Review:"Bruxelles 1893" von Etienne Espreman

Fakten

Autor: Etienne Espreman

Spieleranzahl: 2-5

Verlag: Pearl Games, Heidelberger Spieleverlag

Spieldauer: 25 Min./Spieler

Alter: ab 13 Jahren

Erscheinungsjahr: 2013

Preis: UVP 32,94 Euro


Spielbeschreibung

 

Brüssel, 1893: Victor Horta entwirft die ersten Bauwerke des Jugendstils – die Maison Autrique und das Hôtel Tassel, wo die fließende Gestaltung der Räume an geschwungene, florale Linien erinnert, die sich in den organischen Formen der Kunstschmiedearbeiten, Mosaike, Fresken und Glasfenster wiederfinden. Im selben Jahr errichtet Paul Hankar sein eigenes Haus. Die belgische Hauptstadt wird so zur Wiege dieser neuartigen Bewegung, die Spuren in ganz Europa hinterlässt und Einfluss auf die großen Architekten der Belle Epoque nimmt.

In diesem mitreißendem Strategiespiel, das eine Mischung aus Auktionsspiel und Workerplacement ist, seid Ihr einer der bekannten Architekten, der für den Ruhm des Jugendstils in der belgischen Hauptstadt sorgt. Eure Assistenten helfen Euch beim Ausführen von Aktionen wie dem Bau von Jugendstil-Gebäuden, oder beim Erschaffen von Kunstwerken, die diese prachtvollen Wohnsitze schmücken. Ihr könnt aber auch Euer Ansehen als Architekten steigern, Einfluss auf den Königlichen Palast oder das Rathaus nehmen oder die guten Kontakte von Persönlichkeiten nutzen, die Ihr bei Euren Theaterbesuchen kennenlernt. Der Cleverste gewinnt das Spiel!


Quelle: spiele offensive


Hintergrundinformationen

 

"Bruxelles 1893", das Erstlingswerk von Etienne Espreman aus dem Jahre 2013 wurde von unterschiedlichen Rezensenten bereits getestet. Dennoch beschleicht einen doch das Gefühl, dass das Spiel ein bisschen in der Versenkung verloren gegangen ist, da in etlichen unterschiedlichen Spielrunden die meisten Spieler von "Bruxelles 1893" kein bisschen gehört, geschweige denn es gespielt haben. Wäre ein Hype um das Spiel gerechtfertigt oder wurde es nicht genug gewürdigt? Dies erfahrt ihr im Laufe des Tests ;).

Quelle: boardgamegeek


Spielmaterialien


Die Qualität der Komponenten ist hervorragend! Die einzelnen Plättchen, die Spielertableaus und die Spielfelder sind allesamt von sehr guter Qualität. Auch der Zirkel, der in das Spielfeld befestigt wird, weist keine Defizite auf und scheint robust zu sein. Einzig und allein die Kunstplättchen sind nicht vorteilhaft produziert worden. Sind diese aufeinander gestapelt kann man manchmal die Farben erkennen, die darauf abgebildet sind, was sehr relevant für den Verlauf des Spiels sein kann. Dennoch kann man dies nur registrieren, wenn man ganz genau auf die Ränder der Plättchen hinschaut. Also schau nicht zu genau hin, wenn du ehrlich spielst ;).

Eigentlich sollte an so etwas im Vorfeld bei der Produktion bedacht werden. Ansonsten ist an den Spielmaterialien überhaupt nichts auszusetzen.

                                      5 von 6 Spiegeln


Illustration

 

Die Illustration, die den Jugendstill in einem Brettspiel wiederbelebt, ist hoch zu loben. O.k. ich muss zugeben, dass ich diese Stilrichtung sehr mag und das Artwork deshalb meinen Geschmack vollstens trifft. Dennoch ist es wirklich einzigartig, dass man ein Brettspiel in einer ganz bestimmten Stilrichtung entwirft. Oder gibt es eventuell ein Spiel, dass im Stile des Surrealismus illustriert wurde ;)? Die Illustration von "Bruxelles 1893" wirkt originell, individuell und zieht sich wie ein roter Faden durch alle Spielmaterialien hindurch. Dadurch wird beim spielen eine Atmosphäre dieser kunstgeschichtlichen Epoche erzeugt, soweit es bei diesem doch recht mechanischen Spiel möglich ist.

