18.03.17

Review: "Club der Erfinder" von Frederic Henry

Fakten

Autor: Frederic Henry

Spieleranzahl: 2-5

Verlag: Asmodee

Spieldauer: ca. 40 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 32,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Wenn Einstein und Gutenberg gemeinsam die Glühbirne erfinden, wenn Aristoteles auf Edison trifft … dann sind die Spieler Mitglied im Club der Erfinder. In diesem Spiel leitet jeder sein Team aus den klügsten Köpfen einer Epoche und konkurriert mit den anderen um Patente und Erfindungen. Doch für große Ideen und Belohnungen müssen sie auch zusammenarbeiten dabei aber gleichzeitig die besten Preise für sich ergattern. Nur wer seine Erfinder am cleversten einsetzt und ihr Wissen optimal verbessert, kann am Ende in die Geschichte eingehen.

(Quelle: Asmodee)


Hintergrundinformationen

 

Ein außerordentlich gelungener Trailer wurde zu dem Spiel produziert, den ich euch keineswegs vorenthalten darf. Chapeau für diese Produktion. Echt klasse!


Spielmaterialien

 

"Club der Erfinder" besticht durch wirklich sehr qualitatives Material! Die Erfinderkärtchen sind sehr dick und auch die Belohnunsplättchen sowie Karten büßen nicht in der Qualität ein. Schön ist zudem, dass auch noch einige Holzmarker mitgeliefert werden, da man auch anstelle dieser Pappe hätte benutzen können.

Im Verlauf des Spiels drückt man unterschiedliche Plättchen in die Erfinderkärtchen ein und wertet diese somit auf. Dieser Vorgang stellt sich als problemlos dar und ein Eindrücken bzw. Entfernen der Plättchen aus den Erfinderkärtchen verläuft folglich reibungslos ab, da die Kärtchen (oder besser gesagt Tableaus) sehr wertig sind. Hinzu ist sehr schön, dass das Spiel eine "Leonardo-Figur" enthält, die sehr detailliert wie auch hochwertig ausschaut und ein gelungenes Extra darstellt. Neben dem Regelheft existiert noch ein Begleitheft, das über die im Spiel vorkommenden Erfinder aufklärt und wissenswerte Informationen vermittelt.

Alles in allem ist hinsichtlich der Materialien und den Extras alles richtig gemacht werden. Außerordentlich gut!

                                                      6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Der Illustrator Gael Lannurien hat mit seinen Illustrationen definitiv unseren Geschmack getroffen! Eine tolle und überaus gelungene Darstellung der Charaktere und Gegenstände lassen sich in diesem Spiel vorfinden. Es wird einem klar, dass Lannurien die Charaktere mit sehr viel Liebe zum Detail dargestellt hat. Er hat diese ansprechend zu Papier gebracht und auch zum Teil humoristisch inszeniert, was ebenso gut gelungen ist. Die gesamte Spieloptik wirkt rund und stimmig.

                                                          6 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Im Spiel geht es darum, sich mit seinen Erfindern an Erfindungen zu beteiligen. Jeder Erfinder hat unterschiedliche Werte in diversen Kategorien (Chemie, Mathematik etc.). In der Mitte liegen Erfindungskarten aus, die kategorisch Plätze zur Verfügung stellen. Es kann sein, dass eine Erfindung z.B. in der Kategorie Mathematik mehr Plätze zu Verfügung hat usw. Von Erfindung zu Erfindung variieren demnach die Plätze für die Marker.

Wenn man an der Reihe ist, kann man einen Erfinder aktivieren und dann entsprechend der Fähigkeit des Erfinders an einer Erfindung teilhaben. Stellt eine Erfindung z.B. Plätze für die Kateogrie Chemie zur Verfügung und hat mein Erfinder den "Chemie-Wert" 2, dann kann ich auf diese Erfindungskarte exakt 2 meiner Holzmarker im Bereich Chemie platzieren.

