Review: "Clonk!" von Michael Xuereb

Fakten

Autor: Michael Xuereb

Spieleranzahl: 2-4 

Verlag: Huch & friends

Spieldauer: 30 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 22,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Clonk, Clonk, CLONK! Die Zwerge hämmern und klopfen eifrig im Bergwerk und holen zahlreiche Schätze aus den Tiefen hervor. Kawumm! Jetzt sprengen die Zwerge sogar Teile der Mine! Sie ahnen noch nicht, dass ein Ungeheuer in der Tiefe schläft … Nicht mehr lange und das Monster wacht auf – welcher Zwerg hat bis dahin die größten Reichtümer aus der Mine geholt? Das Familienspiel „CLONK!“ von HUCH! & friends ist ein  tiefschürfendes Spiel für Schatzsucher und Zwergenfreunde.

(Quelle: Huch & friends)


Hintergrundinformationen

 

Nachdem der Verlag Huch & friends in letzter Zeit mit den zwei gelungenen Familienspielen "Gum Gum Machine" und "New York 1901" bei unserem Test einen positiven Eindruck hinterlassen haben, wird nunmehr die Neuerscheinung "Clonk!" unter die Lupe genommen, das ebenfalls an die Zielgruppe der Familienspieler bzw. Kinder ausgelegt ist. Mal schauen, ob das Brettspiel genauso überzeugen kann wie die beiden Vorgänger ;)...


Spielmaterialien

 

Die Karten, woraus das Spiel hauptsächlich besteht, sind von wertiger Qualität und haben den Testspielern gut gefallen. Ebenso unterstreichen die Spielertableaus wie auch die Marker den hohen Qualitätsanspruch der Produktion. Dabei wurde explizit bei den Tableaus mitbedacht, dass diese angenehm groß sind und genug Platz für die Karten bieten, die dort abgelegt werden. Sehr gute Arbeit vom Verlag!

                                               6 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen von Marek Blaha sind gelungen und waren für die Kinder in den Testpartien ansprechend. Nicht nur der Stil hat uns überzeugt, auch der Fakt, dass viel mit Humor gearbeitet wurde, macht die gelungene bildliche Darstellung dieses Spiels aus. Alle Elemente des Spiels wurden einheitlich in ein Gesamtkonzept eingebettet und die Illustrationen passen allesamt gut zueinander. Zwar ist das optische Gesamtpaket nicht als einzigartig und herausragend zu deklarieren, da viele Illustrationen dieser Art in der Brettspiellandschaft existieren, nichtsdestotrotz ist die Aufmachung schön anzusehen und zu loben.

                                                    3,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert das Spiel?

 

Zu Beginn des Spiels werden fünf Reihen mit Karten ausgelegt (Förderschächte), in denen offene wie auch verdeckte Karten zu finden sind. Weiterhin erhält jeder Spieler zwei Auftragsplättchen, wobei auf einem immer eine Farbe und auf dem anderen ein Symbol abgebildet ist. Jeder Spieler muss sich entscheiden, welcher dieser Aufträge er geheim hält und welche er offen auslegt, sodass andere Spieler diesen auch sehen können.

 

Wer an der Reihe ist, handelt folgende Phasen ab:

 

1. Die Lore füllen: Alle Schatzkarten, die gesammelt wurden und auf dem Tableau ausliegen, werden nun der Reihe nach in die Lore gelegt, sodass nur noch eine Karte zu sehen ist (gestapelt). Die Karte, die auf dem Tableau (Stollen) zuvor ganz rechts gelegen hat, ist nun die oberste Karte der Lore. In der ersten Runde ist diese Phase noch nicht möglich, da noch keine Karten (Schätze) gesammelt wurden.