                                         5,5 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie bereits erwähnt, ist "Bruxelles 1893" ein klassisches Euro Game, dass von seiner Spielmechanik lebt! Am Anfang jeder Runde wird eine Karte aufgedeckt. Diese zeigt zwei unterschiedliche Ziffern und der Startspieler darf nun das Aktionsfeld auf dem Jugendstil-Spielplan (rechter Spielplan) mit einem Winkel begrenzen z.B. 2/3 oder dann 3/2. Es gibt Koordinaten, an denen man sich dann orientiert.

Jeder Spieler kann nun Geld und darüber eine Figur setzen, um eine beliebige Aktion auszuführen.

 

Jetzt konzentrier dich, denn die Aktionen wären:):

- Atelieraktion: Du nimmst dir ein Kunstwerkplättchen vom Stapel.

- Verkaufsaktion: Du verkaufst ein Kunstwerk. Hierzu musst du auf den linken Brüssel-Spielplan schauen. Befindet sich bereits ein Kunstwerk dieser Farbe in einem der beiden Fenster, ist es nicht möglich das Plättchen zu verkaufen. Nun guckst du auf die Anzahl deiner im Besitz befindenden Plättchen mitsamt das Kunstwerk, das du gerade verkaufen möchtest. Besitzt du z.B. zwei Kunstwerke, so darfst du den Ateliermarker, der sich in einem Raster befindet um zwei Felder zur Seite bzw. hoch und runter bewegen, um damit individuell auf die Boni Einfluss zu nehmen (z.B. mehr Siegpunkte/weniger Geld) usw.

- „Königliches Theater“: Du darfst dir eine Persönlichkeitskarte nehmen und bezahlst die entsprechenden Kosten. Du aktivierst diese Karte und musst dich entscheiden, ob du die Karte behältst oder auf den Ablagestapel legst. Dabei darf nicht vergessen werden, dass man am Ende des Spiels für jede behaltene Persönlichkeitskarte entsprechend Geld bezahlen muss. Ansonsten gibt es eine satte Strafe und du verlierst Siegpunkte bei der Endwertung.

- Werkstoffaktion: Du nimmst dir zwei edle Werkstoffe (Schwarz, Türkis oder Braun). Du kannst die Auswahl auch mixen. Weiße Werkstoffe sind hingegen Jokerrohstoffe und können nicht genommen werden.

- Bauaktion: Du schaust auf dein eigenes Tableau und bezahlstt die Rohstoffe, die der Zirkel auf dem Bruxelles-Spielplan anzeigt. Bezahlst du nur mit edlen Rohstoffen, erhälst du fünf Siegpunkte und darfst ein Bauplättchen von deinem persönlichen Tableau auf den Jugendstil-Spielplan legen. So simuliert man den Bau eines Hauses, da man in diesem Spiel bekanntlich einen Architekten spielt und sein Haus praktisch langsam von den drauf liegenden Plättchen befreit und es somit baut. Je nachdem, auf welches Feld man sein Gebäudeplättchen legt, werden diverse Boni für dich ausgeschüttet, wenn dein Gegner auf diesem Feld eine Aktion ausführen will. Habe ich die obersten Plättchen verbaut, so erhalte ich jeweils fünf Punkte mehr, wenn natürlich keine Jokerwerkstoffe benutzt wurden. Nach dem Bau bewegst du einen der beiden Zeiger weiter und bestimmst so die Kosten für die nächste Bauaktion. Je höher du in den Etagen du beim Bauen kommst, desto mehr Baueinheiten musst du investieren.

 

Dann gibt es noch auf dem Brüssel-Spielplan (linkes Spielfeld) Aktionen, die ausgeführt werden können.

Aktion Markt: Nehme dir drei Jokerrohstoffe

Aktion Börse: Du erhälst so viel Geld, wie die Börsenkarte, die am Anfang jeder Runde gezogen wird und das Aktionsfeld auf dem Jugendstil-Spielplan begrenzt, zeigt.

Aktion Grand-Palace: Du darfst deine Persönlichkeitskarten einmal in der Runde aktivieren, indem du diese um 90 Grad zur Seite drehst. Wie viele Persönlichkeiten man gleichzeitig aktivieren kann, hängt von dem Einfluss im Königlichen Palast. bzw. der Zahl, auf der deine Spielerscheibe liegt ab. Auf dieser Leiste kann man auch während des Spiels aufsteigen. Natürlich kannst du nur Persönlichkeitskarten aktivieren, die du auch behältst. Denn, wie du weißt, muss man sich bei der Aktion Königliches Theater direkt entscheiden, ob man nach dem sofortigen Ausführen der Persönlichkeitskarte die Karte behalten möchte oder auf den Ablagestapel legt.