Als zweite Aktionsmöglichkeit ist es den Spielern gestattet, bereits aktivierte Erfinder wieder zu "erfrischen" und einsatzbereit zu machen. Wurde eine gewisse Anzahl von Erfindungsplättchen mit Markern belegt, kommt es zur Ausschüttung von Boni. Der Spieler, der die meisten Marker auf eine Erfindungskarte gelegt hat, kann selbstverständlich als Erster entscheiden, welchen Bonus er nimmt (er kann die Erfindungskarte selbst oder eines der darauf liegenden Plättchen nehmen). Plättchen bringen am Spielende Siegpunkte, können sofort zu Aufwertungen der Erfinder führen, oder bringen weitere Effekte mit sich.

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Das Spiel funktioniert! Die "Erfinder-Teams" sind gut austariert und das Spiel schien in Testpartien ausbalanciert zu sein. Die Vorgänge im Spielablauf sind nicht allzu komplex und siedeln im Bereich der Familienspiele an. Den Spielern werden unterschiedliche Wege geboten, um Siegpunkte zu erlangen (z.B. durch Bonusplättchen, Erfindungskarten selbst oder Aufwertung der Erfinder). Dennoch hätte man sich gewünscht, dass bzgl. der Erfindungskarten und den damit verbunden Plätzen für die Platzierung der Spielermarker eine Anpassung an die Spieleranzahl stattgefunden hätte. Dies ist jedoch essentiell, da der Platz auf den Erfindungskarten das Hauptmerkmal des Spiels ist und sich der Spielverlauf je nach Spieleranzahl stark verändert.  

Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Glückselemente nicht so prägnant sind und die Begebenheiten offen auf dem Tisch ausliegen. Alles in alle sind funktioniert das Spiel, wobei eine Anpassung der Erfindungskarten an die Spieleranzahl durchaus hätte stattfinden müssen.

 

 

                                                    4 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

Das Thema und die Aufmachung wirken individuell und erfrischend. Gerade aus haptischer Sicht ist es schon sehr eigen, die  Erfindungskärtchen mittels des Einsetzens von Plättchen "upzugraden", was auch nicht in dieser Form in jedem Spiel vorkommt.

Dennoch muss man anführen, dass es sich um ein klassisches Mehrheitenspiel handelt, das nun auf einzelne Karten verlagert wurde und demnach keine grundlegend innovativen Mechanismen im Spiel vorzufinden sind. Da können auch die schöne Optik und das hervorragende Spielmaterial nichts dran ändern.

                                                      3 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Club der Erfinder" ist ein auf Familienspieler gerichtetes Spiel, das aber auch Vielspielern gefallen könnte. Es ist kurzweilig, leicht zu erlernen und erlaubt taktische Vorgehensweisen. Dennoch muss man anführen, dass uns das Spiel mit mehr als zwei Personen gleichsam mehr Spaß bereitete, da der Konkurrenzdruck höher war, die Spannung gesteigert wurde und die Möglichkeit gegeben war, dass ein Gegner einem im letzten Moment doch noch in die Quere kommt. Dadurch intensivierten sich die Spannungsmomente und auch die Bonusausschüttung verlief nervenaufreibender, da mit mehr Spielern im Prinzip auch ein Spieler völlig leeer ausgehen kann.  

Wer ein locker flockiges Spiel mit Ärgerpotential sucht, das seinen Reiz mit mehr Spielern entfaltet und leicht zu erlernen ist, kann einen Partie "Club der Erfinder" versuchen.

                                                  3,5 von 6 Spiegeln (2 Spieler)

                                                 4 von 6 Spiegeln (3-5 Spieler)


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Club der Erfinder" liegt bei 32,99 Euro. Die Spielmaterialien und Illustrationen sind auf einem sehr hohen Niveau. Die Mechanismen funktionieren, jedoch wäre es angebracht gewesen, eine Anpassung an die Spieleranzahl vorzunehmen. Das vorliegende Spiel beinhaltet ein frisches Thema, dennoch bleiben auf der Ebene der Spielabläufe große innovative Elemente aus. Weiterhin ist zusammenzufassen, dass sich der Spielreiz mit zunehmender Spieleranzahl erhöht. Alles in allem ist folgende Bewertung angebracht.

                                                      4 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Club der Erfinder", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das nicht komplex ist und nicht allzu lange dauert

 

- ein Spiel haben willst, das mit einem frischen Thema punktet

 

 

Lasse die Finger von "Club der Erfinder", wenn du...

 

- den großen innovativen Wurf suchst

 

* Danke an alle Testspieler

* Die Gesamtwertung (2 Spieler) wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet