31.07.16

Review: "Codenames" von Vlaada Chvatil

Fakten

Autor: Vlaada Chvatil

Spieleranzahl: 2-8 

Verlag: Heidelberger Spieleverlag

Spieldauer: 15 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2015

Preis: UVP 18,95 Euro


Spielbeschreibung

 

Nur die Geheimdienstchefs kennen die Identitäten ihrer Agenten. Aus Gründen der Geheimhaltung dürfen sie jedoch nur Hinweise auf die gesuchten Codenamen geben, die ihre Ermittler dann deuten müssen. Das Team, das in Teamarbeit als erstes alle Codenames gefunden hat, gewinnt.

Ausgezeichnet als Spiel des Jahres 2016

Die Geheimdienstchefs geben ihren Teams abwechselnd Hinweise, die aus einem einzigen Wort bestehen. Ein Hinweis kann sich auf mehrere Wortkarten auf dem Tisch beziehen. Die Ermittler versuchen zu erraten, welche (Code-)Wörter ihr Geheimdienstchef gemeint hat. Sobald ein Ermittler eine Wortkarte berührt, enthüllt der Geheimdienstchef deren geheime Identität (blau, rot, neutral, Attentäter). Ist es eine Karte des eigenen Teams, dürfen die Ermittler weiterraten. Andernfalls ist das andere Team am Zug – beim Attentäter hat man sogar sofort verloren. Das Team, das als erstes alle seine Agenten findet, gewinnt.

 

Gewinnen ist nicht so wichtig. Hauptsache, der Hinweis war richtig!

 

(Quelle: Heidelberger Spieleverlag)


Hintergrundinformation

 

Der Sieger steht fest! "Codenames" ist das "Spiel des Jahres 2016"! Es hat sich siegreich von der starken Konkurrenz, "Imhotep" (Kosmos Verlag) und "Karuba" (Verlag HABA) abgesetzt. Der Autor ist jedoch kein unbeschriebenes Blatt, denn er hat auch schon vor "Codenames" für erfolgreiche Projekte, wie z.B. "Galaxy Trucker", "Mage Knight" und "Space Alert" etc gesorgt. Ob der Sieg von "Codenames" bei der diesjährigen Preisverleihung aus der Sicht des Brettspiegels gerechtfertigt ist, wird der folgende Bericht aufzeigen.


Spielmaterialien

 

"Codenames" besteht hauptsächlich aus Wortkarten, die allesamt von guter Qualität sind. Des Weiteren sind die 25 Agentenkarten, die mitgelieferte Sanduhr, sowie die Halterung für die Codekarten aus stabilem Material und untermalen einen hohen Qualitätsanspruch. Dennoch hätten die Materialien und explizit die Wortkarten größer ausfallen müssen, um ein angenehmeres Spielgefühl für alle beteiligten Spieler zu schaffen. Denn die Karten sind im Rahmen des Spielablaufs definitiv zu klein geraten und gerade bei vielen Personen und einem großen Tisch sorgt dies für Schwierigkeiten. Ansonsten liegt mit "Codenames" ein qualitativ hochwertiges Produkt vor!

                                              4,5 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

In puncto Illustrationen kann man aufgrund des Spieleformates jetzt nicht unbedingt etliche Aspekte bewerten :). Grundsätzlich handelt es sich um ein Agentenspiel. Im Rahmen der Wortkarten wurden diese deshalb nüchtern und steril angefertigt, was gut zu der Atmosphäre passt. Ebenso fügt sich die Aufmachung der Agentenkarten in das Gesamtkonzept, wobei diese auch sehr vielseitig hätten illustriert werden können, um die Atmosphäre nochmals zu steigern. Die Farbauswahl der Teams (Rot und Blau) ist gut gewählt und rundet das optische Gesamtbild ab. Im Großen und Ganzen passt die sterile Aufmachung des Spiels zu der Thematik bzw. zu dem abstrakten Spielgeschehen. 