Aktion Parc du Cinquantenaire: Du kannst eine der fünf Aktionen auf dem Jugendstil-Spielplan ausführen. Dies kannst du auch dann machen, selbst wenn sie auf diesem Spielplan nicht mehr verfügbar ist. Der Spieler nimmt aber nicht an den Auktionen um die Bonuskarten auf dem Jugendstil-Spielplan teil.

 

Was es mit den Bonuskarten auf sich hat, wird nun geklärt:

Rundenende

1) Verteilung der Bonuskarten: Der Spieler, der das meiste Geld in einer Spalte eingesetzt hat, gewinnt die Bonuskarte, die sich unten in dieser Spalte bedindet. Dazu addiert man einfach die Einsätze auf den jeweiligen Aktionsfeldern.

2) Neuen Startspieler bestimmen: Auf den Bonuskarten sind Manneken-Pis Symbole abgebildet. Des Weiteren erhält der erste Spieler, der  in der Runde gepasst hat, das Weltausstellungsplättchen, das ebenfalls zwei dieser Symbole enthält. Wer am Ende dieser Runde die meisten solcher Symbole gesammelt hat, wird der neue Startspieler. 

3) Bonuskarten verwenden: Die Bonuskarten, die man erhält, kann man entweder sofort auslösen oder unter sein persönliches Tableau schieben. Dies bedeutet, dass du solche Karten in bestimmte Zeilen legen kannst, die am Ende des Spiel Siegpunkte multiplizieren. Pro Runde kann aber nur eine Karte pro Zeile reingelegt werden. 

4) Wappenmehrheiten auf dem Jugendstil-Spielplan: Nun werden die eingesetzten Assistenten auf den Aktionsfeldern betrachtet. In der Mitte von jeweils vier Aktionsfeldern sind Wappen abgebildet. Hast du in den vier umliegenden Feldern die Mehrheit, erhältst du Siegpunkte in Abhängigkeit zu deiner Wappenmehrheit-Anzeige (auch auf dieser Anzeige kann man im Verlauf des Spiels aufsteigen).

5) Als letztes wird der Brüssel-Spielplan in Augenschein genommen. Hat ein Spieler dort auf den Aktionsfeldern die meisten Assistenten gesetzt, kommt einer auf das Feld Justizpalast und ist nicht mehr nutzbar bis zu dem Zeitpunkt, an dem man diesen z.B. mittels Bonuskarten wieder rausholt.

 

Was gibt es für Punkte bei Spielende?

1) Jeder Spieler muss so viel Geld bezahlen, wie jeweils links oben auf seinen Persönlichkeitskarten angegeben ist. Für jede nicht bezahlte Persönlichkeitskarte gibt es fünf Siegpunkte Abzug.

2) Die gesammelten Siegpunkte während des Spiels.

3) Für jedes gebaute Gebäudeplättchen, erhältst du Siegpunkte in Abhängigkeit zu deiner Architektenleiste. Dies ist eine Leiste auf deinem persönlichen Tableau, auf der man im Laufe des Spiels mittels Bonuskarten oder Persönlichkeitskarten aufsteigen kann.

4) Siegpunkte für Bonuskarten, die sich unter dem Tableau befinden.

5) Einen Sigepunkt pro edlem Werkstoff (Jokerwerkstoffe bringen nichts) Werkstoff oder Rohstoff ist dasselbe :)

6) Wer am Ende des Spiels der Startspieler ist , erhält fünf Siegpunkte.

 

Ihr merkt schon, dass es viele Möglichkeiten in diesem Spiel gibt. Aber wie ist denn die Spielmechanik?

"Bruxelles 1893" bietet sehr viele unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten, die den einen oder anderen Gelegenheitsspieler definitiv überfordern werden. Dennoch sind diese sehr gut miteinander verzahnt. Ich erhalte Kunstplättchen, um diese dann wieder zu verkaufen, ich erhalte Rohstoffe, um dann mein Gebäude auszubauen. Ich erhalte Persönlichkeitskarten, die eine Strategie leichter verfolgbar machen und somit eine verfolgte Strategie stärken z.B. (Aufstieg in der Architektenleiste), wenn ich mein Gebäude ausbaue etc.

Auch sind unterschiedliche Strategien zu verwirklichen, indem man einzelne Bonuskarten unter sein eigenes Tableau schiebt und dann in unterschiedlichen Bereichen seine Siegpunkte erhöht z.B. pro vier Geldeinheiten einen Siegpunkt + eventuell zwei Bonuskarten = drei Siegpunkte für vier Geld. Somit können individuell Akzente und Schwerpunkte in der eigenen Strategie gesetzt werden.

