11.09.16

Review: "Aya" von Olivier Gregoire und Thibaut Quintens

Fakten

Autor: Olivier Gregoire, Thibaut Quintens

Spieleranzahl: 2-5 

Verlag: Heidelberger Spieleverlag

Spieldauer: 30 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2016

Preis: UVP 34,95 Euro


Spielbeschreibung

 

AYA, die Göttin des Wassers, heißt euch willkommen. Begebt euch mit ihr auf eine wunderbare Reise entlang der Flüsse unseres Planeten. Dabei könnt ihr die Wunder der Natur entdecken, die atemberaubenden Landschaften erleben und zahlreiche Tierarten bestaunen. Nur mit geschickter Zusammenarbeit wird es euch gelingen, die einzigartigen Erlebnisse dieser Reise festzuhalten. In jeder Spielrunde erschafft ihr neue, unentdeckte Pfade und erkundet diese.

Aya ist ein kooperatives Spiel, in dem die Spieler eine Welt mithilfe von Dominosteinen erschaffen. Dafür bleibt jedoch nicht viel Zeit und die richtige Ausrichtung der Dominosteine ist am Ende entscheidend. Denn auf der anschließenden Reise wollen die Spieler möglichst viele Landschaften und Tiere entdecken.

 

(Quelle: Heidelberger Spieleverlag)  


Hintergrundinformationen

 

Ein Spiel, das aus Dominosteinen besteht und mit welchen Landschaften erstellt? Klingt doch spannend und sehr individuell, oder? Das dachten wir uns auch und werfen deshalb gezielt einen Blick auf "AYA" ;). Das Autorenduo Olivier Gregoire und Thibaut Quintens sollten ja schon einigermaßen gut als Team eingespielt sein, da das Spiel "Piratoons" ebenso von Ihnen konzipiert wurde. 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von hervorragender Qualität! Sowohl die Dominosteine als auch die verschiedensten Plättchen wirken überaus hochwertig! Gerade die vielen Dominosteine sind aus hochwertigem Holz, was wirklich lobenswert ist, da der Verlag prinzipiell ja auch auf kostengünstigere Materialien zurückgreifen hätte können. Die Kehrseite der Medaille ist darin zu sehen, dass vereinzelt Dominosteine minimal an den Ecken abgesplittert waren. Ob sich dies letztlich auf physikalische Gesetzmäßigkeiten im Kontext des Umfallens von Dominosteinen auswirkt, muss dann mal ein Physiker beurteilen ;). Weiterhin ist zu erwähnen, dass eine Sanduhr mitgeliefert wird, was heutzutage auch nicht allgegenwärtig ist. 

Alles in allem kann man resümieren, dass sich der Verlag bei der Auswahl der Materialien sehr viel Mühe gegeben hat und ein qualitativ hochwertiges Produkt produziert wurde. Super!

P.S. Sehr lobenswert ist übrigens der Anhang der Anleitung, in dem viele Informationen zu den im Spiel vorkommenden Tieren dargelegt werden. 

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Illustrationen

 

Mit "AYA" bekommt man ein stimmiges optisches Gesamtbild, das hervorragend zur Spielthematik passt! Der farbintensive Illustrationsstil ist wirklich eine Augenweide und nach und nach entwickelt sich im Verlauf des Spiels eine farbträchtige Landschaft, die definitiv zu gefallen weiß. Zu erwähnen ist zudem, dass auch auf eine optische Variabilität Wert gelegt wurde und das Spiel viele unterschiedliche Tier- und Landschaftsplättchen  zieren. Die Illustratoren Julien Hanoteaux und Cedric Michiels haben eine sehr frische wie auch lebendige Darstellung erschaffen.

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Spielmechanik

 

Wie funktioniert "AYA"?

 

Eine Partie "AYA" ist in 3 Phasen unterteilt:

A. Die Setzphase erlaubt es den Spielern, die Dominosteine, Landschaftsteile und Tierfotos zu setzen. In dieser Phase, die 2 Sanduhrdurchläufe (2x10 Minuten) lang dauert, wird die Welt von AYA erschaffen. Die Landschaften werden geformt und die Fotomöglichkeiten festgelegt.