 

2. Schätze heben: In deinem Zug kannst du bis zu vier Schatzkarten auf die freien Plätze deines Stollens legen. Du darfst dazu jede beliebige Schatzkate nutzen, die entweder am oberen Ende der Förderschächte (Auslage in der Tischmitte) liegt oder die sich auf deiner Hand befindet. Einzige Bedingung: Die Schatzkarte muss entweder die gleiche Kristallfarbe oder den gleichen Schatz wie deine zuletzt gelegte Schatzkarte zeigen.  Zu Beginn deines Zuges muss demnach die erste Schatzkarte, die du spielst, zu der obersten Karte in deiner Lore passen. Jede Schatzkarte, die du nimmst und auf dein Tableau legst, muss von links nach rechts angeordnet werden. Merke: gleiche Farbe oder gleiches Symbol - und so füllst du dein Tableau mit einer zusammenhängenden Kette.

Diese Phase endet, wenn du keine Schatzkarte mehr in deinen Stollen legen möchtest oder kannst, da du keine passende Karte mehr anlegen kannst oder alle Plätze auf deinem Stollentableau besetzt sind.

Wichtig: Einmalig pro Zug darfst du eine Schatzkarte (aus deiner Hand oder aus einem der Förderschächte) auf einen freien Platz in den Stollen des Mitspielers legen. Diese Schatzkarte muss zu der letzten ausgelegten Karte des Mitspielers passen. Denn auf den Karten sind nicht nur Münzen abgebildet, die am Spielende Siegpunkte bedeuten, nein auch Augensymbole sind in vielen Fällen auf Karten enthalten, die am Schluss Minuspunkte bedeuten. 

 

3. Geröll sichten: Am Ende des Zuges schaust du, ob und wieviele Plätze in deinem Stollen leer geblieben sind. Für jeden leeren Platz in deinem Stollen erhältst du die dort angegebene Karte:

1. Stollenfeld ist frei geblieben: nimm eine Schnarchkarte (drei Augensymbole drauf abgebildet/schlecht für die Endwertung)

2. Stollenfeld ist ebenfalls frei: nimm eine Kawumm-Karte (mit dieser kannst du eine Schatzkarte am oberen Ende eines der Förderschächte wegsprengen. Drehe wenn vorhanden eine verdeckt liegende Schatzkarte immer sofort um, wenn sie freigelegt wird. 

3. und 4. Stollenfeld sind auch frei geblieben: ziehe jeweils eine Schatzkarte vom Nachziehstapel und nehme sie auf die Hand.

 

Am Rundenende zieht man noch eine Karte vom Stapel und legt sie oben an eine der Stollen. 

 

Das Spiel endet, wenn eine bestimmte Karte im Nachziehstapel erscheint.

 

Für was gibt es Punkte?

 

- für alle Geldmünzen, die auf den gesammelten Karten abgebildet sind.

- für die eigenen Auftragskarten: Wurden entsprechende Farben und Symbole gesammelt, die den Aufträgen entsprechen?

- Minuspunkte für Denjenigen, der am meisten Augensymbole gesammelt hat. 

 

Wie ist die Mechanik?

 

Die Mechanismen funktionieren einwandfrei. Die Abläufe des Spiels sind klar strukturiert und bauen logisch aufeinander auf. Ergo gibt es keine Ungereimtheiten, was den Spielfluss betrifft! Weiterhin sind in diesem Spiel Glückselemente vorhanden, die durch die verdeckten Karten im Stollen und durch den Nachziehstapel zum Vorschein kommen, was jedoch in einem Familienspiel dieses Formats nicht hinderlich ist, sondern eher förderlich. Ferner genießt das Spiel eine hohe Interaktion, da man auf die Tableaus der Mitspieler einwirken kann (Schatzkarte auf die Tableaus der Mitspieler legen) und die gemeinsame Auslage beeinflusst, indem man Karten aus den Förderschächten wegnimmt und am Rundenende dort dazulegt.Da kann es auch mal schnell passieren, dass man in einer Runde keine Karte anlegen kann, die farblich passend oder symbolisch passend zu der obersten Karte der eigenen Loore passt.