Des Weiteren ist noch an der Spielmechanik positiv hervorzuheben, dass jeder Spieler bereits beim Setzen der Assistenten sehr strategisch vorgehen muss. Das heißt, ich muss gucken, dass ich die Wappenmehrheiten erhalte und beabsichtigte Bonuskarten bekomme, indem ich das meiste Geld in einer Spalte setze. Jeder gesetzte Assistent bzw. jeder damit verbundene Geldeinsatz löst also weitreichende Folgen aus und wird bestraft, was wiederum für eine gute ineinander verzahnte Spielmechanik spricht.

Dennoch sind mir einige Defizite in diesem Brettspiel aufgefallen, die unbedingt erwähnt werden müssen. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass die unterschiedlichen Zeilen, in denen ich Bonuskarten hineinschieben kann, in ihrer Stärke variieren und womöglich nicht ganz ausbalanciert sind. Für mich gibt es klare Kategorien, die als Generatoren von Siegpunkten in Betracht kommen und die ich dann mit Bonuskarten "füttere". Wenn ich auf die Zeile (am Ende des Spiels einen Siegpunkt für des Kunstwerkpättchen) gehe, habe ich den Nachteil, dass ich diese nicht verkaufen sollte und demzufolge leider keine Siegpunkte und Geld während des Spielverlaufs erhalte, was wiederum fatal ist, da man Geld braucht, um Aktionsfelder zu besetzen. Es gibt einige Kategorien, bei denen man nicht während des Spiels so viele Defizite einstecken muss. Ein weiteres Beispiel ist, dass wenn ich auf Persönlichkeitskarten setze, ich am Ende des Spiels auch die Kosten dieser bezahlen muss, um keine Strafe zu erhalten. Ein weitere Schwäche dieser Strategie ist, dass ich die Karten nur aktivieren kann, wenn ich auf dem Brüssel-Spielplan eine Akton ausführe und das bedeutet, dass meist ein Assistent in den Justizpalast kommt (also eine Aktion weniger in der nächsten Runde). In dieser Hinsicht wirkt die Spielmechanik nicht genug ausgearbeitet und defizitär, da bestimmte Strategien viel stärker als andere sind.

Weiterhin verändert sich auch das Spielgeschehen mit unterschiedlicher Spieleranzahl. Während bei zwei Spielern der Brüssel-Spielplan kaum zum Einsatz kommt, wird den Aktionen auf diesem bei vier oder fünf Spielern viel mehr Wert beigemessen. Denn ich habe die Beobachtung gemacht, dass bei voller Spielbesetzung mehr Leute die Aktionen ausführen. Je mehr Leute dort Aktionen ausführen, desto mehr Spieler ziehen mit, da bei Gleichstand dann alle dort vertretenen Spieler einen Assistenten in den Justizpalast senden müssen. Bei zwei Spielern führe ich dann lieber keine Aktion auf dem Brüssel-Spielplan aus, wenn mein Gegenspieler dort eine Aktion ausgeführt hat, damit nur dieser dann einen Assistenten in Justizpalast versenden muss. Auch dieses Ungleichgewicht habe ich als Defizit in der Spielmechanik wahrgenommen, denn eine Spielmechanik sollte eigentlich nicht von der Spieleranzahl in einem so hohen Maße beeinflusst werden.

Die Spielmechanik weist sowohl Stärken als auch einige Schwächen auf  

                                     3,5 von 6 Spiegeln


Innovation

 

"Bruxelles 1893" ist definitiv innovativ!

Die komplette Aufmachung und auch die Thematik, die dann doch letztendlich auf einer abstrakteren Ebene verharren, wirken dennoch frisch und einzigartig. Auch bietet dieses Spiel hinsichtlich einzelner Mechanismen originelle Einfälle, die es definitiv aufwerten wie z.B.:

- der Zirkel, der die aktuellen Baukosten anzeigt und den man nach dem Bauen verändern kann, indem man einen der Schenkel verändert.

- die Begrenzung eines Aktionsfeldes gemäß Koordinaten.

- der Ateliermarker, den man entsprechend in einem quadritischen Gitter bewegen kann, um für sich Siegpunkte und Geld in einem selbst bestimmten Verhältnis zu generieren

- die Wappenmehrheiten auf dem Jugendstil-Spielplan: wenn du in vier nebeneinander liegenden Aktionsfeldern die Mehrheit durch Assistenten hast. Also eigentlich nicht nebeneinander sondern eher wie in einem Quadrat.