B. Die Dominophase dauert nur wenige Sekunden und startet den Dominoeffekt.

C. Die Wertungsphase, die etwa 1 Minute dauert und das Ergebnis der Zusammenarbeit offenbart. 

 

A. Setzphase

 

1. Der Startspieler dreht die Sanduhr um!

Sobald die Sanduhr abgelaufen ist, können die Spieler eine kurze Pause einlegen und anschließend die Sanduhr erneut umdrehen. In dieser Pause ist es nicht erlaubt, den Spielbereich zu verändern.

 

2. EINEN Dominostein ziehen.

Jeder Spieler zieht gleichzeitig 1 Dominostein:

• ENTWEDER – zufällig und verdeckt – aus der eigenen Quelle

• ODER den obersten offenen Dominostein aus der eigenen Reserve. (Hinweis: beim ersten Dominostein ist die Reserve der Spieler leer.)

 

3. Den gezogenen Dominostein setzen.

Die Spieler setzen reihum im Uhrzeigersinn, beginnend mit dem Startspieler, den gezogenen Dominostein:

• aufrecht beliebig in den Spielbereich

• ODER aufrecht auf ein bereits ausgelegtes, passendes Landschaftsteil (das Startteil mit eingeschlossen).

• ODER sie legen ihn offen oben auf die eigene Reserve. Sobald ein Spieler seinen Dominostein gesetzt hat, kann er sofort einen neuen Dominostein ziehen, um seinen nächsten Zug vorzubereiten.

Es darf immer nur 1 Dominostein gezogen und in der Hand gehalten werden. Ein gezogener Dominostein darf NICHT zurück in die Quelle gelegt werden, um einen neuen Dominostein zu ziehen.

Falls man unbeabsichtigt Dominosteine umwirft, muss man sie so schnell wie möglich wieder aufstellen. Jeder kann dabei helfen.

Die Dominosteine können von dem Spieler, der an der Reihe ist, in eine andere Richtung gedreht werden. Die Position in einer Dominokette darf aber nicht verändert werden. Die Dominosteine zeigen den Flusslauf nur auf einer Seite und müssen so aufgestellt werden, dass die Fließrichtung des Flusses immer eingehalten wird. 

 

Zudem ist noch anzuführen, dass Dominosteine mit einem "Foto-Apparat-Symbol" gezogen werden können, mit welchem man Landschaften oder Tiere in die eigene Landschaft integrieren kann, was am Ende des Spiels mehr Siegpunkte bringt. 

 

B. Die Dominophase

 

In dieser Phase werden die Dominosteine angestoßen. 

Es ist möglich, dass der Dominoeffekt wegen einer Lücke in der Dominokette oder schlecht aufgestellter Steine (zu nah, zu weit entfernt, schief) abbricht. In diesem Fall stößt der nächste Spieler einen noch stehenden Dominostein an und startet den Dominoeffekt erneut.

Bei einem solchen Neustart wird ein Neustartmarker aus dem Spiel entfernt. Doch keine Sorge, mehr als 10 Neustartmarker kann man nicht verlieren.

Wichtig: Der Dominoeffekt muss so oft gestartet werden, bis kein Dominostein mehr steht 

 

C. Die Wertung

 

Punkte gibt es für:

 

Jedes gültige Tierfoto zählt 1 Punkt.

Jedes gültige Landschaftsfoto zählt 1 Punkt.

Jedes dreiteilige Landschaftsfoto-Panoramabild zählt zusätzlich 1 Punkt.

Jeder nicht benutzte Neustartmarker zählt 1 Punkt. 

 

Wie ist die Spielmechanik?

