27.08.17

Review: Bärenpark von Phil Walker-Harding

Fakten

Autor: Phil Walker-Harding

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Verlag: Lookout Spiele

Spieldauer: 30-45 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 32,99 Euro


Spielbeschreibung

 

Bärenpark von Phil Walker-Harding (Imhotep) entführt sie in die Welt der Bären und fordert sie auf, ihren ganz eigenen Park zu erschaffen. Vielleicht ein weiteres Eisbärengehege, oder doch lieber das Koalabärhaus? Oder haben ihre Gäste nach der abenteuerlichen Reise Hunger und benötigen Imbissbuden? Wie auch immer sie sich entscheiden, auf jeden Fall müssen sie beim Ausbauen ihres Parks darauf achten, auch die nächste Baugenehmigung zu bekommen. Und wer sein Land optimal ausnutzt wird ebenfalls belohnt!

(Quelle: Lookout Spiele)


Hintergrundinformationen

 

Der Autor Phil Walker-Harding konnte mit seinen zuletzt erschienen Spielen "Imhotep" und "Cacao" überzeugen. Vor allem mit "Imhotep" konnte er in unseren Testrunden eine große Begeisterung hervorrufen (Rezension: hier) und es wurde verdient zum "Spiel des Jahres 2016" nominiert. Ihr könnt gerne das Interview mit Phil Walker-Harding lesen, das vor einiger Zeit geführt wurde (Interview: hier).


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von guter Qualität! Die zahlreichen Plättchen und die Tableaus sind sehr stabil und konnten im Rahmen des Materials definitiv überzeugen. Nicht überzeugen konnte hingegen das Schachtelinlay, was bei diesem Spieleumfang (sehr viele Plättchen) definitiv vonnöten wäre. Diesbezüglich ist es sehr schade, dass nicht einmal Zip-Beutel zur Verfügung gestellt wurden, um die Plättchen angemessen zu sortieren. Das Bereitstellen solcher Tüten ist mittlerweile ein standardisiertes Verfahren, das von fast allen Verlagen betrieben wird. Stattdessen wurde eine Trennwand aus Pappe mitgeliefert, die man zwar in das Inlay anbringen kann, jedoch überhaupt keinen Vorteil bringt und sogar das Einsortieren aufgrund eines dadurch entstehenden Platzmangels verhindert. Des Weiteren ist ein gravierender Druckfehler auf dem Spielplan vorhanden (Spielaufbau bei unterschiedlichen Spieleranzahlen), was sich, wenn man nicht davon weiß, immense Auswirkungen auf den Spielmechanismus mit sich bringt.

                                                          4 von 6 Spiegeln


Illustrationen

 

Die Illustrationen passen gut zu der Thematik und zu der Zielgruppe des Spiels. Die Plättchen wurden unterschiedlich angefertigt und mit individuellen Details versehen. Die dargestellten Tiere wirken "niedlich" und kamen bei Familienspielern (Erwachsene und insbesondere bei Kindern) gut an. Es macht Spaß, sich die unterschiedlichen Darstellungen auf den Plättchen anzuschauen, die letztlich zu einem Park zusammengestellt werden. Gute Arbeit!

                                                          4 von 6 Spiegeln


Spielmechanik

 

Wie funktioniert "Bärenpark"? Die Regeln sind sehr simpel. Anbei findet ihr die Anleitung:

Download
Bärenpark_Regeln.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.8 MB