- das Gefühl von Roulette ;): indem man auf Felder Geld drauflegt und drauf hofft, dass der Gegenspieler dies nicht überbietet. Ich weiß Roulette spielt sich nicht so, aber irgendwie erinnert mich das an ein Casino-Feeling :).

 

Natürlich baut "Bruxelles 1893" auch auf vielen Mechanismen auf, die man bereits kennt: Rohstoffe sammeln, Bauaktionen durchführen, Verkaufsaktionen auslösen. Die Art und Weise, wie diese Mechanismen verpackt wurden, ist jedoch einzigartig.

                                     5,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Bruxelles 1893" macht auf jeden Fall Spaß und ist Vielspielern zu empfehlen, die Euro-Games mögen. Bei diesem Spiel ist jedoch die Frustrationstoleranz relativ hoch, wenn z.B. einem die gewollte Persönlichkeitskarte bzw. beabsichtigte Bonuskarte wegschnappt wird oder der Gegenspieler zeitlich vor einem baut und die Kostenzeiger so verändert, dass man selbst nicht mehr bauen kann :(.

Bei diesem Spiel muss man viele entweder-oder-Entscheidungen treffen und unfassbar viele Faktoren bedenken, wenn man eine Aktion ausführt. Dieser Umstand wird wahrscheinlich Gelegenheitsspielern kaum Spaß bereiten, da dann doch die Überforderung zu hoch ist.

Der Spielspaß wird dadurch gedämpft, dass ich das Gefühl einer Unausgewogenheit bzgl. Spielmechanik habe, indem der Ausbau einiger Zeilen auf dem persönlichen Tableau durch Bonuskarten lukrativer erscheinen als andere. Ich würde gerne auch mal eine komplett andere Strategie durchziehen, die in meinen Augen weniger effektiv erscheint. Jedoch bin ich mir ziemlicher sicher, dass ich dadurch der sicheren Niederlage entgegen spiele. Durch diese Unausgewogenheit mindert sich die Variabilität des Spiels, da man meist die gleiche Strategien verfolgt. Wiederum führt dies zur einer Minderung des Spielspaßes

 

Grundsätzlich macht Bruxelles wirklich Spaß und ist ein tolles Spiel. Jedoch führen die eben aufgeführten Kritikpunkte zu einer Abstufung der Bewertung dieser Kategorie.

Bei zwei Spielern ist das Spiel übrigens ca. in einer Stunde durchgespielt.


                                     4,5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Der günstigste Preis, den ich im Internet gefunden habe, ist ca. 33 Euro. Lohnt sich die Investionen dieses Geldes in das Spiel?

Ja, auf jeden Fall! Bruxelles bietet eine Menge qualitativ hochwertiger Materialien, eine sehr eigene thematische Einbettung, innovative Elemente und eine Mechanik, die jedoch sowohl Stärken als auch Schwächen aufweist. Dennoch macht Bruxelles in allen Spielerbesetzungen Spaß und richtet sich nur an Vielspieler, da sich das Spiel definitiv nach Arbeit anfühlt. Ich würde das Spiel aufgrund der innovativen Elemente empfehlen, da sich das Spielgefühl wirklich neu und frisch anfühlt. Perfekt ist das "Bruxelles 1893" jedoch nicht, da die Spielmechanik meines Erachtens nicht komplett durchdacht wurde und unausgewogen wirkt. In Relation zu dem doch recht hohen Preis kommt es zur folgender Bewertung.

                                         4,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kauf dir Bruxelles 1893, wenn du....

 

- generell Euro-Games magst.


- innovative Elemente im Spiel haben möchtest.


- Denkleistung betreiben willst, um Demenz vorzubeugen.


- ein Fan von der Stilrichtung Jugendstil bist, oder ein sehr individuelles Art-Work suchst.


- definitiv ein Vielspieler bist!


- dich im Spiel auch mal ärgern willst.


- ein mittellanges Spiel für ca. eine Stunde bei zwei Spielern suchst.

 


Lass die Finger von dem Spiel, wenn du..

 

- meinst, dass dich bereits zwei Aktionsmöglichkeiten überfordern.


- du überhaupt kein Fable für Architektur und Stilrichtungen hast.


- weißt, dass dein "Frustpegel" zu schnell steigt und du direkt anfängst das Spiel und alle Mitmenschen, die mit dir spielen, zu hassen!


- sehr gute ausbalancierte strategische Möglichkeiten in einem Brettspiel suchst!

 

Aufgrund der ausschlaggebenden Kategorie Spielspass, kommt es letztlich zu einer einer Gesamtwertung von 4,5 Spiegeln.