 

Die Phasen sind nicht allzu komplex, bieten einen guten Einstieg und sind allesamt plausibel, was gut zu diesem kurzweiligen Spiel mit einer Spielzeit von ca. 30 Minuten passt. Zwar ist es simpel aufgebaut, nichtsdestotrotz merkt man, dass sich die Autoren auch bei Kleinigkeiten Gedanken gemacht haben. Es ist z.B. gut gelöst, dass man nach 10 Minuten einmal eine kurze "Verschnaufpause" bekommt, kurze Besprechungen durchführen kann und dann im zweiten Spielabschnitt die Sanduhr erneut umdreht. Des Weiteren ist positiv zu erwähnen, dass man nicht nur "blind" Dominosteine nachzieht, sondern auch auf eine eigene Reserve zurückgreifen kann. Ferner gibt es auch den Dominostein "Wunderbarer Garten", der als Joker eingesetzt werden kann. Auch die Auswahl zwischen dem Einbau von Landschafts- oder Tierplättchen lässt unterschiedliche Vorgehensweisen zu bestimmen Zeitpunkten zu.

"AYA" ist ein kooperatives Spiel und aus diesem Grund ist die Kommunikation essentiell. Es finden kontinuierlich Absprachen hinsichtlich des Setzens von Dominosteinen statt und das alles innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Denn am Schluss müssen in unterschiedlichsten Kategorien so viel Punkte wie möglich gesammelt werden, um bei der Gesamtbeurteilung gut abzuschneiden.

Alles in allem funktionieren die Abläufe super und "AYA" ist als ein kommunikatives Spiel zu sehen, das locker in 30 Minuten gespielt werden kann. 

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Innovationen

 

"AYA" wird der Erwartung hinsichtlich der Innovation vollends gerecht! Die Dominoelemente wurden grandios mit der Thematik verwoben und das kooperative Spielprinzip wirkt sehr neuartig. Die Entwickler haben kreative wie auch passende Ideen in das Spielkonzept implementiert. Sehr lobenswert!

                                                6 von 6 Spiegeln


Spielspaß

 

"AYA" konnte in den Testpartien auch hinsichtlich des Spielspaßes überzeugen. Zum Teil kann das Spiel sehr hektisch werden, wenn Abstimmungen zwischen 4 Spielern unter Zeitdruck getroffen werden müssen. Man versucht von Partie zu Partie immer mehr Punkte zu generieren und gleichzeitig eine ästhetische Landschaft aufzubauen. Durch den Aufbau individueller Landschaften, kristallisiert sich definitiv eine hohe Variabilität heraus. Wer schon weiß, dass er kein Spaß an dem Platzieren von Dominosteinen haben wird und solche motorische Aufgaben gepaart mit kommunikativen Elementen nicht leiden kann, der kann sich von vornherein von diesem Spiel distanzieren. 

"AYA" ist ein leicht zu erlernendes Spiel, das die Kommunikation zwischen den Spielern zum Gegenstand hat und zudem motorische wie auch koordinatorische Fähigkeiten verlangt.

                                                  5 von 6 Spiegeln


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "AYA" liegt bei 34,95 Euro. Die Spielmaterialien sind sehr hochwertig, die Illustrationen einzigartig und auch die Mechanismen funktionieren einwandfrei. Das vorliegende Spiel ist als extrem innovativ zu bezeichnen und bringt mit der Eingliederung von Dominosteinen frische Spielelemente in die Brettspiellandschaft. Der Spielspaß ist bei den diversen Testpartien aufgekommen! Eine klare Empfehlung!

                                                 5,5 von 6 Spiegeln


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "AYA", wenn du...

 

- ein sehr innovatives Spiel suchst.

 

- schon immer Dominoelemente in einem neuen Spielsetting spielen wolltest.

 

- ein kooperatives Spiel besitzen willst, das auf seine ganz eigene Art kooperativ ist.

 

 

Lasse die Finger von "AYA", wenn du...

 

- kooperative Spiele nicht magst und kein Spiel spielen willst, in dem es um koordinatorische wie auch motorische Fähigkeiten geht.

 

* Danke an alle Testspieler

* Die Gesamtwertung wurde aufgrund der Kategorie Spielspaß abgerundet!