                                                  4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Mikes Gaming Net erklärt euch wie "Codenames" funktioniert:

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Abläufe sind so simpel wie genial! Der Geheimdienstchef muss einen Begriff und eine Zahl nennen, um dem restlichen Teil des Teams dadurch Hinweise auf die eigenen ausliegenden Karten zu geben. Bei Spielbeginn bekommen die Geheimdienstchefs ein Raster zu Gesicht, wodurch sichtbar wird, welche ausliegenden Karten welchem Team zuzuordnen sind. Die neutralen Karten und der Attentäter (das Team, das den Attentäter wählt, verliert) wurden hervorragend in das Spielgeschehen implementiert und sorgen für einen weiteren Reiz. Alles in allem sind die Abläufe von "Codenames" wirklich sehr simpel, funktionieren jedoch in allen Belangen hervorragend. Auch die Variante für zwei Spieler funktioniert grundlegend, wobei der Spielspaß bei dieser geringen Spieleranzahl leidet (s.u.). 

                                                   6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Auch in dieser Kategorie trifft der Satz zu: "Codenames" ist so simpel wie auch genial! ;) Die Abläufe sind sehr innovativ und das ganze Spielkonzept wirkt frisch und absolut individuell. Einen Begriff und eine Zahl (der Begriff bezieht sich auf X Karten) zu nennen und dadurch das eigene Team zu den eigenen ausliegenden Karten am Spieltisch zu lotsen, ist eine sehr erfrischende Angelegenheit. Ein Wortkarten-Spiel, das ganz eigen wirkt und aus der Masse stark hervorsticht, ist mit "Codenames" sicherlich gegeben.  Eine super Idee des Autors!

                                                 6 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Der komplette Spielspaß entfaltet sich erst richtig ab sechs Spielern. Denn dann entstehen zwei Teams, mit jeweils einem Spielleiter (Geheimdienstchefs) und zwei Spielern, die die Hinweise empfangen und sich beraten können (Ermittler). Zwar funktioniert das Spiel mit zwei, drei und vier Spielern, nichtsdestotrotz ist klar eine Spielerbesetzung mit mindestens sechs Personen anzuvisieren. Denn mit dieser Personenanzahl ist es noch möglich, dass die Ermittler in einen Dialog treten können, was den Reiz des Spiels enorm steigert und das kooperative Element untermalt. Gelegenheits- und Vielspieler hatten sehr viel Spaß bei "Codenames" und der Wiederspielreiz ist durch die sehr variable Auslage ebenso gegeben.

                                              4 von 6  Spiegel (2-5 Spieler)

                                                5,5 von 6 Spiegeln (ab 6 Spielern)


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Codenames" liegt 18,95 Euro. Die Materialien sind O.K. und könnten noch in einigen Aspekten optimiert werden, um das Spielgeschehen im Kontext eines angenehmeren Spielgefühls zu erleichtern. Ferner ist das vorliegende Spiel definitiv als überaus innovativ einzustufen, wobei die simplen Abläufe sehr gut funktionieren. Der Spielspaß ist abhängig von der Spieleranzahl, da sich durch diese das Spiel unterschiedlich entfaltet. Der komplette Reiz von "Codenames" wird aufgrund der hohen Kommunikationsdichte mit acht Spielern erreicht. Die Illustrationen passen gut zur Thematik, aber der Preis für die beste Spielegrafik wird mit Sicherheit dennoch nicht an "Codenames" vergeben ;). Setzt man all diese Umstände in Relation zu der UVP, ist folgende Bewertung angebracht.

                                                       4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Codenames", wenn du...

 

- ein innovatives Familien- bzw. Partyspiel suchst, das sowohl Gelegenheits- als auch Vielspieler begeistern wird.

 

- ein Spiel spielen willst, dass seitens der Spieler Kreativität und Denkarbeit fordert.

 

 

Spare das Geld und schaue dir James Bond im Kino an, wenn du...

 

- es nie schaffen wirst, sechs Personen an deinen Spieltisch zu bringen. 

 

- grundsätzlich Wortspiele abgrundtief nicht leiden kannst. 

 

* Danke an alle Testspieler

* Danke an Mikes Gaming Net für die Bereitstellung des Videos

* Die Gesamtwertung bei zwei bis fünf Spieler wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!