Dennoch kann mit taktischen bzw. gut überlegten Zügen die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, immer eine passende Karte zu der eigenen Kartenauslage zu finden. Und wenn es mal nicht klappt, wird man zwar durch die Schnarchkarte (drei Augensymbole) bestraft, erhält jedoch im Gegenzug die Kawumm-Karte und zwei zusätzliche Karten vom Nachziehstapel, die bestimmte Boni mit sich bringen. Mindestens eine Karte sollte man in die eigene Auslage gelegt haben, um die Schnarchkarte zu vermeiden, aber dennoch Boni zu erlangen, wodurch ein Ausgleich für Spieler geschaffen wird, die nicht viele Siegpunkte durch das Sammeln von Schätzen generieren konnten. Die Kawumm-Karte bietet einen gewissen Einflussfaktor im Spiel, um gewünschte Karten in den Förderschächten freizusprengen, was sehr angenehm im Spielverlauf hervorsticht. Alles in allem funktionieren die Mechanismen sehr gut! Die Mechanismen bei "Clonk!" bestechen durch ein ausgewogenes Taktik-Glück-Verhältnis, das im Rahmen dieses Familienspiels prima funktioniert.

                                                6 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Clonk!" basiert in seinem Ablauf auf bekannten Mechanismen, die auf das Sammeln von Karten abzielen. Generell mussten wir nach vielen Partien feststellen, dass sich das Spiel nicht neuartig oder individuell anfühlt, da solche oder ähnliche Spiele in vielen Variationen schon gespielt wurden. Klar wurden hier einige Elemente hinzugefügt, wie z.B. die Förderschächte oder die Stollen, dennoch hat uns der innovative Geist, wie z.B. bei "Gum Gum Machine" desselben Verlages gefehlt. Ebenso hätten wirklich kreative Ergänzungen basierend auf vorhandenen Mechanismen innovativ hervorstechen können, was aus unserer Sicht leider in diesem Spiel nicht der Fall war.

                                                    2 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

Hinsichtlich des Spielspaßes ist ein O.K. zu vergeben! Die Mechanismen funktionieren und das Spiel ist nett anzusehen. Nichtsdestotrotz ist der Funke nicht so ganz rübergesprungen. Es liegt wahrscheinlich an den fehlenden kreativen Ideen, die das gewisse Etwas eines Spiels ausmachen. Aus diesem Grund kam uns auch der Wiederspielreiz nicht sehr hoch vor, da wir keine hervorstechenden Eigenschaften herausfiltern konnten, die als brillant wie auch einzigartig zu bezeichnen sind. Dennoch wird das Spiel hin und wieder auf den Tisch kommen, da es eine hohe Interaktion genießt und einen Ärgerfaktor mit sich bringt, was hinsichtlich des Genre des Familienspiels angemessen ist. "Clonk!" ist ein solides Familienspiel!

                                                3 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die Materialien des Spiels sind von herausragender Qualität und ebenso die Illustrationen passen hervorragend zu diesem Familienspiel. Die Abläufe funktionieren einwandfrei und sind gut durchdacht worden. "Clonk!" fehlt es an starken kreativen Einfällen, um einen besonderen sowie einzigartigen Spielspaß hervorzubringen. Aus diesem Grund ist hinsichtlich der UVP von 22,99 Euro folgende Bewertung angebracht. 

                                                  2 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kauf dir das Spiel, wenn du...

 

- ein klassisches Familienspiel suchst, das einen leichten Einstieg hat.

 

- ein Spiel haben willst, das einen hohen Interaktionsfaktor genießt.

 

- gerne Sets von Karten sammelst.

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- ein sehr innovatives Spiel suchst.

 

- nicht so auf dein Glück vertraust und meinst, dass jeder Tag für dich Freitag der 13. ist und du deshalb nur Spiele ohne Glückselemente spielst ;).

 

*Danke an alle Testspieler

* Aufgrund der Kategorie Spielspaß wurde die Gesamtwertung abgerundet.