, was den von mir bezahlten Preis rechtfertigen würde. Denn die Anzahl an Spielmaterialien ist schon relativ gering: nicht viele Holzfiguren (was das Spiel auch nicht benötigt) und ein kleiner Spielplan bzw. vier bescheidene Spielertableaus. Das passt auch alles perfekt zum Spiel, dennoch ist zu bedenken, dass das nicht mengenmäßig viel an Materialien ist. Man hätte z.B. viel mehr Münzen beilegen können, anstelle von Karten, die diese ebenfalls darstellen. Der Preis von 29,99 Euro ist aus diesem Grund etwas zu hoch angesetzt worden und es folgt ein leichte Abwertung, wobei das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Spiels immer noch im oberen Bereich liegt.

                                    5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung


Kauf dir das Spiel, wenn du...


- ein sehr thematisches Spiel spielen möchtest, dass Assoziationen weckt und Geschichten erzählen lässt.

 

- auch aufgrund der einzigartigen Karikaturen auch mal schmunzeln oder vielleicht lachen willst (aber bitte keinen Speichel auf den Spielmaterialien :))

 

- innovative Elemente wie z.B. ein neuartiges Ressourcenmanagement oder einzigartige Aktionen spielen möchtest, die durch ihre thematische Einbindung sehr individuell sind.

 

- ein leichtes bis mittelschweres Brettspiel besitzen willst, dass viele Aktionsmöglichkeiten bietet, dennoch nicht als zu komplex bzw. nicht als Schwergewicht durchgeht.

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- keinen großen Tisch hast.. Ein wirklich gut gemeinter Rat :)

 

- meinst, dass die Menge an Spielmaterialien als ein ausschlaggebender Faktor für einen Preis ist. Aus dieser Perspektive ist dieser nicht gerechtfertigt.