"Bärenpark" richtet sich definitiv an Familienspieler und basiert auf simplen Abläufen. Man deckt im Prinzip Bereiche seines Planes bzw. seiner Pläne ab, um dadurch wieder neue Plättchen zu erlangen. Im Laufe des Spiels erhält man neue Pläne, um seinen Bärenpark zu erweitern und diese wiederum voll zu puzzeln, wodurch man Boni erhält. Die Abläufe des vorliegenden Spiels sind simpel, gut strukturiert und eingängig, wodurch angemessen auf die Zielgruppe eingegangen wird. Nichtsdestotrotz sind einige mechanische Defizite auszumachen. Ein nennenswerter Aspekt ist, dass in der letzten Spielrunde jeder Spieler noch einmal dran ist, außer der Spieler, der das Spielende eingeläutet hat. So kann es sein, dass bestimmte Spieler am Spielende evtl. einen Spielzug mehr haben. Denn wenn z.B. der zweite Spieler das Spielende einläutet, wäre im Prinzip der erste Spieler noch einmal dran, obwohl er schon in der letzten Runde seinen Zug getätigt hat. Dies ist eine sehr schlechte Lösung des Spielendes und kann Spieler stark bevorteilen. Ansonsten sind die Abläufe gelungen und wurden entsprechend gestaltet. Für Leute, die es etwas anspruchsvoller mögen, kann man ein Modul mit Aufträgen auswählen. 

                                                       4,5 von 6 Spiegeln


Innovationen

 

"Bärenpark" bietet nicht allzu viele neue Ansätze und basiert auf vorhandenen Abläufen, wie z.B. "Patchwork", "Cottage Garden". Es fiel in den Testpartien stark auf, dass keine frischen sowie neuartigen Akzente gesetzt wurden und die bereits vorhandene Spielidee des Puzzelns aus anderen Spielern reduziert bzw. abstrahiert und übernommen wurde. Zwar wurde das Spielprinzip sehr einfach gehalten und fokussiert stark das Puzzeln, was gut ist, um es in den Vordergrund zu rücken, nichtsdestotrotz lassen sich dadurch auch kreative Einfälle vermissen, die eingebunden hätten werden könnten. Das Modul "Aufträge" ist ebenfalls aus etlichen Spielen bekannt und bietet auch keine ausfallenden Abwandlungen, die als einfallsreich gelten würden. 

                                                         2,5 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"Bärenpark" hat den Testspielern gut gefallen. Vielspieler erachteten das Spiel als zu leicht und wollten es nur mit den Aufträgen (Modul) spielen. Da sich das vorliegende Spiel jedoch an Familienspieler richtet, ist der Schwierigkeitsgrad an Familienspieler auszurichten, der in diesem Fall als passend empfunden wurde. Durch die Eingängigkeit des Spiels fanden Familienspieler einen leichten Zugang zu den Abläufen und hatten auch sichtlich Spaß an dem "Bepuzzeln" der Pläne. Die einzige Interkation besteht darin, den anderen Spielern lukrtive Puzzelteile wegzunehmen. Dadurch bleibt das Spiel eher "friedlich" und eckt nicht an. Nichtsdestotrotz werden Spannungsmomente dadurch aufgebaut, indem die Wettstreiter sich in einem andauernden Rennen um die lukrativsten Plättchen befinden. Des Weiteren ist es wichtig, dass man seine Tableaus (Parkanlagen) vollständig bepuzzelt, um dadurch nochmals wichtige Siegpunkte zu erhalten. 

                                                          4 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Bärenpark" liegt bei 32,99 Euro. Die Spielmaterialien sind in Ordnung, wobei ein gravierender Druckfehler sowie eine suboptimale Systematisierung der vielzähligen Plättchen vorhanden ist. Die Funktionieren funktionieren gut, jedoch beinhaltet die letzte Spielrunde einen mechanischen Fehler, der bestimmte Spieler stark bevorteilen könnte. Des Weiteren setzt "Bärenpark" auf bereits vorhandene Ideen und lässt einen frischen "Kick" vermissen. Der Spaß kam bei den Familienspielern auf, wobei die Aufträge (Modul) noch eine gewisse Varianz mitbringen.

                                                         3,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Bärenpark", wenn du...

 

- ein Familienspiel suchst, das leicht zu erlernen ist

 

- ein Fan von Spielen bist, bei denen man puzzelt

 

 

Lasse die Finger von "Bärenpark", wenn du...

 

- ein Spiel ohne mechanische Mängel haben willst (Defizite am Rundenende)

 

- ein sehr innovatives Spiel suchst

 

- kein Spiel willst, in welchem das Inlay keine Systematisierung der vielen Plättchen ermöglicht

 

* Danke an alle Testspieler!

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß aufgewertet!