05.03.17

Review: "Das Orakel von Delphi" von Stefan Feld

Fakten

Autor: Stefan Feld

Spieleranzahl: 2-4

Verlag: Pegasus Spiele

Spieldauer: ca. 60-100 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 44,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Zeus, der Griechische Gott von Himmel und Donner, hat zur Abwechslung mal gute Laune. Daher bietet er einem würdigen Sterblichen ein großzügiges Geschenk an und lädt ihn oder sie in den Olymp ein. Diese Chance sollte man nicht verpassen! Um den richtigen Kandidaten zu bestimmen, hält Zeus zu seiner Unterhaltung einen Wettkampf ab: Wie Herakles müssen die Kontrahenten zwölf legendäre Aufgaben erfüllen. Dabei gilt es, schnellstmöglich Kultstätten und Statuen zu errichten, großzügige Oper darzubringen und furchteinflößende Monster zu besiegen. Zeit, das Schiff aufzuräumen und die Mannschaft anzutreiben. Pythia, die mysteriöse Seherin des Orakels von Delphi, weist den Spielern den Weg. 

Erfolgsautor Stefan Feld hat mit Das Orakel von Delphi ein stimmungsvolles und herausforderndes Wettrennen geschaffen, das sowohl vorausschauende Planung als auch Flexibilität bei der Suche nach der optimalen Route erfordert.

(Quelle: Pegasus Spiele) 


Hintergrundinformationen

 

Wenn ein Spiel des Autors Stefan Feld angekündigt wird, ist die gesamte Brettspielszene gespannt, was für ein Produkt erscheinen wird und wie es sich spielen lässt. Denn Stefan Feld hat für einige sehr erfolgreiche Spiele gesorgt, die in der Community einen großen Hype genießen, wie z.B. "Brügge", "AquaSphere", "Die Burgen von Burgund" u.v.m. Im Vorfeld zu der Veröffentlichung von "Das Orakel von Delphi" habe ich bereits ein Interview mit ihm geführt, in welchem er Interessantes über das Spiel berichtet (klickt hier).


Spielmaterialien

 

Wow, eine Materialschlacht! "Das Orakel von Delphi" bietet eine Fülle an Materialien, die vor Qualität geradezu strotzen. Die Spielertableaus sind in diesem Fall biegsam, doch immer noch robust und konnten vielen Testspielen standhalten. Es wäre auf jeden Fall besser gewesen, Sticker im Spiel zu vermeiden, da die Gefahr besteht, dass diese nach etlichen Partien abblättern. Generell finden wir Aufkleber in Spielen auch nicht gerade empfehlenswert. Zudem kann man in diesem Spiel sehr schwer die Farben Rot und Pink unterscheiden, was wirklich sehr ungünstig gelöst wurde (eine Farboptimierung in einer neuen Auflage sollte stattfinden).

Nichtsdestotrotz wird mit "Orakel von Delphi" ein sehr qualitatives Produkt erworben, das haptisch einen sehr guten Eindruck hinterlässt! Weiter so!

                                                    5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen von Dennis Lohausen passen sehr gut zu der Thematik können überzeugen! Die Farbauswahl, der Still und die Variationen in der Erstellung von Charakteren haben uns außerordentlich gut gefallen. Der Spielplan bietet sogar die Auswahl an unterschiedlichen Aufmachungen, was ein gelungener Bonus ist. Die gesamte Optik wirkt rund, wobei die griechischen Symbole und Zeichen zudem gelungen in das Gesamtbild eingebettet wurden. Toll!

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Spielmechanik

 

Wie ist die Spielmechanik? 

Der Ablauf der Runden wurde sehr gut durchdacht und die Mechanismen funktionieren einwandfrei. Das Spiel enthält einige gewichtige Zufallskomponenten, jedoch ist es den Spielern möglich, diese gezielt durch diverse Aktionen einzudämmen. Man merkt dem Spiel an, dass sich dahinter eine intensive Entwicklungszeit verbirgt, da es verschiedenste Stellschrauben und Verzahnungen enthält, die optimal funktionieren. Weiterhin ist der Umsand gegeben, dass alle Spieler die gleichen Aufträge ausführen müssen, was dazu führt, dass sie die gleichen Ausgangsvoraussetzungen (Zielbedingungen) aufweisen. Die individuellen Fähigkeiten, die die Spieler zugeteilt bekommen, sind im Großen und Ganzen ausgeglichen (immer als wir dachten, dass ein Plättchen womöglich das Stärkste sein wird, hat sich das Gegenteil erwiesen) ;).

Also ein wirklich sehr starkes Spiel und es funktioniert reibungslos. Tolle Entwicklungsarbeit!

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Innovationen

 

"Das Orakel von Delphi" wirkt sehr frischend, das heißt es ist irgendwie ein "Feld-Spiel", aber dennoch erkennt man die Bestrebungen des Autors, neue Wege zu gehen und die eigenen Spielkonzepte "upzudaten". Es ist ein Spiel von Stefan Feld, das mit einem Würfelmechanismus auftritt, wobei dieses starre Konstrukt durch das Wettrennen zwischen den Spielern aufgelockert wird und das eigentliche "Euro-Game" dann letztlich atmosphärisch und lebendig macht. Innerhalb der eigenen Spielkonzepte hat der Autor erfrischende Ideen und Impulse eingebaut, ist sich in gewisser Weiser treu geblieben und hat es geschafft, ein sehr neuartiges "Feld-Spiel" zu kreieren. Grandios!

                                                       5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Der Spaß an dem Spiel war in den Testpartien immens. Da das Spiel wie ein Rennen konzipiert wurde (der erste Spieler, der alle Aufträge erfüllt, gewinnt das Spiel) wird die Spannung über die gesamte Partie hinweg aufrecht erhalten. Weiterhin hat "Das Orakel von Delphi" einen extrem hohen Wiederspielreiz, da die Spielpläne, individuellen Fähigkeiten und Aufträge variabel sind. Weiterhin schafft es das Spiel, einem "Euro-Game" gerecht zu werden, wirkt jedoch nicht so trocken und ist in seiner Aufmachung und Thematik sogar in großen Teilen atmosphärisch. Man muss natürlich auch die Glücksmomente erwähnen, die im Spiel vorkommen. Diese waren schon sehr zahlreich, minderten erstaunlicherweise jedoch keineswegs den Spielspaß. Weiterhin ist die "Downtime" aufgrund der Tatsache, dass man am Ende seines Zuges seinen zukünftigen Zug auswürfelt und demnach viel Zeit zum nachdenken hat, relativ kurz. Alles in allem hat uns das Spiel gänzlich überzeugt und wir würden uns freuen, es mindestens auf irgendeiner Empfehlungsliste zu sehen. Ein wirklich sehr spannendes Spiel!

                                                         6 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Das Orakel von Delphi" liegt bei 44,95 Euro. Das Spiel enthält eine sehr große Menge an optisch ansprechenden Spielmaterialien. Ferner sind die Mechanismen sehr gut durchdacht und es ist kein typisches "Feld-Spiel". Es lässt zwar die Handschrift das Autors erkennen, spielt sich jedoch erstaunlich atmosphärisch und ist über den gesamten Zeitraum extrem spannend, da er es geschafft hat, innovative Impulse in das Spielgeschehen zu integrieren. Die Partien gingen meistens knapp aus und die Zufallskomponenten im Spiel tragen nochmals zu gewissen Spannungsmomenten bei. Ein tolles Produkt!

                                                       5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Das Orakel von Delphi", wenn du...

 

- ein Spiel haben willst, das dir eine Vielzahl an strategischen Optionen bietet

 

- von Anfang bis zum Schluss Spannung erleben willst, da das Spiel im Grunde ein Wettrennen ist

 

- ein anderes "Feld-Spiel" spielen möchtest, das anders daherkommt, man jedoch auch die Handschrift des Autors erkennt

 

 

Lasse die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- überhaupt kein Fan von Glückselementen in strategischen Spielen bist

 

- dir sicher bist, dass du einen gewissen zeitlichen Druck das ganze Spiel über psychisch nicht aushalten kannst ;) (Der Erste der alle Aufträge erfüllt, gewinnt das Spiel)

 

*Danke an alle Testspieler!

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung aufgerundet!